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OTOY arbeitet an Bewegungserkennung für Samsung Gear VR *UPDATE – erstes Video*

von Matthias Bastian11. November 2015

Update: Jetzt ist ein erstes Video von Gear VR in Kombination mit dem Lighthouse-System von Valve aufgetaucht. Die Konstruktion ist etwas kurios – im Endeffekt wurde nur ein HTC Vive Controller an Samsungs VR-Brille geklebt und der Tracking-Algorithmus entsprechend adaptiert. Laut Jenn Duong, die das System für UploadVR ausprobieren durfte, hat es aber hervorragend und latenzfrei funktioniert. Rumlaufen, ducken und sogar springen waren offenbar kein Problem. Noch dazu kann der Bewegungsradius offenbar beliebig ausgeweitet werden, nur Wände sind eine natürliche Begrenzung. Jules Urbach, der Gründer von OTOY, ist davon überzeugt, dass die aktuelle Lösung seines Unternehmens bereits zu etwa 55% fertiggestellt ist und wir in naher Zukunft marktreife Tracking-Systeme auf dem Niveau von Lighthouse auch für mobile VR-Brillen wie Gear VR sehen werden.

Ursprüngliche Meldung:

Mobile Virtual-Reality-Lösungen wie Samsung Gear VR sind toll: Sie sind einfach zu bedienen, lassen sich überall mit hinnehmen und es gibt keine störenden Kabel. Viele Experten inklusive Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey sind sich einig, dass den tragbaren VR-Brillen die Zukunft gehört.

Neben fehlender Rechenleistung plagt “Mobile VR” bisher aber ein ganz anderes Problem: Mit den Sensoren im Smartphone können ausschließlich Kopfbewegungen erfasst und in die virtuelle Realität übertragen werden. Das funktioniert zwar beim mit Oculus-Technologie ausgestattetem Gear VR recht präzise, allerdings ist das nur die halbe Miete. Ausgereiftere VR-Brillen wie Oculus Rift erkennen bereits Bewegungen des gesamten Oberkörpers, was das Gefühl der Präsenz in VR deutlich verbessert. HTC und Valve legen der VR-Brille Vive direkt ein komplettes Tracking-System “Lighthouse” für einen 5×5 Meter großen Bewegungsradius bei. In diesem Radius kann sich der Nutzer völlig frei in der virtuellen Realität bewegen. Das sieht dann beispielsweise so aus:

GIF

Lighthouse ist ein Open-Source-Projekt, kann also prinzipiell auch für andere VR-Brillen genutzt werden. Die Entwickler von OTOY haben diese Möglichkeit offenbar mit Erfolg genutzt und Lighthouse kompatibel mit Samsung Gear VR gemacht. Zumindest schreiben sie das bei Twitter, eine Demo wurde bisher nicht gezeigt:

Das System soll laut weiteren Tweets von OTOY bereits zu rund 50 Prozent verlässlich funktionieren und dank einer geringen Latenz eine fast verzögerungsfreie Übertragung von Bewegungen möglich machen. Vollständiges Bewegungstracking für mobile VR-Brillen wäre ein echter “Gamechanger” und das bevor überhaupt eine VR-Brille so richtig offiziell auf dem Markt erschienen ist. Noch vor wenigen Tagen schrieb der Oculus VR-Gründer Palmer Luckey bei Twitter: „Kabel sind ein großes Hindernis für die VR-Industrie und das wird für eine lange Zeit so bleiben. Mobile VR wird erfolgreich sein lange bevor wir eine kabellose Lösung für PCs gefunden haben.“

Vielleicht geht’s ja nun doch etwas schneller. Laut OTOY ist die bestehende Lösung aber erstmal nur ein Entwicklertool. Interessant ist sie dennoch, denn sie zeigt, dass bereits die bestehende Technologie so adaptiert werden kann, dass Bewegungserkennung auch mit kabellosen VR-Brillen möglich ist. Die erste Consumer-Variante von Gear VR ist erst ab Ende des Monats für 99 US-Dollar in den USA erhältlich. Ein Releasedatum für Europa ist noch nicht bekannt.

Positionstracking mit Lighthouse für Samsung #GearVR. #virtualreality Klick um zu Tweeten

| SOURCE: Twitter, OTOY
| FEATURED IMAGE: Tested, YouTube (Screenshot)
| GIF: Road to VR