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Palmer Luckey: Virtuelle und bekannte Realität sollen eins werden

von Carolin Albrand17. Dezember 2015

In einem exklusiven Interview mit dem US-Gamesmagazin Gameinformer spricht Palmer Luckey über Gegenwart und Zukunft von Virtual Reality. Und der Oculus-Rift-Erfinder formuliert ein ambitioniertes Ziel.

„Ich weiß nicht, ob es in zehn Jahren passiert, aber Ziel ist es, dass die virtuelle Welt in bestimmten Szenarien nicht mehr von der Wirklichkeit zu unterscheiden ist”, sagt Luckey gegenüber dem Gameinformer. Bis dahin sieht er aber eine Vielzahl an Herausforderungen, von denen er noch keine Idee hat, wie sie zu lösen sind. Beispielsweise das Gefühl, wenn man eine Flüssigkeit berührt. Um dafür eine authentische Simulation in der virtuellen Realität zu erreichen, sagt Luckey, müsse man das Nervensystem schon direkt anzapfen – so wie in der Matrix: „Aber das ist soweit weg, dass ich nicht mal ansatzweise eine Idee habe, wann das passieren könnte. Dafür braucht es medizinischen und keinen technologischen Fortschritt. Ein Durchbruch ist nicht in Sicht”, sagt Luckey. Für Virtual Reality prophezeit er für die kommenden Jahre keine großartigen Innovationen. Stattdessen soll die bereits vorhandende Technologie weiter optimiert werden: VR-Brillen sollen kleiner und leichter werden, das Sichtfeld weiter, die Auflösung höher.

„Es gibt niemanden, der gerade daran sitzt, ein Implantat für unser Nervensystem zu entwickeln, etwas im Matrix-VR-Stil.” Palmer Luckey via Gameinformer

Den potenziellen Durchbruch der aktuellen Technologie rechnet er vor allem der Gamesbranche an. Laut Luckey könnte ohne Engines wie Unity oder der Unreal Engine 4 die nötige Software für VR-Erfahrungen gar nicht entwickelt werden: „Die Gamesbranche hat die nötige Infrastruktur gebaut. […] Ohne all die Tools, würde VR niemals so gut funktionieren, wie es gerade der Fall ist.” Im Bereich Grafik würde VR aber in Zukunft neue Anforderungen stellen, wenn es um sehr realistische Darstellungen geht, glaubt Luckey. Effekte, wie beispielsweise übertriebene Reflektionen, die auf einem 2D-Monitor auf eine künstlerische Art ansprechend aussehen können, würden in Virtual Reality nur stören und unsere Wahrnehmung irritieren: „Grafiker müssen sich darauf konzentrieren, wie Wahrnehmung im echten Leben funktioniert, anstatt zu versuchen, ein stilistisch ansprechendes Fenster an die Wand zu malen. Da wird es in den kommenden Jahren einige Verbesserungen geben”, erklärt der Oculus-Gründer.

| SOURCE: Gameinformer
| FEATURED IMAGE: officialgdc, Flickr (CC BY 2.0)