Ein kleines US-Studio arbeitete über Jahre an einem PC-Spiel und entwickelte parallel eine vollwertige VR-Unterstützung. Mit unerwarteten Folgen: Für das Studio könnte die VR-Wette das Aus oder einen vielversprechenden Neuanfang bedeuten.

Das atmosphärische Rätselspiel “Xing: The Land Beyond” war ursprünglich als reiner PC-Titel geplant. Nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Jahr 2013, bei der die Entwickler 30.000 US-Dollar einsammeln konnten, sagten sie VR-Unterstützung für das erste Entwicklerkit von Oculus Rift zu.

Seither befand sich der Titel in Entwicklung und erschien vergangenen September als vollwertiges PC- und VR-Spiel bei Steam und im Oculus Store. Auf beiden Plattformen erhielt es sehr positive Bewertungen von Spielern.

Zum Verkaufserfolg reichte es dennoch nicht: Im offiziellen Blog schreiben die Entwickler, dass die Verkäufe “nicht sehr gut” waren. Für den kommerziellen Misserfolg machen sie den übersättigten Steam-Markt verantwortlich. Sie gehen aber auch mit sich selbst ins Gericht und räumen ein, dass sie sich im Vorfeld der Veröffentlichung zu wenig um das Marketing gekümmert hätten. Der Hype um das Spiel sei wegen der langen Entwicklungszeit verflogen.

Die VR-Nische als Chance?

Einen weiteren möglichen Grund für die schlechten Verkaufszahlen sehen die Entwickler darin, dass das Spiel von vielen fälschlicherweise als reiner VR-Titel wahrgenommen wird. PC-Spieler würden deshalb von vornherein kein Interesse an Xing zeigen. Das Studio habe viele PC- und VR-Blogs für Tests kontaktiert, aber die meisten, die über den Titel geschrieben hätten, seien auf Virtual Reality spezialisiert und erreichten deshalb nur ein kleines Publikum.

Offenbar sehen die Entwickler in der VR-Nische dennoch eine Chance und stellen heraus, dass Oculus den Titel auf der eigenen Plattform bewirbt, während er bei Steam unter der Masse von Neuerscheinungen untergeht. Das Gleiche gilt für die kommende Veröffentlichung im Playstation Store, an dem das nunmehr zweiköpfige Team mit Hochdruck arbeitet. Als VR-Titel könnte Xing innerhalb der vergleichsweise kleinen, aber enthusiastischen PSVR-Gemeinde mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Die Entwickler schreiben, dass sie immer noch bei ihren Eltern wohnen und dass ihr Unternehmen verschuldet ist. Sie hoffen, dass die Playstation-Version genug Geld einbringt, sodass sie ihre Schulden begleichen, ausziehen und mit ihrem Studio neue Projekte angehen können.

| Featured Image and Source: White Lotus Interactive

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