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Pico Neo: Autarke VR-Brille mit Raumtracking und Ultraschall-Controller

von Matthias Bastian26. Dezember 2017

Im Fahrwasser von HTCs autarkem VR-Gerät Vive Focus unternimmt der chinesische Hersteller Pico Interactive den nächsten Anlauf, eine VR-Brille am Markt zu platzieren.

Pico Neo gehört wie der Vorgänger Pico Goblin (Testbericht) zur Gattung der autarken Virtual-Reality-Brillen. Im Gehäuse der Brille ist unter anderem ein Snapdragon 835 verbaut, so wie bei Vive Focus. Bei Goblin war es noch ein Snapdragon 820.

Das Prozessor-Upgrade ist nur eine von vielen Verbesserungen. Die wichtigste: Pico Neo hat ein vollwertiges optisches Trackingsystem integriert, mit dem sich der Nutzer frei durch den virtuellen Raum bewegen kann, anstatt nur den Kopf zu drehen. Das Gerät verwendet wie Vive Focus eine Tracking-Vorlage von Qualcomm basierend auf zwei optischen Kameras an der Vorderseite.

Die laut der Webseite Engadget verbauten LC-Displays lösen mit 1440 x 1600 Bildpunkten bei 90 Hz auf, das Sichtfeld der Brille gibt Pico mit 101 Grad an. Die Akkulaufzeit soll bei rund drei Stunden liegen. Der Hersteller selbst gibt auf einer älteren Produktseite an, dass zwei OLED-Displays verbaut sind – diese Information ist veraltet.

Ultraschall-Controller mit sechs Freiheitsgraden für die Business-Edition

Eine Business-Edition der Brille wird laut Engadget mit zwei Ultraschall-Controllern mit sechs Freiheitsgraden ausgeliefert. So wie die Brille registrieren sie Bewegungen in die Tiefe des Raumes – sofern sie in einem Radius von circa 160 Grad vor die Brille gehalten werden.

Das Standard-Modell hingegen kommt wie Vive Focus nur mit einem 3-DOF-Controller, der Bewegungen und Rotation ausschließlich auf einer 2D-Ebene überträgt. Das ist für viele interaktive Virtual-Reality-Erlebnisse zu wenig.

Die Controller der Business-Edition sind das Alleinstellungsmerkmal von Pico Neo und das lässt sich der Hersteller bezahlen: 750 US-Dollar kostet das Gerät. Die Standard-Edition mit einfachem Controller kostet umgerechnet noch circa 515 Euro. Zum Vergleich: Vive Focus liegt bei etwa 550 Euro, bietet einen AMOLED-Screen und ein etwas weiteres Sichtfeld.

HTC will Vive Wave in China etablieren

Pico Neo ist die erste Brille eines Drittherstellers, die HTCs mobile VR-Plattform Vive Wave aufgreift. Der Vorgänger Goblin nutzte noch eine Eigenentwicklung basierend auf Android.

HTC stellte Vive Wave im November vor: Die Plattform soll den fragmentierten chinesischen VR-Markt vereinen und HTC als Marktführer etablieren. Sie unterstützt unter anderem Valves Entwicklungsumgebung OpenVR. Portierungen von aufwendigerer PC-Software sollen somit relativ einfach möglich sein. Neben Pico hat der chinesische Hersteller Pimax Unterstützung für Vive Wave zugesagt.

Pico Neo soll im Januar 2018 in China und anschließend in weiteren Ländern erscheinen. Details dazu liegen noch nicht vor. HTCs China-Präsident Alvin Graylin begrüßt den neuen Partner bei Twitter.

| Source: Engadget | Featured Image: Pico

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