Ein Redakteur der US-Seite “Tom’s Hardware” konnte die Pimax VR-Brille 5K+ ausführlich testen. Größter Kritikpunkt ist der hohe Leistungsverbrauch. Die Pimax-Brille würde “Grafikkarten zum Frühstück verspeisen”.

Die Benchmarks mit einer Nvidia GTX 1070 und einer RTX 2080 zeigen, dass ein sinnvoller Betrieb der Pimax 5K+ erst mit einer Grafikkarte ab circa 700 Euro aufwärts (RTX 2080, 1080 Ti) möglich ist – und selbst dann nur mit bei Steam reduzierter Auflösung und via Pi-Software eingeschränktem Sichtfeld (Einstellung: Normal, circa 170 Grad statt maximal circa 200 Grad).

Wer einen zu langsamen PC hat, könne das Sichtfeld zwar auf circa 120 Grad reduzieren (Einstellung: Small), das sei jedoch nicht erstrebenswert: Die schwarzen Balken an den Seitenrändern seien deutlich wahrnehmbar. Die mitunter kritisierten Verzerrungen an den Seitenrändern werden im Test nicht erwähnt.

Die reduzierte Steam-Auflösung bedeutet offenbar nicht, dass unter der nativen Auflösung der 5K-Brille gerendert wird. Erst ab einem Wert von unter 30 Prozent soll die Bildqualität deutlich leiden. Die Ergebnisse des Benchmarks werden daher bei Reddit kontrovers diskutiert.

Ein grafisch anspruchsvolles Spiel wie Arizona Sunshine läuft erst mit reduzierter Auflösung mit den benötigten 90 Bildern pro Sekunde. Bild: Tom's Hardware

Ein grafisch anspruchsvolles Spiel wie Arizona Sunshine läuft laut Tom’s Hardware erst mit reduzierter Auflösung und geringerem Sichtfeld mit den benötigten 90 Bildern pro Sekunde. Bild: Tom’s Hardware

Das Fazit des Testers Kevin Carbotte fällt insgesamt verhalten aus: Die Pimax-5K-Brille sei eine Evolution, keine Revolution und bringe die VR-Industrie nicht bedeutend voran.

Im Unterschied zu den YouTube-Testern sieht der Redakteur von Tom’s Hardware nicht, dass die Pimax-Brille die zweite VR-Generation startet – allein das weitere Sichtfeld und die höhere Auflösung reichten dafür nicht aus, so Carbotte.

Das weite Sichtfeld sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber eine echte Next-Gen-Brille müsse das Brillendesign in vielen Aspekten verbessern. Dieser Anspruch gelte auch für Oculus oder HTC.

Man müsse das Gesamtpaket beachten und nicht nur die hervorstechenden Merkmale: Es spiele keine Rolle, wie spektakulär ein einzelnes Feature sei, wenn der Rest der Technik nicht zufriedenstellend sei.

Dem Tester fehlen “Premium-Funktionen” wie ein einfach einzustellendes Kopfband, eingebaute Kopfhörer, integriertes Eyetracking sowie ein Multifokus-Display.

Carbottes Pluspunkte sind das weite Sichtfeld, die hohe Auflösung sowie das geringe Gewicht. Minuspunkte sind die Verarbeitungsqualität (“fragil”), die Fummelei mit den Einstellungen sowie der hohe Leistungsverbrauch.

Er vergibt drei von möglichen fünf Punkten: Die Brille biete einen Ausblick auf das, was Mainstream-VR mal sein könnte, sei aber zu früh dran. Zukünftige Grafikkarten müssten ans Limit gehen, aktuelle Karten seien überfordert.

Die Brille habe zwar eine Daseinsberechtigung (“nett für Enthusiasten”), man dürfe aber nicht erwarten, dass Pimax den VR-Markt aufrollt und Oculus oder HTC Konkurrenz machen kann. Auf der VR-Brillen-Bestenliste von Tom’s Hardware behält Vive Pro den Spitzenplatz.

Carbotte geht davon aus, dass die Pimax 5K+ die hohen Erwartungen der Kickstarter-Unterstützer nicht vollständig erfüllen kann.

Update: Information zur Steam-Auflösung ergänzt


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