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Pimax 8K und 5K: 1,5-Million-US-Dollar-Marke geknackt, weitere Boni

von Matthias Bastian10. Oktober 2017

Update vom 10. Oktober:

Das VR-Brillenaufgebot von Pimax knackt bei Kickstarter die 1,5 Millionen US-Dollar-Marke. Als Belohnung für die Unterstützer gibt es kleine Ventilatoren, die die heißen Sommermonate unter der VR-Brille erträglicher machen sollen.

Ebenso wird ein Plastikrahmen für individuell angefertigte Linsen beigelegt, von diesen profitieren in erster Linie Brillenträger oder Menschen mit (einseitiger) Sehschwäche. Die passenden Linsen müssen zusätzlich gekauft werden.

Da die Pimax-Kampagne noch immer rund 23 Tage läuft, könnte sogar die Marke für zwei Millionen US-Dollar geknackt werden. Für diesen Fall entscheiden die Käufer über weitere Boni: Zur Auswahl stehen ein Drahtlosmodul, der Eye-Tracking-Zusatz, die Inside-Out-Tracking-Erweiterung oder – besonders spektakulär – ein “Supermodul”, das die 8K PC-Brille in ein mobile, autarke VR-Brille nach dem Vorbild von Google Daydream verwandeln soll. Zur Abstimmung geht es hier entlang.

Update vom 25. September:

Mittlerweile hat Pimax die eine Million US-Dollar-Marke geknackt. Als “Belohnung” bekommen Unterstützer der Kickstarter-Kampagne eine verbesserte Kopfhalterung mit integrierten Kopfhörern ins Paket gelegt. Diese erinnert rein optisch stark an den Audio-Deluxe-Strap für HTC Vive.

Sollte die Kampagne im weiteren Verlauf noch die Marke von 1,5 Millionen US-Dollar schaffen, will Pimax kleine Kopfventilatoren und einen Spezialrahmen für die Linsen beilegen.

Viel Umsatz, nur wenige verkaufte Brillen

Trotz des beachtlichen Erfolgs der Kampagne sollte man die Anzahl tatsächlich verkaufter VR-Brillen nicht aus den Augen verlieren: Derzeit sind es gerade einmal knapp 1.700 Geräte. Eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Brillen von Oculus, HTC und Sony wird Pimax wohl nicht werden. Hier sind rund zwei Millionen Highend-Brillen im Umlauf, dennoch gelten die Geräte nicht als Verkaufsschlager und blieben eher hinter den Erwartungen zurück.

Aufgrund der absehbar eher geringen Verbreitung der Pimax-Brille sind Zweifel angebracht, inwiefern Plattformen wie Steam oder Entwickler von VR-Apps ihre Software auf die spezifischen Eigenheiten der Brille anpassen wie zum Beispiel das extra weite Sichtfeld über 200 Grad.

Derweil verspricht Pimax, dass die Kickstarter-Unterstützer zuerst mit Hardware versorgt werden. Bevor nicht alle Besteller beliefert wurden, soll kein freier Verkauf der Pimax 8K stattfinden.

Die vollständige Auslieferung aller Bestellungen ist bis Juni 2018 geplant. In unserem wöchentlichen Podcast (siehe unten) sprechen wir ab Minute 20:00 über das Potenzial der Pimax-Brille.

Update vom 20. September 2017:

Erster Test zur Pimax 8K

Die YouTuber von Tested hatten Gelegenheit zu einem ersten Hands-on mit der Pimax 8K. Gelobt wird insbesondere das weite Sichtfeld, das ein deutliches Upgrade gegenüber der aktuellen Generation VR-Brillen darstellen soll.

Aber: So wie die Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln auf 4K skaliert wird, muss auch die Sichtfeldweite skaliert werden, da VR-Anwendungen typischerweise auf das deutlich schmalere Sichtfeld der aktuellen Hardware-Generation optimiert sind.

Die Bildmitte bleibt dabei scharf und wird nativ angezeigt, die Bildinformationen in der Peripherie werden gestreckt, um das Sichtfeld vollständig auszufüllen. Im Test wird das mit 4:3-Bildern verglichen, die auf einen 16:9-TV in voller Breite angezeigt werden – allerdings soll der Effekt nicht so störend ausfallen.

Die VR-Brille soll dank der höheren Auflösung “merklich schärfere” Bilder anzeigen als die aktuelle Highend-Generation. Dennoch sei die Darstellung nicht perfekt und einzelne Pixel noch immer sichtbar.

Wie bei der Vive-Brille kommen Fresnellinsen zum Einsatz, der Bildeindruck soll an eine höher aufgelöste HTC Vive erinnern. Trotz LCD-Screens sollen keine Schmiereffekte auftreten, ähnlich wie bei den OLED-Screens, die in Oculus Rift und Co. verbaut sind. Die 5K-Version der Pimax-Brille verwendet einen OLED-Screen, soll aber nicht die gleiche Bildschärfe bieten wie die 8K-Version – trotz Skalierung.

Finger weg vom Zubehör

Die beigelegten 3D-Controller taugen laut Tested nicht viel: Bemängelt wird die Verarbeitungsqualität und das Nutzungsgefühl. Die bessere Alternative sei es, auf die HTC-Vive-Controller zurückzugreifen.

Pimax möchte bis zum Launch angeblich schon Lighthousetracking 2.0 unterstützen, ganz klar ist aber noch nicht, ob das gelingt. Ebenso unklar ist, wie die Sehschärfe über eine IPD-Anpassung justiert werden kann. Bei der Demo gab es offenbar nur eine Softwareeinstellung, obwohl am Gehäuse ein Rädchen angebracht ist.

Das Fazit: Für Filme, Rennspiele oder Desktop-Anwendungen soll die Pimax-Brille dank der höheren Auflösung die derzeit beste Wahl sein. Das weite Sichtfeld nehme man insbesondere im Kontrast zu aktuellen VR-Brillen positiv wahr.

Die Kampagne zu den verschiedenen Pimax-Brillen liegt mittlerweile bei über einer halben Million US-Dollar nach dem ersten Tag, beinahe drei Mal so viel wie ursprünglich für 45 Tage avisiert war.

Ursprünglicher Artikel vom 19. September 2017:

Pimax 8K, 8K X und 5K: Kickstarter ab 349 US-Dollar

Mit drei neuen Virtual-Reality-Brillen drängt der chinesische Hersteller Pimax in den Markt. Alleinstellungsmerkmale sind das weite Sichtfeld von rund 200 Grad und eine deutlich höhere Auflösung als bei aktuellen Highend-Geräten. Das Portfolio gibt aber noch Rätsel auf.

Wie im Vorfeld angekündigt startet Pimax eine Kampagne bei Kickstarter. Das Finanzierungsziel liegt bei 200.000 US-Dollar und ist kurz nach dem Start der Kampagne bereits deutlich erfüllt.

Pimax bietet gleich mehrere Varianten der Brille an. Ab 449 US-Dollar bekommen besonders frühe Käufer die reine 8K-Brille ohne Zubehör. Das lohnt sich für Besitzer von HTC Vive, die bereits die Vive-Controller und Valves Lighthouse Tracker daheim haben. Laut Pimax ist das HTC-Zubehör mit der eigenen VR-Brille kompatibel. Die Auslieferung soll im Januar 2018 erfolgen.

Das vollständige Paket mit zwei 3D-Controllern und einer Basisstation fürs Tracking kostet für frühe Käufer 749 US-Dollar (Normalpreis: 799 US-Dollar). Die sollen es im Februar 2018 erhalten.

Laut Pimax reicht eine einzelne Basisstation für 360-Grad-Tracking – hier ist gesunde Skepsis angesagt, denn technisch betrachtet scheint das schwer umsetzbar.

Obwohl die Brille 8K heißt, liegt das maximale Eingangssignal bei 2.560 x 1.440 Pixeln pro Display. Ein in der Brille integrierter Chip skaliert es auf die 4K-Auflösung der Screens hoch.

Diese sind maßgeschneiderte LCDs, die wie OLEDs geringe Pixelschaltzeiten (“Low Persistence”) unterstützen sollen, sodass keine Nachzieheffekte auftreten. Die selbstentwickelte Zwischenbildberechnung “Brainwarp” soll die Bildwiederholrate bei 75 Hz oder 90 Hz stabilisieren, wenn der Rechner an die Leistungsgrenze kommt.

Überraschung: Es gibt noch zwei weitere Modelle

Pimax bietet weiter eine “Lowend”-Variante sowie eine Ultra-Highend-Version der VR-Brille an, die sich jeweils bei Display und Preis unterscheiden. Die Pimax 5K bietet eine Displayauflösung von zwei Mal 2.560 x 1.440 Pixel bei 75 Hz oder 90 Hz im Vergleich zur 8K mit zwei Mal 3.840 x 2.160 bei 75 Hz oder 90 Hz.

Dafür muss bei der 5K-Brille nicht skaliert werden, außerdem kommt angeblich ein OLED-Screen zum Einsatz und die Auflösung liegt dennoch ein gutes Stück über dem Niveau von HTC Vive, Oculus Rift oder Playstation VR.

Die Pimax 5K kostet ab 349 US-Dollar ohne Zubehör und ab 649 US-Dollar mit zwei Controllern und einer Basisstation. Die Auslieferung soll wie bei der 8K-Version im Januar erfolgen, das Bundle mit Zubehör kommt im Februar.

Dann hat Pimax noch ein Spitzenmodell auf Lager, die VR-Brille 8K X, die zwei native 4K-Signale über zwei Displayport 1.4 Anschlüsse annimmt, anstatt zwei 1440p-Signale auf zwei Mal 4K-Displays hochzuskalieren wie bei der 8K. Dafür ist das Gerät mit einem Preis ab 649 US-Dollar das teuerste im Feld. Für das Komplettpaket werden 949 US-Dollar fällig.

Die 8K X kommt erst im Mai 2018 auf den Markt, darauf zu warten lohnt sich laut Pimax aber nicht: Es soll keinen spürbaren Unterschied beim VR-Erlebnis zwischen der X-Variante und der herkömmlichen 8K-Brille geben. Pimax empfiehlt für den Betrieb der 8K X außerdem einen absoluten Highend-Rechner mit mindestens einer, besser zwei Nvidia GTX 1080 TI Grafikkarten und einem aktuellen Intel i7-Prozessor.

Wer eine 8K X besitzen, aber nicht länger auf eine höhere Auflösung warten möchte: Pimax bietet den Austausch einer 8K gegen eine 8K X gegen Aufpreis an und erstattet dabei die Portokosten.

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