Update vom 13. Januar 2018:

Nach den durchwachsenen Testberichten nimmt der CEO von Pimax im offiziellen Forum Stellung.

Er schreibt, dass sein Team vor der CES diverse Änderungen am neuesten Prototypen vorgenommen hat, sodass noch viel Feinarbeit nötig ist. Dennoch habe sich Pimax entschieden, das Gerät auf der CES vorzuführen.

Die kurzfristigen Änderungen hätten zu neuen Problemen geführt, Pimax werde sie jedoch beheben. Als Beispiel nennt der CEO die von den Testern beobachteten Reflektionen und das mangelhafte Tracking.

Nachdem diese Probleme behoben sind, wolle Pimax eine beschränkte Zahl Prototypen an ausgewählte Unterstützer schicken und den neuesten Prototypen möglicherweise bei weiteren Präsentationen vorführen. Eine Analyse der aufgetretenen Probleme und ein neuer Terminplan für die Auslieferung der VR-Brille soll noch im Januar veröffentlicht werden.

Die Stellungnahme wird bei Reddit diskutiert.

Update vom 12. Januar 2018:

Der US-Blog Upload VR veröffentlichte einen weiteren Erfahrungsbericht, der sich sehr ähnlich liest und zur gleichen Schlussfolgerung kommt.

Der Tester bekam die VR-Demo “Theblu” vorgeführt und war sehr beeindruckt von der visuellen Qualität: Das Bild sei klar und scharf ohne störenden Fliegengittereffekt. Das Sichtfeld nennt der Redakteur “massiv”. Ihm sind jedoch ebenfalls Bildartefakte an den Rändern des Sichtfelds aufgefallen, die “unglaublich stören”. Der Tester würde es vorziehen, wenn Pimax stattdessen auf ein paar Grade Sichtfeld verzichten würde.

Der Tragekomfort sei nicht so schlecht wie erwartet, wenn auch nicht annähernd so gut wie bei der Konkurrenz. Während der kurzen Demo sei die VR-Brille nicht unbequem gewesen. Das könne sich aber ändern, wenn man sie für eine Stunde oder länger trägt.

In seinem Fazit schreibt der Redakteur, dass Pimax 8K seit dem letzten Test keine großen Schritte nach vorne gemacht hat. Das Gerät fühle sich noch nicht marktreif an.

Ursprünglicher Artikel vom 10. Januar 2018:

Pimax zeigt auf der CES den neuesten Protoyp der Pimax 8K. Der US-Blog Road to VR konnte das Gerät ausprobieren. Dem Testbericht zufolge hat die VR-Brille noch einige Baustellen.

Die Pimax 8K hätte Ende Januar an Unterstützer der Kickstarter-Kampagne ausgeliefert werden sollen. Laut jüngsten Berichten kommt sie jedoch frühestens im März 2018.

Für Leser, die noch nie von Pimax 8K gehört haben: Die VR-Brille hat zwei LC-Displays verbaut, die mit jeweils 3.840 mal 2.160 Bildpunkten auflösen. Das maximale Eingangssignal liegt bei 2.560 mal 1.440 Bildpunkten pro Auge. Ein integrierter Chip skaliert die Bilder auf die 4K-Auflösung hoch. Das Sichtfeld beträgt laut Pimax rund 200 Grad.

Verzerrung größtenteils behoben

Ben Lang von Road to VR testete den neuesten Prototyp. Er bezeichnet das erweiterte Sichtfeld als einen riesigen Sprung gegenüber aktuellen VR-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive. Damit das Bild nicht verzerrt, entwickelte Pimax eine Software, die dem größeren Sichtfeld Rechnung trägt und Verzerrungen in VR-Apps ausgleicht. Lang schreibt, dass die Verzerrung beim neuesten Gerät größtenteils verschwunden ist.

An die Stelle der Verzerrungen seien jedoch Bildartefakte getreten. Der Tester schreibt, dass am oberen und unteren Rand schmale Bildstreifen zu sehen sind, die nicht mit dem Rest des Bildes übereinstimmen. Das Bild am äußersten linken und rechte Rand sei zudem sehr unscharf. Lang schreibt, dass er lieber auf eine paar Grad Sichtfeld verzichtet, als diese Artefakte zu sehen.

Noch immer 80 Hertz Bildwiederholrate

Die höhere Auflösung der Displays macht laut dem Tester keinen so drastischen Unterschied, wie man erwarten würde, da sich die Pixel über ein größeres Sichtfeld verteilen. Das Bild sei zwar durchaus schärfer als bei Oculus Rift und HTC Vive, der Fliegengittereffekt und Aliasing würden aber nach wie vor stören. Lang berichtet zudem über unschöne Lichthöfe und hofft, dass Pimax diese Effekte bis zum Launch beseitigen kann.

Der neueste Protoyp läuft noch immer mit 80 statt mit den ursprünglich versprochenen 90 Hertz. Das Bild zeige jedoch keinen Nachzieheffekt und wirke auch nicht unscharf. Da Fresnel-Linsen verbaut sind, seien in Szenen mit hohem Kontrast ähnlich wie bei HTC Vive und Oculus Rift Lichtreflektion erkennbar.

Lang schreibt, dass die LC-Displays den OLED-Bildschirmen der Konkurrenz in Sachen Kontrast und Farbstärke unterlegen sind. Ein IPD-Regler sei integriert, zeige den eingestellten Augenabstand aber nicht an.

Probleme mit Lighthouse-Tracking

Die Integration des SteamVR-Trackingsystems ist laut dem Tester nicht produktreif: Die Latenz sei “inakzeptabel hoch” und die Erfassung räumlicher Bewegung abgehackt. Die VR-Controller bekam Lang nicht in die Hand.

Die Kopfhalterung besteht wie bei HTC Vive aus einem einfachen Band. Um die Pimax 8K in die richtige Position zu bringen, müsse man die Kopfhalterung sehr fest anziehen. Die Brille sei zwar leichter als sie aussehe, drücke aber unangenehm gegen das Gesicht.

Pimax will bis zum Launch eine bequemere Kopfhalterung anbieten, die Playstation VR nachempfunden ist und das Gewicht besser über den Kopf verteilt. Zu sehen bekam sie der Tester nicht.

| Featured Image: Pimax | Source: Road to VR

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