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Playstation VR auseinandergebaut – das steckt in Sonys VR-Brille

von Matthias Bastian15. Oktober 2016

Die Bastelhelden von Ifixit haben Sonys VR-Brille auseinandergebaut. Besonders der Blick auf die verbauten Linsen ist interessant.

Im Gegensatz zu Oculus Rift und HTC Vive verzichtet Sony auf Linsen mit Fresnelschliff. Diese haben den Vorteil, dass sie bei weniger Gewicht ein etwas weiteres Sichtfeld bieten. Der Nachteil ist, dass die feinen Linien im Glas auch für das ungeübte Auge gut zu erkennen sind und besonders bei hellen Inhalten deutlich sichtbar das Licht brechen und spiegeln. Oculus Rift setzt auf eine Mischung aus herkömmlichen Linsen und Fresnel-Optik, dennoch hat die VR-Brille bei hellen Inhalten auf dunklem Grund mit auffälligen Lichtblitzern zu kämpfen.

Die Linsen, die Sony in Playstation VR einsetzt, sehen aus wie recht dicke und stark gewölbte Brillengläser. Sie erinnern fast an den Boden einer Colaflasche. Der Vorteil der Linsen wird im Betrieb schnell offensichtlich: Sie zeichnen ein homogenes Gesamtbild ohne Spiegelungen. Der sogenannte Screen-Door-Effekt, bei dem grobe Pixelstrukturen im Bild sichtbar werden, ist kaum auszumachen. Das ist auch dem verbauten OLED-Display zu verdanken, das im Gegensatz zum Wettbewerb mit der vollen RGB-Matrix auflöst. Pro Pixel gibt es drei Sub-Pixel, also das gesamte RGB-Signal für jeden der 1920 x 1080 Bildpunkte.

Schönes Bild, mehr Gewicht

Der Nachteil dieser Linsen ist das höhere Gewicht. Sonys VR-Brille ist mit 610 Gramm die schwerste aller derzeit erhältlichen Virtual-Reality-Brillen. Die Sony-Ingenieure konnten diesen Nachteil mit einer besonders komfortablen Kopfhalterung ausgleichen, sodass sich das Gewicht gleichmäßig verteilt. Die gute Ergonomie der VR-Brille wurde in sämtlichen Testberichten besonders positiv bewertet.

Über die Linsen hinaus finden die Ifixit-Bastler noch einen ARM Cortex-M0 Prozessor, ein Netzteil für das Display und die verschiedenen Tracking-LEDs in der VR-Brille. Das ebenfalls integrierte HDMI-Interface ist ein gängiges Bauteil, das auch in herkömmlichen Monitoren, Kabelboxen, TVs oder Streaming-Geräten zu finden ist.

Auf der Reparaturskala bekommt Playstation VR acht von zehn möglichen Punkten. Zwar sei die Hardware mit Bedacht konstruiert, aber dennoch sehr kompliziert im Aufbau. Alle Details zum Innenleben von Playstation VR gibt es hier.

| Featured Image: Ifixit (Screenshot bei YouTube)