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Playstation VR: Das kann die Prozessorbox

von Matthias Bastian17. März 2016

Bezüglich der Prozessorbox (PU) von Playstation VR gab es in der Vergangenheit einige Fehlinformationen. Mit denen räumte jetzt Chris Norden, Chef-Ingenieur bei Sony, auf der Game Developers Conference auf.

Norden stellt eindeutig klar, dass die kleine Box keinerlei Zusatzhardware verbaut hat, die die PS4-Konsole bei Berechnungen des Prozessors oder der Grafikkarte entlasten kann. Das betrifft auch die Zwischenbildberechnung bei der Rückprojektion, bei der herkömmliche 60 FPS-Spiele mit 120 Bildern pro Sekunde ausgegeben werden.

Diese Aufgabe muss die PS4 alleine übernehmen, ebenso wie die Verzerrung des Bildes, damit es in der VR-Brille perspektivisch korrekt und mit den richtigen Proportionen angezeigt wird. “Die PS4 ist absolut dazu in der Lage, 120 Hz eigenständig zu berechnen”, sagte Norden bei seiner Präsentation. Seine Ansage sollte alle Gerüchte beseitigen, dass die Sony VR-Brille grafisch mehr leisten kann als bisher gedacht.

Das bedeutet aber nicht, dass die kleine Box unnütz ist. Sie legt eine Kopie des Videosignals an, das von der PS4 an die VR-Brille geschickt wird, entzerrt das Bild wieder und sendet es an einen zusätzlichen Bildschirm. Dieses Feature nennt Sony “Social Screen”, denn so können auch Außenstehende an der VR-Erfahrung teilhaben.

Beispielsweise sind Multiplayer-Spiele denkbar, bei denen die VR-Brille weitergegeben wird, während die Wartenden das Spielgeschehen auf dem TV verfolgen können. Oculus Rift und HTC Vive bieten ein vergleichbares Feature, allerdings braucht es hier keine extra Prozessoreinheit, da ein leistungsstarker PC die nötigen Berechnungen eigenständig vornehmen kann.

Bild und Ton, die von der kleinen Box an den TV weitergeleitet werden, können aber auch komplett unterschiedlich von dem Signal sein, das an die VR-Brille gesendet wird. Das öffnet die Tür für asynchrone Multiplayer-Spiele, bei denen der VR-Brillenträger andere Dinge sieht als die Mitspieler vor dem Bildschirm. Sonys Partyspiel “Playroom VR” basiert auf diesem Konzept (Trailer siehe unten).

Außerdem übernimmt die “PU” die Berechnung des 3D-Audio. Das spart zwar prinzipiell Rechenleistung ein, aber nicht signifikant. Auch beim “Cinematic Modus” hilft die Prozessorbox der PS4-Konsole aus. Der “Cinematic Modus” ist ein neues Feature für Playstation VR, dank dem Spieler normale PS4-Spiele auf einem bis zu fünf Meter breiten Display aus circa 2,5 Meter Entfernung in Virtual Reality spielen können. Die Prozessorbox hat dabei die Aufgabe, die Benutzeroberfläche in VR anzuzeigen.

Was die Prozessorbox macht:

  • Objektbasiertes 3D-Audio berechnen (benötigt keine signifikante Rechenleistung)
  • Zeigt den „Social Screen“ an
    • als exaktes Spiegelbild
    • und getrennt vom Bild der VR-Brille für asynchrone Multiplayer-Spiele.
  • Zeigt die PS4-Benutzeroberfläche im “Cinematic Modus” an

Was die Prozessorbox nicht macht:

  • Die PS4-CPU signifikant entlasten
  • Die PS4-GPU entlasten (auch nicht bei der Rückprojektion/120hz)
  • Es ist keine “Erweiterung” für die PS4-Konsole
  • Entwickler haben keinen Zugriff auf die Prozessorbox
| SOURCE: Road to VR
| FEATURED IMAGE: Sony