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Playstation VR: Eine Million verkaufte Einheiten laut Analyst nicht genug

von Matthias Bastian27. Februar 2017

Während die Virtual-Reality-Szene die beinahe eine Million verkauften Playstation VRs in rund vier Monaten als positive Nachricht aufnimmt, gibt es in Japan auch kritische Stimmen. Ein Analyst ist nicht davon überzeugt, dass sich die VR-Brille schnell genug verkauft.

Die Sorge des Marktbeobachters: Spieleentwickler könnten aufgrund der eher geringen Installationsbasis nicht dazu motiviert werden, im großen Stil für Playstation VR zu programmieren. Zwischen dem Marktstart im Oktober 2016 und Mitte Februar 2017 konnte Sony 915.000 Einheiten der VR-Brille absetzen bei einem Preis von 400 bis 500 US-Dollar.

“Sony klingt ziemlich zufrieden mit dieser Zahl, ich bin enttäuscht”, sagt der Tokioter Spieleberater Serkan Toto gegenüber dem Wall Street Journal. Eine Million verkaufte Einheiten sei “fast nichts”. Die Aktie von Sony fiel am Montag an der Tokioter Börse leicht, passend zum gesamten Markt.

Was Toto nicht erwähnt: Die Verkaufszahlen von Playstation VR hätten wohl gerade in Japan ein gutes Stück höher ausfallen können, wenn Sony stärker ins Risiko gegangen wäre und mehr Einheiten vorab produziert hätte. Seit dem Marktstart gibt es Lieferschwierigkeiten, die laut Sony-Manager Andrew House erst ab Mitte April behoben sein werden.

915.000 verkaufte VR-Brillen in vier Monaten – ist das viel oder wenig?

Im Interview mit der New York Times gibt House an, dass er mit einer hohen einstelligen Verkaufsquote von Playstation VR im Verhältnis zu den installierten PS4-Konsolen zufrieden sei. Das entspräche derzeit einer Zahl von rund fünf Millionen verkauften Einheiten, ausgehend von einer Installationsbasis von 53 Millionen PS4s.

Für ein teures Zubehör wäre das eine ordentliche Quote. Um jedoch den Spielemarkt zu revolutionieren und große Publisher für die Materie zu begeistern, reicht es nicht. Spielekonsolen wie Nintendos Wii U sind bei höheren Verkaufszahlen gnadenlos am Markt gescheitert.

Zum Vergleich: Microsofts Gaming-Zubehör Kinect wanderte in den ersten 60 Tagen am Markt acht Millionen Mal über die Ladentheke und gilt als das am schnellsten verkaufte Elektrogerät überhaupt.

Insgesamt konnte Microsoft bis 2013 24 Millionen Kinects absetzen. Dennoch gilt das Gerät –  zumindest im Gaming-Bereich – als Flop. Das liegt daran, dass es Spieleentwicklern nicht gelang, sinnvolle Software für die Hardware zu entwickeln.

Der Vergleich hinkt insofern, dass die Tiefenkamera lange Zeit im Paket mit der Xbox zwangsverkauft wurde. Außerdem war das Zubehör mit einem Preis von rund 150 Euro zwar teuer, aber deutlich günstiger als Playstation VR.

Die New York Times bemüht stattdessen die Parallele mit dem ersten Iphone. In den ersten drei Monaten nach dem Marktstart in 2007 konnte Apple rund 1,4 Millionen Einheiten absetzen. 2015 verkaufte Apple in nur drei Tagen 13 Millionen Iphones der sechsten Generation.

Das zeigt: Viel wichtiger als die initialen Verkaufszahlen ist es, dass es Sony gelingt, den Absatz in den kommenden Monaten konstant zu halten. Anschließend können die Verkaufszahlen mit gezielten Preissenkungen und hochwertiger Software kontinuierlich gesteigert werden, bis die VR-Branche auf eigenen Beinen steht.

| Featured Image: Sony | Source: Wall Street Journal / New York Times

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