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Playstation VR erscheint im Oktober und kostet 399 Euro

von Matthias Bastian15. März 2016

Auf der Game Developers Conference in San Francisco gab Sony soeben Preis und Erscheinungsdatum für die hauseigene VR-Brille bekannt. Playstation VR kostet 399 Euro und ist damit die günstigste VR-Brille auf dem Markt. Sie erscheint aber erst im Oktober.

Damit bestätigten sich die kürzlich aufgetauchten Gerüchte, dass Sonys VR-Brille mit Verspätung erscheint. Ursprünglich war Playstation VR für das erste Halbjahr 2016 angekündigt, jetzt dauert es doch bis Oktober. Ein Gamestop-Chef verriet das bereits vor einigen Wochen; damals sprach Sony aber von einem Missverständnis, der Gamestop-Chef habe sich nur versprochen. Offenbar doch nicht. Als kleine Entschädigung für die Verspätung erscheint eine Virtual-Reality-Version von “Star Wars Battlefront” exklusiv für Playstation VR. Details zu diesem Deal sind noch nicht bekannt.

Laut Sony beherrscht Playstation VR, ähnlich wie HTC Vive, 360-Tracking. Der Spieler kann sich also in alle Richtungen drehen, ohne dass die Trackingkamera dabei das Signal verliert. Theoretisch könnten so auch Spiele von HTC Vive relativ einfach portiert werden. An den technischen Spezifikationen hat sich zwischen den letzten Prototypen und der finalen Version nichts mehr verändert. Verbaut ist ein 5,7 Zoll OLED-Display, das mit 1080p auflöst. Unterstützt werden sowohl native 90 Bilder als auch 120 Bilder pro Sekunde mittels Rückprojektion. Das Trackingsystem arbeitet mit in der VR-Brille verbauten Sensoren, Sonys Playstation PS4-Kamera sowie den 3D-Controllern Playstation Move. Auch das normale PS4-Gamepad wird unterstützt. Die Latenz des Gesamtsystems soll stets unter 18ms liegen und läuft daher gefühlt ohne Verzögerungen. Bei der Entwicklung der VR-Brille legte Sony außerdem besonderen Wert auf die Ergonomie. Laut Sonys Ito sind “bezahlbar” und “komfortabel” die beiden wichtigsten Erfolgskriterien für eine Virtual-Reality-Brille.

Der Preis der Sony-Brille fällt gerade im Vergleich zu Mitbewerbern wie Oculus Rift (741 Euro zzgl. Porto) und HTC Vive (960 Euro zzgl. Porto) relativ günstig aus, dafür bietet Sony aber auch vermeintlich nicht ganz die Qualität der großen PC-Vorbilder. Zumindest stellt das Masayasu Ito, Vizepräsident bei Sony Computer Entertainment, in Aussicht. “Wenn man nur die High-End-Qualität betrachtet, dann gebe ich zu, dass Oculus möglicherweise bessere Virtual Reality anbietet”, sagt Ito dem US-Magazin Polygon. “Aber dafür braucht man auch einen sehr teuren und schnellen PC. Der größte Vorteil von Sony ist es, dass unsere VR-Brille mit der PS4 funktioniert. Playstation VR ist dafür gedacht, dass sie täglich genutzt wird, sie muss also einfach im Gebrauch und bezahlbar sein. Sie ist nicht für Besitzer eines High-End-PCs gedacht, sondern für den Massenmarkt.”

Playstation VR: Die günstigste VR-Lösung für Spieler

Laut Sony-Chef Andrew House ist die Veröffentlichung der VR-Brille Ende und Anfang einer Reise: “Es war eine lange Reise für Virtual Reality. Und es war auch eine Reise für Playstation VR”, sagte House bei seiner Präsentation auf der GDC. Schon seit 2010 würden intern Mitarbeiter an der VR-Technologie forschen. Ursprünglich startete das Projekt “Virtual Reality” dabei aus reiner Leidenschaft der Sony-Ingenieure. Als das Produkt zunehmend reifte und Oculus Rift sehr viel Aufmerksamkeit generierte, entschloss man sich, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Damals noch bekannt unter dem Namen “Project Morpheus” und von VR-Fans als vermeintliche Low-End-Lösung belächelt, konnte die VR-Brille im Laufe der letzten Jahre mehr und mehr die Aufmerksamkeit vieler VR-Enthusiasten gewinnen. Mittlerweile gehen viele Fans, Analysten und Händler davon aus, dass Playstation VR von allen VR-Brillen die beste Chance hat, einen größeren Markt zu erreichen. Der Grund dafür sind über 35 Millionen verkaufte Playstation 4 Konsolen weltweit und ein deutlicher Preisvorteil. Während für Playstation VR samt Konsole nur rund 750 Euro fällig werden, müssen PC-Spieler für vergleichbare Erlebnisse mit Oculus Rift oder HTC Vive weit über 1.000 Euro auf den Tisch legen.

Damit ist Sony der dritte Hersteller, der in 2016 eine High-End VR-Brille auf den Markt bringt. Bereits Ende März erscheint Oculus Rift von der Facebook-Tochter Oculus VR. Das Unternehmen rund um den Gründer Palmer Luckey startete in 2012 den neuen VR-Hype, wovon auch Sony maßgeblich profitieren konnte. Oculus Rift kostet 699 Euro und ist bereits bis Sommer ausverkauft. Im April folgt HTC Vive, die VR-Brille von HTC und Valve. Als Alleinstellungsmerkmal und vermeintlich fortschrittlichste VR-Brille ab Launch bietet Vive 3D-Controller, eine an der Vorderseite integrierte Kamera und ein erweitertes Trackingsystem, das VR-Erlebnisse im ganzen Raum ermöglicht. Dafür ist Vive aber auch richtig teuer – VR-Enthusiasten aus Europa müssen fast 1.000 Euro bezahlen, um eine Vive-Brille nach Hause geliefert zu bekommen.

| FEATURED IMAGE: Sony
| SOURCE: Sony