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Playstation VR: God of War light – “Theseus” im Test

von Tomislav Bezmalinovic26. Juli 2017

Heute erscheint das mythische Action-Adventure “Theseus” exklusiv für Sonys VR-Brille. Die filmische Spielerfahrung punktet bei der Atmosphäre, aber fällt beim Spieldesign durch.

Das Spiel greift die Sage des griechischen Helden Theseus auf, der sich nach Kreta begibt, um den Minotauros zu töten: eine Bestie, halb Mensch, halb Tier, die wegen ihrer Blutrünstigkeit in ein Labyrinth gesperrt wurde. Ariadne, die Tochter des kretischen Königs, verliebt sich in den Held und gibt ihm einen Faden auf den Weg, mit dessen Hilfe er nach dem siegreichen Kampf den Weg zurück findet.

Im VR-Spiel startet man nicht in einem Labyrinth, sondern in den Ruinen antiker Kulturstätten. Das Potenzial der Virtual Reality liegt in Theseus weitgehend brach: Wie im älteren Oculus-Rift-Titel “Chronos” ist die Position der Kamera bis auf wenige Ausnahmen fest im Raum platziert. Den griechischen Helden steuert man mit dem Gamepad und folgt ihm mit dem Blick, während er das zerfallene Gemäuer durchstreift.

Frustrierendes Zusammentreffen

Da sich der Held in vielen Szenen weit von der Kamera entfernt, kommt der 3D-Effekt der Virtual Reality nur selten zur Geltung. Zudem vermatscht das Bild wegen der geringen Auflösung von Playstation VR.

Die geisterhafte Stimme und Präsenz der Ariadne führt den Helden durch die lineare Spielewelt. Dabei begegnet man immer wieder dem riesenhaften Minotauros, der grafisch äußerst eindrucksvoll umgesetzt ist.

Weil man den Minotaurus nicht mit herkömmlichen Waffen stellen kann, besteht ein großer Teil des Spiels aus Schleichpassagen. Läuft man dem Ungeheuer über den Weg, weiß man oft nicht, was man tun muss.

So bleibt einem nichts anderes übrig, als verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren und dabei ein ums andere Mal zu sterben. In richtige Kämpfe verwickelt wird man nur selten, wenn sich einem die spinnenartigen Diener des Minotauros in den Weg stellen.

Sagenhaft kurz

Wer Dark Souls mag, wird sich in Theseus zumindest atmosphärisch gut aufgehoben fühlen. Der Titel beschwört eine düstere Welt der Gewalt und Ausweglosigkeit herauf und lässt den Spieler auf Schritt und Tritt die Verwundbarkeit der Spielfigur erleben. Spielerisch kann Theseus dem großen Vorbild allerdings nicht gerecht werden: Die Kämpfe sind taktisch und spielerisch anspruchslos.

Den Entwicklern war zweifellos eher an einer filmischen als an einer spielerischen Erfahrung gelegen. Dank seiner grafischen und klanglichen Aufmachung gelang es Theseus immer wieder, mich in die griechische Sagenwelt hineinzuziehen, während das ungelenke Spieldesign mich ebenso häufig in die Realität zurückholte. Die größte Enttäuschung war jedoch die kurze Spielzeit: Bei mir rollte bereits nach zwei Stunden der Abspann.

Theseus ist ab sofort im Playstation Store erhältlich und kostet 19,99 Euro.

| Featured Image: Forge Reply

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