In Cryteks Robinson: The Journey für Playstation VR kämpft man sich einsam und verlassen durch den Virtual-Reality-Dschungel.
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Playstation VR: Hands-on mit Robinson – gestrandet in der Virtual Reality

von Christian Steiner20. August 2016

Mit Robinson: The Journey legt Crytek den bislang grafisch aufwendigsten Titel für Playstation VR vor. Aber macht der Trip durch den virtuellen Dschungel auch Spaß?

Die Rahmenhandlung von Robinson: The Journey wird dem Spieler in der Gamescom-Demo nicht gänzlich offenbart. Man merkt aber schnell, dass man wohl nicht ganz freiwillig auf dem fremden Planeten gestrandet ist. Indizien sind: Umherliegende Trümmer, ein dichter Dschungel, ein fliegender Sicherheitsroboter, der sich um meine Gesundheit sorgt und in der Ferne kreischen Wesen, die groß, gefährlich und hungrig klingen. Man sollte zusehen, dass man sich aus dem Staub macht.

Der Mix aus futuristischen Elementen und dem tiefen Dschungel packt mich sofort. Als Kind war Jurassic Park neben Terminator 2 (ja, ich habe beide schon als kleiner Knirps gesehen) mein wohl meist nachgespielter Film. Hier treffen sich die beiden Welten.

Fortbewegung mit dem Joystick – dennoch keine Übelkeit

Mit dem PS4-Controller bewege ich mich mittels Joystick durch den Dschungel. Die Drehungen werden als Einzelbilder in 30-Grad-Abschnitten dargestellt. Das ist derzeit der gängige Standard für Gamepad-VR. Bei der kurzen Demo habe ich keine Probleme mit Motion Sickness. Vielleicht habe ich mir doch so etwas wie “VR Legs” antrainiert und mich an die künstliche Fortbewegung gewöhnt? Oder die Entwickler haben die VR-Übelkeit besser im Griff und finden das richtige Bewegungstempo für Virtual Reality mit dem Gamepad.

In jedem Fall macht es Spaß, sich durch den dichten Dschungel zu bewegen und durch das Dickicht zu kriechen. Das gute 3D-Audio mit räumlichem Klang trägt ungemein zur Atmosphäre bei.

Das läuft auf welcher Hardware genau…?

Grafisch hat Crytek ein erstaunliches Ergebnis abgeliefert, wenn man berücksichtigt, dass die PS4 schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Zwar ist das Spiel recht unscharf und läuft mit einer Auflösung unter 1080p (Rendertarget der Gamescom-Demo lag bei x 0,7) – der Gesamteindruck ist deutlich pixeliger als bei Resident Evil 7 – aber in Bewegung wirkt Robinson: The Journey sehr einladend. Das Spiel hält eine stabile Framerate von 60 Bildern pro Sekunde, die mittels Rückprojektion auf 120 FPS gedoppelt werden. Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung, damit man überhaupt Freude am VR-Dschungel haben kann.

Erkunden und erforschen

Der Schwerpunkt im Spielablauf liegt auf der Erkundung der Umgebung. Dafür bekommt man ein Allzweckwerkzeug in die Hand, das ein wenig an die Gravity Gun aus Half Life erinnert. Mit dem Schwerkraftgewehr kann man Objekte aufheben, weglegen oder katapultieren. Das Fadenkreuz steuert man mit Kopfbewegungen.

In der Demo räume ich damit die Wrackteile beiseite und bahne mir so einen Pfad tiefer in den Dschungel hinein. Dort treffe ich auf einen riesigen Dinosaurier (für Geeks: Brachiosaurus), füttere ihn mit einer Riesenfrucht und scanne Objekte in der Umgebung; immer auf der Suche nach einem Ausweg aus der grünen Hölle.

Damit ich mich nicht völlig verloren fühle, begleitet mich ein kleiner, fliegender Roboter. Der hilft mir mit Tipps weiter und warnt mich vor Gefahrensituationen, beispielsweise einem morschen Baum. Ganz so locker drauf wie “Wheatley” aus Portal ist er trotz optisch recht identischem Erscheinungsbild zwar nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Eine gewisse Nähe zu “The Climb” lässt sich ab und an nicht leugnen, denn die Crytek-Entwickler integrierten Kletterpassagen, die auf dem gleichen Steuerungskonzept beruhen. Leider nur mit Gamepad, denn die 3D-Controller Playstation Move werden nicht unterstützt. Wer “The Climb” mit Oculus Touch erlebt hat, empfindet das als Rückschritt.

Zum Ende bietet die 15-minütige Demo noch einen echten Wow-Effekt: Ich schleiche durch das Unterholz und dichtes Gebüsch, das an einer Klippe endet. Von dort habe ich freien Blick auf den weiten Dschungel, der vor mir liegt. Den Atem verschlägt mir die Aussicht auf die riesige, abgestürzte Raumstation, die sich monumental über die gesamte Szenerie verteilt. Mein Robofreund seufzt und sagt: “Da liegt sie, die Elisabeth. Zeit, an die Arbeit zu gehen.”

Robinson: The Journey erscheint 2016 exklusiv für Playstation VR.