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Playstation VR: Hands-on mit VR-Brille, Resident Evil 7 und Arkham VR

von Christian Steiner18. August 2016

Die Gamescom ist in Europa Sonys letzte große Chance, Playstation VR vor dem Launch am 13. Oktober zu pushen. Diese Gelegenheit wollen sich die Japaner nicht entgehen lassen.

Selbst am vermeintlichen Fachbesuchertag bildeten sich bereits lange Schlangen vor den rund 50 Demostationen. Bis zu einer Stunde Wartezeit musste man in Kauf nehmen. Das Interesse an Sonys VR-Brille ist unzweifelhaft vorhanden und groß. Ob es sich unmittelbar in Verkäufe niederschlägt, wird der weltweite Launch am 13. Oktober zeigen. Zumindest der Vorverkauf läuft laut Sony deutlich besser als erwartet.

Auf der Gamescom bringt Sony den Nachweis, dass Playstation VR fit für den Mainstream ist und das Zeug zum Kassenschlager hat. Das liegt zum einen am Spiele-Lineup, das mehr große Namen bietet als der gesamte Wettbewerb zusammen. Zum anderen liegt es an der VR-Brille selbst, die bei relativ niedrigem Preis dennoch eine sehr gute Qualität bietet und den teureren Wettbewerb zum Teil sogar übertrifft.

Die Produktentwickler von Sony haben ihre jahrzehntelange Erfahrung im Hardware-Design eingebracht.

Da wäre zum einen der Tragekomfort. Die Sony-Brille ist enorm bequem und schlägt sogar die schon gut designte Rift-Brille. Man braucht nur eine Hand, um Playstation VR aufzuziehen und zu befestigen. Das Bild ist sofort knackscharf und man hat den “Sweet Spot”, den Punkt der optimalen Schärfe, direkt im Visier. Man merkt, dass die Produktentwickler von Sony ihre jahrzehntelange Erfahrung im Hardware-Design eingebracht haben.

Das gilt auch für das optische System der VR-Brille. Zwar löst das Display von Playstation VR im Vergleich zu Oculus Rift und HTC Vive (beide 2160×1200 Pixel) mit nur 1080p auf. Allerdings wird die geringere Auflösung durch die hochwertige RGB-Matrix aufgefangen. Pro Pixel gibt es drei Sub-Pixel, also das volle RGB-Signal für jeden der 1920 x 1080 Pixel. Der berüchtigte Screen-Door-Effekt ist dadurch etwas weniger wahrnehmbar als bei den Marktbegleitern. Texte sind trotz des niedrig aufgelösten Displays sehr gut lesbar.

Letzte Aktualisierung am 8.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Resident Evil VII ausprobiert – keine Probleme mit Motion Sickness

Einer der großen Namen im Sony-Lineup ist Resident Evil VII. Zwar wird das Spiel für den herkömmlichen Monitor konzipiert, ist aber trotzdem vollständig in der Virtual Reality erlebbar.
Inhaltlich bietet die Gamescom-Fassung keine Neuerungen gegenüber der E3-Demo. Man läuft in der Ego-Perspektive durch eine verlassene, düstere Villa und lässt sich ein paar Mal kräftig erschrecken. “The Beginning Hour” – so der Name der Demo – wird nicht Bestandteil des finalen Spiels sein, das im Januar 2017 auf den Markt kommt.

Resident Evil VII: Die Steuerung für VR wurde verbessert

Auf der E3 2016 gab es viel Kritik für das Bewegungskonzept, das nicht für die VR-Brille angepasst wurde und bei Testern reihenweise Übelkeit auslöste. Capcom reagierte auf die Kritik und optimierte die Steuerung in den vergangenen Wochen – mit Erfolg.

Der Spieler bewegt sich nun stets in die Blickrichtung. Rotierende Bewegungen mit dem rechten Joystick sind nicht mehr flüssig animiert, sondern werden in Einzelbildern mit circa 30-Grad-Sprüngen dargestellt. Das schont den Magen. In Kombination mit dem gemächlichen Spieltempo ist die VR-Erfahrung recht komfortabel und löste bei mir – obwohl ich sehr empfindlich reagiere – keine VR-Übelkeit aus. Einzig das Treppensteigen machte mir noch zu schaffen. Resident Evil 7 wird ausschließlich mit dem Gamepad gesteuert, die 3D-Contoller Playstation Move werden nicht benötigt.

Batman: Arkham VR – Ich war der Batman

Sei immer du selbst – es sei denn, du kannst der Batman sein. Als bekennender Batman-Fan setzte ich mir Sonys VR-Brille auf, um für ein paar Minuten in die Rolle der menschlichen Fledermaus zu schlüpfen.

In Person von Bruce Wayne startet man die VR-Erfahrung. Begrüßt wird man stilecht vom Butler Alfred. Anschließend geht es hinab in die Batcave. Dort angekommen legt man mit Sonys Handcontrollern Playstation Move Stück für Stück Batmans Ausrüstung an. Ganz recht, Rocksteady hat eine Art Modesimulation für Männer entwickelt.

Gute Grafik: Konsolenentwickler wissen, wie sie das Maximum aus der betagten Hardware herausholen

Hat man diese anspruchsvolle Aufgabe erledigt, kann man sein prachtvolles Werk – also sich selbst in der Rolle des Batmans – im Spiegel betrachten. Ein erster Aha-Moment mit starker Immersion. Die Demo endete nach wenigen Minuten, in denen ich mich gut unterhalten fühlte. Ob die finale Fassung dann wirklich genug Gegenwert für den kolportierten Preis von 20 Euro bieten wird, bleibt abzuwarten.

Grafisch ist das Spiel trotz der alternden PS4-Hardware sehr gut. Die Konsolenentwickler wissen, wie sie das Maximum aus der betagten Technologie herausholen können und bauen mit Leichtigkeit und in Windeseile Demos, die Indie-Entwickler auf dem PC zumindest technisch alt aussehen lassen. Sollte die PS4-Neo die Grafik deutlich aufwerten, dann kann die Sony-Brille die PC-Konkurrenz grafisch zumindest kurz- bis mittelfristig ausstechen.

Auffällig war bei meiner Demo-Session, dass das Tracking mit Playstation Move nicht so präzise funktionierte, wie ich es von den Vive-Controllern und Oculus Touch gewohnt bin. Das mag allerdings am Setup vor Ort gelegen haben.

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