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Playstation VR ist laut EA ein “großer Schritt für die Industrie”

von Matthias Bastian7. August 2016

Der Virtual-Reality-Markt für Spiele hofft auf Playstation VR. Realistisch betrachtet ist die Sony-Brille kurz- bis mittelfristig die einzige Chance, wenigstens im Ansatz einen größeren Markt zu erschließen. So sieht das auch Andrew Wilson, Geschäftsführer des Spielegiganten Electronic Arts.

Man kann nicht sagen, dass Oculus Rift oder HTC Vive hinter den Verkaufserwartungen zurückliegen. Dafür wurden diese nicht ausreichend konkret vorgegeben. Aber der Marktstart scheint eher verhalten abzulaufen und der Hype im Vorfeld schlägt definitiv die nackten Zahlen.

Geht man nach ersten, sehr groben Schätzungen, dann könnten circa 250.000 PC-Brillen im Umlauf sein. Angeblich möchte Facebook noch in 2016 insgesamt 400.000 Einheiten der Rift-Brille ausliefern. HTC Vive verkaufte sich seit dem Launch im April rund 100.000 Mal. Bei diesem Tempo wird in diesem Jahr wohl nicht einmal die Marke von einer Million verkaufter PC-Brillen geknackt. Neue Spielekonsolen setzen in einem vergleichbaren Zeitraum mehrere Millionen Einheiten ab.

Die Industrie hofft auf Playstation VR

Aber es gibt ja noch Playstation VR. Die Sony-Brille erscheint weltweit am 13. Oktober und kostet – je nach Ausstattung – nur rund 400 bis 500 Euro. Das ist deutlich günstiger als die PC-Konkurrenz. Außerdem warten potenziell über 40 Millionen PS4-Besitzer auf die VR-Brille. Kommt die Hardware gut bei den Kunden an, könnte das der kompletten Industrie auf die Beine helfen. Floppt die VR-Brille, müsste sich der Markt für VR-Spiele sicherlich neu sortieren und die Strategie überdenken.

Aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises und des direkten Vertriebswegs sieht auch Andrew Wilson, Geschäftsführer bei Electronic Arts, besonderes Potenzial in Sonys VR-Brille. Er äußert sich auf einer quartalsmäßigen Telefonkonferenz zu Playstation VR: “Umso mehr Menschen wir einen einfachen Einstieg in Virtual Reality ermöglichen, desto schneller wird die Industrie erfolgreich sein. Wir wollen in alle Bereiche des neuen Marktes investieren, von einfachen mobilen Lösungen bis zu Highend-VR. Playstation VR ist ein wichtiger Schritt für die Evolution der Industrie und dafür, wie wir Spiele spielen. Wir werden weiter investieren.”

Für das Gamedesign sei es eine besondere Chance, glaubt Wilson, dass die räumliche Trennung zwischen Spieler und Spielewelt entfalle. Mit VR-Brille auf dem Kopf blickt man gefühlt nicht mehr auf eine Mattscheibe, sondern steht direkt in der 3D-Umgebung.

EA bringt zum Jahresende eine exklusive X-Wing-Mission für Playstation VR, die mit dem beliebten Online-Spiel Star Wars: Battlefront kompatibel ist. Besitzer des Spiels und der VR-Brille bekommen die Erweiterung ab dem 13. Oktober als kostenlosen Download angeboten.

Für die Darstellung möglichst realistischer Avatare gründete EA zum Jahresanfang eigens eine Abteilung. Dreißig bis vierzig Mitarbeiter, die “besonders spezialisiert und talentiert sind”, sollen zukünftig in den Frostbite Labs daran forschen, das Uncanny Valley so gut wie möglich zu umgehen. Der Fokus liegt auf langfristigen Lösungen für grundlegende Fragestellungen und Probleme, die für die Spieleindustrie und EA richtungsweisenden Charakter haben könnten.

| Source: EA | Featured Image: Sony