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Playstation VR: Pornhub-CEO bemängelt Unterstützung von VR-Videos

von Tomislav Bezmalinovic20. Oktober 2016

Corey Price, der CEO von Pornhub, ist verärgert. Der Grund: Der Media-Player der Playstation 4 würde derzeit nur wenige VR-Videoformate unterstützen. Zudem sei es derzeit noch nicht möglich, über den PS4-Browser auf VR-Videos im Netz zuzugreifen.

Pünktlich zum Start von Playstation VR erschien ein Update für den Media-Player der Playstation 4. Dank diesem kann man Filme und Bilder in 360-Grad mit Sonys VR-Brille ansehen. Laut Corey Price, der mit Pornhub die meistbesuchte Pornoseite im Netz verwaltet, sei die Unterstützung von VR-Videoformaten allerdings mangelhaft – besonders wenn man sie mit der Konkurrenz aus dem Hause Oculus VR und HTC vergleiche.

Derzeit könne man sich auf diesen Systemen zahlreiche Inhalte in stereoskopischem 3D, in 360-Grad und in 180-Grad und in unterschiedlichen Videokonfigurationen ansehen, so Price. Playstation VR würde die meisten dieser Formate nicht unterstützen, sodass man zurzeit lediglich monoskopische 360-Grad-Videos in den Media-Player laden könne. Was Price nicht erwähnt: Um 360-Grad-Videos aus dem Internet mit Playstation VR anzusehen, müssen diese zuerst auf einem PC heruntergeladen und per USB-Stick auf die Playstation 4 übertragen werden. Das macht den Zugriff auf solche Inhalte noch umständlicher.

WebVR als Lösung

Lobende Worte findet Price für die mobilen Endgeräte. “Samsung Gear VR und Google Cardboard sind derzeit führend, was Anwenderfreundlichkeit und Funktionalität betrifft. Hier können alle Inhalte direkt im Webbrowser gestreamt werden,” sagte Price gegenüber Venture Beat. Damit so etwas auf Playstation VR möglich wird, müsse der PS4-Browser den WebVR-Standard unterstützen. “Wir haben Sony ermutigt, den WebVR-Standard in ihren Browser zu integrieren, um das Streaming in VR so nahtlos wie möglich zu machen,” so Price.

Er könne sich vorstellen, das Pornhub durch Playstation VR in Zukunft mehr Besucher bekomme. “Aber solange Sony die gängigen VR-Videoformate in ihrem Media-Player oder das Abspielen von VR-Inhalten im Browser nicht unterstützt, dürfte der Nutzen begrenzt sein”, so Price.

Ist die Kritik angebracht?

Womöglich geht Price mit Sony etwas zu hart ins Gericht. Er hat zwar Recht, was Samsung Gear VR und Google Cardboard betrifft, aber weder Oculus Rift noch HTC Vive bieten von Haus aus einen Media-Player, der alle gängigen VR-Videoformate unterstützt. Wer VR-Videos aller Art aus dem Internet herunterlädt, um sie mit Oculus Rift oder HTC Vive anzuschauen, kommt derzeit an der Anschaffung einer zusätzlichen, kostenpflichtigen Software wie Virtual Desktop nicht vorbei.

Die Kritik des Pornhub-CEOs trifft im Grunde alle Anbieter. Es wird noch einige Zeit dauern, bis das mühelose Abspielen oder Streamen von VR-Videos aus dem Internet zur Selbstverständlichkeit für Besitzer von Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR wird.

Aktuell ist es nur sehr eingeschränkt möglich, mit den neuen VR-Brillen 360-Videos direkt im Internet anzuschauen. Hierfür muss der WebVR-Standard, der bis jetzt nur mit experimentellen Browsern wie Chromium und Firefox Nightly funktioniert, erst noch weiterentwickelt werden. Nicht von ungefähr arbeitet Oculus mit “Carmel” derzeit an einem VR-fähigen Internetbrowser für die eigenen Endgeräte. Auch Google möchte noch in diesem Jahr eine VR-kompatible Version von Chrome veröffentlichen.

Letzte Aktualisierung am 8.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

| Featured Image: Sony