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Playstation VR: Renommierter Entwickler vermisst hochwertige Spiele

von Matthias Bastian16. März 2017

Der bekannte Spieleentwickler Cliff Bleszinski ist Sonys Playstation VR nicht abgeneigt, sieht die Verkaufszahlen der VR-Brille und die verfügbare Software jedoch eher kritisch.

Bleszinski ist so etwas wie ein Rockstar der Spielebranche. Bekannt wurde er durch extrovertierte Auftritte in der Öffentlichkeit und die Ballerspiele der “Gears of War”-Reihe, die sich für PC und Microsofts Xbox millionenfach verkauften. Nach seiner Zeit bei Epic Games gründete Bleszinski das Indie-Studio “Boss Key”.

An einem VR-Spiel arbeitet Bleszinski nicht, obwohl er sich für Virtual Reality begeistere. Der Grund: Die schwachen Verkaufszahlen. “Sony hat eine tolle VR-Brille, aber sie ist noch immer klobig, zu teuer und es gibt viel Durchschnittsware”, sagt Bleszinski gegenüber der US-Webseite Gamespot. Aufgrund der geringen Installationsbasis könnten Entwickler keine teuren Spiele für Millionen US-Dollar entwickeln. “Irgendwer muss dafür bezahlen.”

Ubisoft rührte Bleszinski zu Tränen

Obwohl Bleszinskis Urteil aus Entwicklersicht noch drastisch ausfällt, als Konsument von VR-Inhalten scheint er Gefallen zu finden am neuen Format. Er erzählt eine Anekdote über Ubisofts Eagle Flight, das ihn zu Tränen gerührt habe. In der VR-Erfahrung schlüpft man in das Federgewand eines Adlers und schwebt über den Dächern von Paris.

“Ich gab meiner Frau die VR-Brille und sie fragte mich, warum sie so feucht ist. Ich antwortete, weil es mich zu Tränen gerührt hat. Seit ich sechs Jahre alt bin, hatte ich diesen Traum, einmal wie ein Adler zu fliegen”, sagt Bleszinski.

Lob hat er für die ehemaligen Kollegen von Epic Games über, die gemeinsam mit Oculus VR den Robo-Shooter “Robo Recall” veröffentlichten. Der Titel kostete rund zehn Millionen US-Dollar in der Entwicklung. “Es sieht verdammt gut aus und die Steuerung ist perfekt. Das ist genau das, was wir brauchen anstatt noch mehr Achterbahnfahrten und ähnlichen Dinge. […] Dennoch gibt es ungefähr sechs Sachen, die den VR-Markt davon abhalten, im positiven Sinne zu explodieren.”

Trotz dieser Hindernisse glaubt Bleszinski, dass das neue Format langfristig im Mainstream ankommen wird. Im Silicon Valley gebe es genug Investoren mit tiefen Taschen, die die Technologie langfristig vorantreiben würden.

Er vermutet, dass Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei seinen ersten Tests insbesondere die Telepräsenz überzeugt hat und die Möglichkeit, anderen Menschen virtuell begegnen zu können. “Das ist der Punkt, an dem die Magie beginnt. Wenn ich mit meiner Nichte in Kalifornien virtuell fangen spielen könnte, das wäre magisch…aber das wird ein langer Weg.”

| Featured Image: Major Nelson bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0.

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