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Playstation VR: Sony bleibt sitzen

von Matthias Bastian11. April 2016

Sonys Playstation VR ist so etwas wie der Low-Budget-Einstieg in den Markt der High-End VR-Brillen. Die Sony-Brille bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine große Auswahl an Spielen.

Die Nachteile haben in erster Linie weniger mit der VR-Brille direkt zu tun, die zwar eine etwas geringere Auflösung, aber dafür auch eine bessere Displaytechnologie (RGB) verwendet, sondern eher mit der zusätzlichen Hardware. Sonys 3D-Controller “Playstation Move” und das damit verbundene Trackingsystem sind ebenso wie die PS4-Konsole etwas in die Jahre gekommen. Gerüchteweise arbeitet Sony an einer “PS 4.5”; die erneuerte Hardware könnte auch mehr Leistung für VR-Anwendungen (höhere Framerates) liefern. Ein neues Interface ist derzeit aber nicht in Aussicht und das ist eine wesentliche Einschränkung.

Zwar gibt es auch für PSVR einige Techdemos, die der VR-Brillenträger im Stehen nutzt (bspw. “Headmaster”), aber damit soll nach dem Launch im Herbst offenbar Schluss sein. Gegenüber dem Online-Magazin Popular Science gibt Sony an: “Wir bieten einige Techdemos an, die stehend gespielt werden, bei allen zukünftigen Playstation-VR-Spielen werden wir dem Spieler aber empfehlen, sitzenzubleiben. Weitere Details zu dieser Regelung geben wir noch bekannt.”

Offenbar hat Sony zum Thema “Room-Scale-VR” die Meinung geändert, denn auf der Game Developers Conference Mitte März erzählte Sony-Ingenieur Chris Norden bei seinem Vortrag: “Entwickler können bei uns komplett frei wählen, wie groß der Trackingbereich sein soll. Man kann ein kleines Areal wählen, man kann sitzend oder stehend spielen und wenn die Leute herumlaufen sollen, dann ist das auch toll.” Es könnte sein, dass die angekündigte Regelung nur für Sonys eigene Spiele gilt und es Third-Party-Entwicklern freigestellt ist, welche Art VR-Erfahrung sie anbieten wollen. Der maximale Trackingbereich von Playstation VR liegt bei etwa 2 x 2 Meter.

Der Grund für die neue Restriktion dürften Sicherheitsbedenken und die limitierte Trackingfähigkeit der Move-Controller sein, die der Spieler bei ausufernden Bewegungen und Drehungen schnell verdeckt. Eine einzelne Kamera an der Vorderseite des Trackingfelds ist zu wenig, um das zu verhindern. Nur im Sitzen ist einigermaßen sichergestellt, dass weder VR-Brille noch Controller das Sichtfeld der Kamera verlassen. Der Aktionsradius dürfte sich daher in den meisten PSVR-Spielen auf circa 180 Grad beschränken. Echtes “Room-Scale-VR” wie mit HTC Vive setzt stabiles Tracking in 360-Grad voraus.

Playstation VR erscheint im Herbst und kostet 399 Euro. Das sind aber nur die Einstiegskosten, zusätzlich müssen Spieler circa 120 Euro für die Trackingkamera und bis zu zwei 3D-Controller einrechnen. Vorbestellungen für die VR-Brille werden sowohl von Amazon als auch im Einzelhandel angenommen. In den USA bietet Sony bereits ein Bundle für 499 US-Dollar an, das es ab Sommer auch nach Europa schaffen könnte. Außerdem denken die Japaner laut darüber nach, die VR-Brille mit dem PC kompatibel zu machen. Konkret sind diese Pläne aber noch nicht.

Letzte Aktualisierung am 6.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

| Source: Popular Science | Featured Image: Sony (Sreenshot bei YouTube)