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Playstation VR: Sony-Forscher spricht über die Zukunft der VR-Brille

von Matthias Bastian13. Juni 2017

Multifokus-Displays und Eye-Tracking könnten die beiden nächsten großen Innovationen werden, die Erlebnisse in der Virtual Reality deutlich verbessern und glaubhafter machen. Das gilt auch für Sonys Playstation VR.

“Innovation ist ein großes Durcheinander. Aber sie macht sehr zufrieden”, sagt Dominic Mallinson, Forscher bei Sony Interactive Entertainment. Mallinson arbeitet seit Ende der 90er-Jahre in Sonys Playstation-Team für Forschung und Entwicklung. Zuletzt arbeitete er an der Playstation 4 und an Playstation VR.

In einem Videointerview gibt er einen Hinweis darauf, welche neuen Kerntechnologien die nächste Generation der Sony-Brille besser machen könnten.

Die größte Baustelle sind die Displays. Derzeit verwendet PSVR zwei OLED-Screens – einen für jedes Auge. Das Doppeldisplay ermöglicht den räumlichen Bildeindruck, hat aber einen gravierenden Nachteil: Der Blick ruht immer auf dem Display nah vor dem Auge, auch wenn man in der Virtual Reality in die Ferne blickt.

Das unterbindet den natürlichen Fokusreflex des Auges und irritiert unsere Wahrnehmung. Die Folgen können Zuckungen am Lid, Übelkeit oder Kopfschmerzen sein.

“In der Zukunft wollen wir ein Display entwickeln, das beides bietet: Einen räumlichen Bildeindruck und den natürlichen Fokus”, sagt Mallinson. “Das wird die ultimative visuelle Erfahrung.” Wann es soweit sein könnte, deutet Mallinson nicht an.

Zuletzt beschrieben Oculus-Wissenschaftler eine komplexe Konstruktion, mit der sich so ein Multifokus-Display bauen ließe. Allerdings sind die technischen Einschränkungen noch groß und das Verfahren weit von der Marktreife entfernt.

Blickkontakt mit virtuellen Menschen

Mallinson beschreibt die Blickerfassung als zweiten wichtigen Durchbruch für VR-Brillen, insbesondere um mit anderen Avataren oder computergesteuerten Charakteren Blickkontakt aufnehmen zu können.

Im Gegensatz zum Multifokus-Display sind die dafür benötigten Eye-Tracking-Technologien marktreif und dürften standardmäßig in der nächsten Generation Virtual-Reality-Brille integriert sein. HTC kündigte kürzlich ein Bastel-Upgrade für HTC Vive an, mit dem sich die Vive-Brille nachträglich mit Blickerfassungskameras aufrüsten lässt.

Die Technologie ist neues Interface und Performance-Boost zugleich. Wenn Entwickler wissen, welche Stelle der VR-Brillenträger ansieht, können sie die Rechenleistung auf diesen einen Punkt umleiten. Unnötige Berechnungen in der Peripherie, die der Nutzer ohnehin kaum wahrnimmt, können im Gegenzug reduziert werden.

Zum Abschluss wagt Mallinson einen Blick in die weite Zukunft: Ein Gehirnwellen-Interface soll es Menschen ermöglichen, mittels Gedankenkraft mit der realen Umgebung oder mit digitalen Inhalten zu interagieren. “Man misst die Gehirnwellen und bekommt so einen einfachen Eindruck davon, was Menschen denken”, erklärt Mallinson.

Dass sich für die nächste Generation Playstation VR viel tun muss, bestätigte kürzlich Playstation-Boss Andrew House in einem Interview. Die Technologie sei in einer “sehr, sehr frühen Phase” und wachse langsam und organisch über die Zeit. House bezeichnet die aktuelle Bauform als “VR 1.0” und kündigt an: “Es wird ein langer Weg.”

| Featured Image: Sony

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