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Playstation VR: Spieler entscheiden sich für VR-spezifische Spielkonzepte

von Matthias Bastian14. November 2016

Wenn Spieler mit der Geldbörse abstimmen, hören Entwickler ganz genau hin. Zu den beliebtesten Spielen für Playstation VR gehören jene, die auf die Ego-Perspektive und Playstation Move setzen. Das könnte ein erstes Indiz dafür sein, in welche Richtung VR-Spiele in Zukunft gehen könnten.

Es gibt noch kein Patentrezept, wie man ein erfolgreiches Spiel für die VR-Brille entwickelt. Studios wählen zwischen zwei Ansätzen: Entweder sie versuchen, ein bestehendes und bewährtes Spielkonzept so anzupassen, dass es mit der VR-Brille komfortabel spielbar ist. Oder sie entwerfen von Grund auf neu für die VR-Brille.

Geht man nach der ersten US-Beststellerliste für Playstation VR, dann ist der letztgenannte Ansatz erfolgversprechender. Auf den ersten beiden Plätzen der meistverkauften VR-Spiele finden sich mit Job Simulator und Arkham VR gleich zwei Titel, die von Grund auf für die Virtual Reality konzipiert wurden. Beide setzen auf “Near VR”.

Damit ist ein Designprinzip gemeint, bei dem Spieler mit Hilfe von 3D-Controllern mit ihrer unmittelbaren Umgebung interagieren. Die Spiele nutzen die Ego-Perspektive und verzichten so gut es geht auf Elemente, die die Immersion beeinträchtigen könnten – etwa die künstliche Fortbewegung per Analogstick, da man in der Realität nur steht oder sitzt. Auf diese Weise wird den Spielern auch nicht schlecht.

Meist sind diese VR-Erfahrungen auf eher kurze, dafür intensive Spielerfahrungen ausgelegt. Job Simulator setzt außerdem den Besitz zweier Move-Controller voraus, sonst startet der Titel erst gar nicht.

Sonys Shawn Layden, Präsident von Sony Interactive Entertainment und Vorsitzender der weltweiten Studios, sieht in diesem Designkonzept die Zukunft des VR-Gaming. “Ich denke, dass die VR-Erfahrung in einem Zeitrahmen von 15 bis 30 Minuten am besten funktioniert – ähnlich dem Arcade-Gaming. […] VR funktioniert am besten in sehr engen, sehr intensiven Spielumgebungen”, sagt Layden.

Wird “Near VR” ein erfolgreiches VR-Genre?

Besonders geprägt wurde das “Near VR”-Designkonzept von Owlchemy Labs, dem Studio hinter Job Simulator. Der Titel belegt Platz 1 auf der US-Bestsellerliste für Playstation VR und lag HTC Vive während der Launchphase kostenlos bei. Es verzeichnet derzeit rund 100.000 Installationen bei Steam. Demnächst wird es auch für Oculus Rift erscheinen und die Touch-Controller unterstützen. Der Mut des Studios, VR-Spiele von Grund auf neu zu denken, wurde belohnt.

Auffällig ist, dass in den Top 10 der PSVR-Hitliste traditionelle Gamepad-Spiele derzeit das Nachsehen haben. Mit “Here They Lie” hat es nur ein einziger eher klassischer Genrevertreter in die Top 10 geschafft. Von den restlichen Spielen setzen die meisten auf eher ungewöhnliche Konzepte und machen von den Move-Controllern Gebrauch.

Vielleicht überdenkt Sony mittelfristig die eigene Strategie, das Gamepad – entwickelt für 2D-Games auf dem flachen Bildschirm – zum Standardeingabegerät für Virtual-Reality-Spiele zu machen.

Auch Oculus stolperte bereits über diesen Ansatz. Die fehlenden Bewegungscontroller waren seit dem Launch im März 2016 ein gängiger Kritikpunkt an Oculus Rift im Vergleich zum Mitbewerber HTC Vive. Die Facebook-Tochter wird das Versäumnis Anfang Dezember nachholen, geht aber nicht davon aus, dass das herkömmliche Gamepad durch den Marktstart von Oculus Touch überflüssig wird.

Playstation VR US-Bestsellerliste Oktober 2016 bis November 2016:

  1. Job Simulator
  2. Batman: Arkham VR
  3. Until Dawn: Rush of Blood
  4. PlayStation VR Worlds
  5. Here They Lie
  6. Keep Talking and Nobody Explodes
  7. EVE: Valkyrie
  8. Gunjack
  9. Harmonix Music VR
  10. Sports Bar VR
| Featured Image: Sony Playstation (Screenshot bei Youtube) | Via: Venturebeat