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Playstation VR: Technikchef glaubt nicht an die Killer-App

von Tomislav Bezmalinovic21. Februar 2017

Richard Marks war mitverantwortlich für die Entwicklung von Playstation VR und leitet das Playstation Magic Lab, das mit neusten Technologien experimentiert, um neuartige Spielerlebnisse zu schaffen. In einem Interview mit dem US-Blog Road to VR erklärt Marks, warum er nicht an die Killer-App glaubt.

“Ich glaube, es wird keine einzelne Killer-App für Virtual Reality geben. Es ist ein zu breit gefächertes Medium, um von einer einzelnen Anwendung definiert zu werden”, sagt Marks gegenüber Road to VR. “Wenn du Science-Fiction magst, dann wirst du an Science-Fiction in Virtual Reality Gefallen finden. Wenn du Geschichte magst, wirst du an Geschichte in Virtual Reality gefallen finden. Virtual Reality ist ein neues Medium und die Idee, dass es eine einzelne Killer-App geben könnte, missachtet dessen enorme Tragweite.”

Genau derselben Meinung ist auch Valves VR-Guru Chet Faliszek. Er glaubt, dass es falsch sei, nach einer Killer-App zu fragen, weil Virtual Reality – als ein gänzlich neues Medium – selbst die Killer-App ist. Als solche kann sie nicht auf einen bestimmten Teilbereich reduziert werden. Ganz im Gegenteil, erschließt sie diese erst.

Das zeigt sich auch an den unterschiedlichen Reaktionen, die VR-Anwendungen bei Menschen hervorrufen: “Wenn man einer Gruppe von Leuten zehn verschiedene Demos vorführt, dann sagt mit Sicherheit jemand ‘Weshalb gehört diese Demo dazu?’, während die nächste Person meint ‘Dies ist das Beste, was ich je gesehen habe’”, meint Faliszek.

Hero-Apps statt Killer-Apps

Anstatt von Killer-Apps möchte Marks lieber von “Hero-Apps” sprechen. Damit meint er Anwendungen, die Menschen zum Kauf einer VR-Brille anregen. Hero-Apps zeichnen sich dadurch aus, dass sie die einzigartigen Möglichkeiten der Virtual Reality in einem massentauglichen Bereich ausschöpfen. Mit “einzigartigen Möglichkeiten” meint Markus einerseits Präsenz als die Möglichkeit, an einem anderen Ort zu sein, andererseits Kopräsenz als die Möglichkeit, diesen Ort mit anderen Menschen zu teilen.

Marks glaubt, dass Virtual Reality in ihrer Anfangsphase vor allem vom Unterhaltungssektor und hier insbesondere von der Spieleindustrie getragen wird. Er begründet dies damit, dass Virtual Reality bestehende Angebote erweitert. Außerdem seien Spielentwickler darin geübt, interessante virtuelle Welten zu schaffen. “Ich habe viele Game Designer sagen hören, dass Virtual Reality das Medium ist, das ihnen endlich ermöglicht, ihre Vision zu verwirklichen”, sagt Marks.

Marks zufolge beobachten wir derzeit das Erscheinen der ersten Hero-Apps und nennt Resident Evil 7 als Beispiel. Für Marks ist Horror als Genre besonders dazu geeignet, den Eindruck von Präsenz zu vermitteln. Aber auch was Kopräsenz betrifft, sieht er Spiele derzeit vorne. Laut Marks wird es aller Wahrscheinlichkeit nach ein Spiel sein, dass zur Popularisierung von Social-VR führen wird. Er glaubt, dass die erste solche Hero-App noch dieses Jahr erscheint und Kopräsenz auf eine neue Stufe der Interaktion hieven wird, die wir vom Gaming noch nicht kennen.

| Featured Image: Youtube (Screenshot) | Source: Road to VR