Heute erscheint die Tetris-Neuauflage von Tetsuya Mizuguchi, dem Entwickler von Rez Infinite und Lumines. Was der Titel alles bietet und was Virtual Reality dem Spiel hinzufügt, erfahrt ihr in meinem Test.

Tetris Effect bietet zwei Spielmodi: Im Kampagnen-Modus reist der Spieler durch eine Galaxie und absolviert auf einem von drei Schwierigkeitsgraden mehr als 30 individuell gestaltete Tetris-Level. Ein Level schließt man ab, indem man 36 Reihen auflöst. Danach wird das nächste Level freigeschaltet.

Jeweils drei oder vier Level bilden eine Einheit. Absolviert man ein Level, wird man automatisch ins nächste versetzt, wobei die Tetromino-Altlast in die neue Umgebung übertragen wird. Wer alle Level einer Einheit in Reihe absolviert, bekommt eine Highscore-Wertung. Scheitert man, kann man das gleiche Level beliebig oft wiederholen.

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Im Reise-Modus entdeckt man die zahlreichen Tetris-Umgebungen. BILD: Sony

Ein Tetris, das lebt und pulsiert

Jedes Level hat eine eigene Thematik, Grafik und Musik. Die Vielfalt ist groß: Tetris Effect nimmt den Spieler an sehr unterschiedliche Orte mit und sorgt mit seiner Mannigfaltigkeit an grafischen Stilen, Stimmungen und Musikgenres für viel audiovisuelle Abwechslung (siehe Trailer unten).

Mal besucht man real anmutende Orte, wie zum Beispiel eine Wüste, einen Strand oder einen Wald, mal ist die Landschaft abstrakt und besteht ausschließlich aus pulsierenden Farben und Formen.

Sehr schön umgesetzt ist, wie die Musik auf Eingaben reagiert: Rotiert man Steine oder lässt sie fallen, hört man einen Ton, der sich harmonisch in den Klangteppich einfügt. Besonders gut gefallen hat mir ein Jazz-Level. Hier hört man ein Jazz-Stück und improvisiert dazu beim Spielen eigene Pianotöne – sehr cool.

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Manche Level sind abstrakt, andere enthalten Elemente aus der realen Welt. BILD: Sony

Reichlich Variation

Neben der Kampagne gibt es den Effekt-Modus, der das Herzstück von Tetris Effect bildet und die Spielmechanik auf zahlreiche Arten variiert. Der Effekt-Modus bietet 15 Spielszenarien, für die eigene Spielregeln gelten.

Die Spielszenarien sind in vier Kategorien unterteilt: Klassik, Erholung, Fokus und Abenteuer. In klassischen Spielszenarien muss man zum Beispiel binnen drei Minuten möglichst viele Punkte holen oder möglichst schnell 40 Reihen auflösen.

Wer es ruhig angehen möchte, findet in der Kategorie Erholung entspannende Spielszenarien: Man kann zum Beispiel sein Lieblingslevel starten und Tetris ohne Game-Over-Gefahr so lange spielen wie man möchte oder vier Level mit Meeresthematik inklusive passender Ambient-Musik absolvieren.

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Diese Wale fliegen im VR-Modus um einen herum. BILD: Sony

Neue Spielmechaniken

In Tetris Effect passt sich die Musik dem Spiel an. Das gilt auch umgekehrt: Nimmt ein Musikstück plötzlich an Fahrt auf, kann sich die Fallgeschwindigkeit der Tetrominos in einer Sekunde von 1 auf 10 erhöhen. Das sorgt für spontane Aufregung und verhindert, dass man sich beim Spielen allzu sehr zurücklehnt.

Die Spielmechanik wurde gegenüber dem Ur-Tetris auch sonst leicht erweitert, so kann bei Bedarf ein unpassender Stein in eine Warteschlange geschoben werden.

Ebenfalls neu ist der sogenannte “Zonen-Modus”. Löst man Reihen auf, füllt sich der Zonenmeter auf. Ist er voll, kann man per Knopfdruck in den Zonenmodus wechseln. Dann fallen die Steine nicht mehr und man kriegt Bonuspunkte für komplettierte Reihen. Der Zonenmodus ist eine sinnvolle Erweiterung der Spielmechanik, die Spielern in kniffligen Situationen aus der Patsche helfen kann.

Vorbildlich: In den Menüs können Spielablauf und Grafik an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

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Die Pixel-Reiter drehen sich im Kreis und kommen dem Spieler dabei sehr nah. BILD: Sony

Fazit: Das prachtvollste Tetris aller Zeiten

Tetris Effect kann man zwar auf einem Monitor oder Fernseher spielen (mit PS4 Pro in 4K-Auflösung und 60 Bilder pro Sekunde), aber erst mit Playstation VR taucht man vollkommen in die lebendige Bild- und Klangwelt ein. In der Virtual Reality sieht man das Effektfeuerwerk nicht nur, man ist von ihm umgeben, sodass zum Beispiel blaue Pixelwolkenwale um einen herumfliegen. Das verstärkt den meditativen Charakter des Spiels, selbst wenn man nicht die Muße hat, die ganze Umgebung in Augenschein zu nehmen.

Leider ist das Spiel unter der VR-Brille längst nicht so scharf wie auf einem Monitor (siehe Launch Trailer unten). Die virtuellen Umgebungen und insbesondere das Spielfeld sind recht grob aufgelöst, sodass man an Kanten unschöne Treppcheneffekte erkennt. Ich habe das Spiel mit einer Standard-PS4 getestet.

Das Spielprinzip entfaltet Tetris-typisch sofort Suchtpotenzial und die 15 Effekt-Modi bringen reichlich Variation in den Spielablauf. Ob man den für ein Tetris-Spiel doch recht hohen Preis zahlen will, hängt davon ab, wie viel Freude man an dem Spielprinzip hat.

Tetris-Fans erfüllt die Neuauflage wohl fast jeden Wunsch. Allein wegen des VR-Effekts würde ich das Spiel allerdings nicht kaufen: Tetris Effect dürfte das prachtvollste Tetris aller Zeiten sein, aber es ist und bleibt ein Tetris-Spiel – und das muss man mögen.

Tetris Effect ist ab sofort für 39,99 Euro im Playstation Store erhältlich.

Hinweis I: Letzte Woche erschien bei VRODO.de ein Artikel mit Eindrücken zu der für kurze Zeit erhältlichen Demo. Der Artikel enthielt falsche Angaben zum VR-Modus und wurde deshalb offline genommen. In diesem Test der Vollversion ist der VR-Modus korrekt beschrieben.

Hinweis II: Zwischen VR- und 2D-Modus wechselt man, indem man im Hauptmenü das Touchpad des PS4-Controllers drückt. Im unteren rechten Abschnitt des Bilds wird stets der Modus angezeigt, der gerade nicht aktiv ist. Tetris Effect sollte man erst starten, wenn die VR-Brille bereits läuft. Ansonsten kann es passieren, dass der VR-Modus nicht korrekt dargestellt wird.

Letzte Aktualisierung am 14.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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