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Playstation VR: Verkäufe “wie erwartet”, Produktion wird leicht angehoben

von Matthias Bastian2. November 2016

Wie gut verkauft sich Playstation VR – das ist die Frage, die die VR-Branche derzeit umtreibt. Am Erfolg oder Misserfolg von Sonys VR-Brille könnte sich vieles entscheiden.

Nun wäre es sicher übertrieben, die Zukunft der virtuellen Realität ausschließlich von Sonys VR-Versuch abhängig zu machen. Das Thema ist zu komplex, zu vielschichtig. Es wird nicht mit einer Spielekonsole leben oder sterben.

Dennoch sind die Verkaufszahlen von Playstation VR ein erster Gradmesser dafür, wie gut die neue Technologie in der Spieleindustrie Fuß fassen kann und ob sie auf flächendeckende Akzeptanz oder auf Ablehung stößt.

Die eher geringen Verkaufszahlen von HTC Vive oder Oculus Rift haben im Vergleich kaum Aussagekraft, da der Markt für Highend-PCs von Natur aus viel zu nischig ist. Laut unterschiedlichen Schätzungen sind rund fünf bis 15 Millionen VR-ready PCs verfügbar im Unterschied zu mehr als 45 Millionen verkauften Playstation-4-Spielekonsolen. Weder Valve und HTC noch Facebook werden davon ausgehen, dass hier schon beim ersten Anlauf massive Umsätze erzielt werden.

Absatzzahlen von Playstation VR sind “wie erwartet”

In einer Telefonkonferenz zu den Quartalseinnahmen äußerte sich Sonys Finanzchef Kenichiro Yoshida recht neutral zu den Verkaufszahlen der VR-Brille. Diese seien “wie erwartet”. Sony werde die Produktion “ein klein wenig anheben”, um für das Weihnachtsgeschäft genug Einheiten ausliefern zu können. Konkrete Daten nennt Yoshida nicht.

Analysten und Investoren an den Aktienmärkten bewerteten die zurückhaltende Aussage eher negativ. Sonys Aktie fiel um 2,6 Prozent. “Die Aussagen über die PSVR-Lieferungen klangen nicht besonders stark, das verfehlte möglicherweise die Erwartungen und führte zu etwas Enttäuschung”, sagt ein japanischer Finanzanalyst gegenüber Bloomberg.

Bekannt ist, dass Sony in den ersten drei Tagen der Launchwoche in Japan rund 51.000 Einheiten absetzen konnte. Für ein sehr teures Zubehör zu einer Spielekonsole ist das ein gutes Ergebnis.

Gegenüber CNBC sprach Sonys Marketingchef Jim Ryan zuletzt von “hunderttausenden Einheiten”, die zum Marktstart verkauft werden sollen. Viel wichtiger ist die Frage, was nach der Launchphase passiert und auf welchem Niveau sich die Verkaufszahlen in den kommenden Monaten stabilisieren.

Der komplette Ausverkauf von Sonys VR-Brille ist offenbar nicht eingetreten. Entgegen anderslautender Berichte ist die Verfügbarkeit von Sonys VR-Brille gut; wer eine will, findet eine. Auch die Gebrauchtmärkte bei Ebay und Amazon sind voller Angebote zur Sony-Brille und das zu durchaus handelsüblichen Preisen.

| Featured Image: Sony