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Playstation VR: Weshalb Resident Evil 7 ein wichtiger Titel ist

von Tomislav Bezmalinovic27. Januar 2017

Nach den enttäuschenden Abverkäufen von VR-Brillen im letzten Jahr ist die Frage nicht mehr, ob und wann Virtual Reality im Mainstream ankommen wird, sondern ob sie überhaupt eine kritische Masse erreicht. Ein Titel wie Resident Evil 7 kann viel dazu beitragen, weil er die Brücke zwischen Gaming und VR schlägt und damit eine Käuferschicht anspricht, auf die das neue Medium nicht verzichten kann.

In einem Punkt sind sich alle einig: Virtual Reality braucht ein Ökosystem, das auf eigenen Beinen stehen kann. Denn bis jetzt erscheinen die meisten, hochwertigen Anwendungen und Spiele für Virtual Reality nur deshalb, weil Hersteller wie Sony, Oculus oder HTC deren Entwicklung finanzieren. Diesen Geldhahn werden die Unternehmen – zumindest für Endverbraucher – früher oder später zudrehen, falls die Verkaufszahlen nicht stimmen.

Eine besondere Rolle in dieser kritischen Phase kommt Sony zu. Playstation VR hat sich auf Anhieb weitaus besser verkauft als Oculus Rift und HTC Vive. Der Markt ist allein durch Sonys Markteintritt beträchtlich gewachsen. Für Spieleentwickler erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass sie vom Verkauf der Software leben können, ohne auf einen Investor angewiesen zu sein.

Ein Brückenschlag zwischen Alt und Neu

Derzeit ist es hauptsächlich der harte Kern der Spielergemeinschaft, der sich eine VR-Brille gönnt und regelmäßig nutzt. Nur begeisterungsfähige Spieler sind dazu bereit, über die zahlreichen Kinderkrankheiten der Technologie hinwegzusehen, unangenehme Begleiterscheinungen wie Bewegungsübelkeit hinzunehmen und mehrere hunderte Euro in ein Highend-Spielzeug zu stecken, das eine ungewisse Zukunft hat. Diese Spieler stellen den Löwenanteil jener kritischen Masse, die Virtual Reality braucht, um ein selbsttragendes Ökosystem aufzubauen.

Rückt man Resident Evil 7 in diesen Kontext, wird deutlich, wie wichtig der Titel nicht nur für Playstation VR, sondern für die gesamte Industrie ist. Viele Kitiker feiern den Titel als erstes, vollwertiges Spiel für das neue Medium, das weit über die Techdemos und kurzen Erfahrungen hinausgeht, die den Markt überschwemmen. Indem Resident Evil 7 eine Brücke zwischen traditionellem Gaming und Virtual Reality schlägt, nimmt es einer potenziell großen Kundschaft einen Teil ihrer Berührungsängste.

Aus diesem Grund ist es ausgesprochen schade, dass der VR-Modus ein Jahr lang Nutzern von Playstation VR vorbehalten bleibt. Sony wird dieser Deal nicht so viel nutzen, wie er dem Rest der Industrie schadet. Denn Resident Evil 7 hätte das Potenzial, auch die Verkäufe von Oculus Rift und HTC Vive anzukurbeln.

In einem Jahr dürfte das Interesse an dem Titel deutlich gesunken sein, da es die meisten Interessierten bis dahin auf ihrem Monitor durchgespielt haben. Wer wird dann noch den Kauf eines teuren Zubehörs in Erwägung ziehen, um Resident Evil 7 in VR zu erleben? Andere Titel werden daher in die Bresche springen müssen. Bislang ist aber kein VR-Spiel vom gleichen Kaliber für PC-Brillen angekündigt.

Virtual Reality muss sich verkaufen

Die VR-Variante von Resident Evil 7 ist mit Sicherheit keine fortschrittliche Vision von Virtual Reality. Sie behandelt das Medium als eine Art neuen Monitor für Videospiele. VR-Puristen dürften bei der Vorstellung, sich hinzusetzen und ein VR-Spiel mit einem Gamepad zu steuern, die Nase rümpfen.

Dennoch hat das eher rückwärtsgewandte Konzept eine Daseinsberechtigung. Denn die Virtual Reality muss die Menschen behutsam an das neue Interaktionsparadigma heranführen – und sie muss sich verkaufen. Das klappt mit bekannten Inhalten und Marken, die man auf neue, intensivere Art erleben kann, deutlich besser als mit exotischen, ausgefallenen Konzepten und gut gemeinten Visionen im Konjunktiv.

Gelingt es dem Medium, ein selbsttragendes Ökosystem aufzubauen, kann es sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer noch weiterentwickeln. Auch in Richtungen, von denen selbst VR-Puristen noch nicht zu träumen wagen.

| Featured Image: Capcom

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