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Playstation VR: Yoshida erklärt Namenswechsel und Marketingstrategie

von Carolin Albrand15. Dezember 2015

Wer die einschlägigen Kommentarspalten und Internetforen aufmerksam liest, weiß, dass die meisten Spieler nicht unbedingt auf Virtual Reality warten. Die Vorbehalte sind groß und unterscheiden sich kaum von den Bedenken von Nicht-Spielern: Zu teuer, zu umständlich, zu wenig Mehrwert. Yoshida glaubt an einen langsamen Marktstart mit vielen, eher kurzen Spielerfahrungen, so dass das neue Medium in den kommenden fünf Jahren langsam erwachsen werden kann.

In einem Interview mit dem Gameinformer beschreibt Playstation-Chef Shuhei Yoshida diese Vorbehalte als die größte Herausforderung für die Vermarktung der virtuellen Realität. „Man kann Virtual Reality nicht gut in einem Werbespot verkaufen, man muss sie erleben”, sagt Yoshida. Daher setzt er auf den Effekt der Mund-zu-Mund-Empfehlung: Early Adopter sollen Sonys VR-Brille beim Launch kaufen und dann in der Familie und im Freundeskreis demonstrieren. Das Marketing sollen die Enthusiasten für Sony übernehmen. Auch aus diesem Grund erwartet Yoshida einen eher langsamen Marktstart für Virtual Reality, der sich mittel- bis langfristig nach seinen Prognosen aber deutlich beschleunigen soll.

„Wir erwarten, oder hoffen vielmehr, dass der Schneeball-Effekt eintritt. Die ersten 10.000 Leute zeigen 100.000 Demos, danach zeigen 100.000 Leute dann eine Million Demos. Ich denke, dass das die einzige Möglichkeit ist, dass viele Menschen VR erleben können. Bei mir zu Hause hat das schon geklappt. Ich habe die VR-Brille mitgebracht und meinen Kindern gezeigt, die haben ihre Freunde angerufen und sie eingeladen, Playstation VR auszuprobieren. Es sieht so aus, als könnte es so klappen und so passiert es auch mit allen neuen Technologien. Wenn sie wirklich sehr neu sind, dann versteht man nicht sofort, was dahintersteckt. Man muss die neue Technologie zuerst erleben und das passiert normalerweise bei jemandem, der die sie schon besitzt.” Shuhei Yoshida via Gameinformer

Ein paar Details verrät Yoshida auch über die Motivation zum Namenswechsel vor einigen Monaten – die VR-Brille hieß zunächst Playstation Morpheus, wurde dann aber in Playstation VR umbenannt: „Wir möchten, dass die Leute sagen: ‘Oh, das ist doch dieses VR von dem ich in den Nachrichten gehört habe und jetzt gibt es das für Playstation'”, erklärt Yoshida. Der Name Morpheus sei zu exotisch gewesen für das allgemeine Publikum. Yoshida und Technologie-Chef Richard Marks gehen davon aus, dass VR mindestens fünf Jahre braucht, bevor es flächendeckend im Markt ankommt – sowohl im Gaming als auch in anderen Bereichen. In rund zehn Jahren könnte dann ein weiterer, grundlegender technologischer Wechsel passieren, erklärt Marks und fügt hinzu: „Aber was das ist, das ist kaum zu prognostizieren.”

Yoshida spricht auch über den Release und den Preis von Playstation VR, dabei verrät er aber keine Neuigkeiten: Die VR-Brille wird im ersten Halbjahr 2016 erscheinen und soll so teuer werden wie eine neue Konsole. Allerdings sind die Pläne auch intern nicht finalisiert; höchstwahrscheinlich warten sowohl Sony als auch HTC, wie Oculus VR die eigene VR-Brille positioniert. Das ausführliche Interview von Yoshida und Marks mit dem Gameinformer gibt es hier.

Aktuelle PSVR-Games im Überblick:

| SOURCE: Gameinformer
| FEATURED IMAGE: Sony