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Pocketstrafe: Per Smartphone durch virtuelle Welten wandern *Update*

von Tomislav Bezmalinovic3. November 2016

Update vom 3. November 2016:

Ich habe mich an der Beta beteiligt und Pocketstrafe ausprobiert.

HIerfür musste ich zwei Programme installieren: die iOS-App und ein Programm für den PC, an den die VR-Brille angeschlossen ist. Liefen beide Anwendungen, konnte sich die Smartphone-App über Wi-Fi problemlos mit dem Computer verbinden. Das ist notwendig, damit die Bewegungssignale vom Handy an den Rechner übermittelt werden können.

Ich habe mir daraufhin das Smartphone in die Hosentasche gesteckt, meine Oculus Rift aufgesetzt und mich in die Lobby von AltspaceVR begeben. Dort habe ich versucht, mich per Laufen auf der Stelle im virtuellen Raum fortzubewegen. Pocketstrafe hatte zwar immer wieder mit Aussetzern zu kämpfen, doch wenn es funktionierte, fühlte sich diese Fortbewegungsart ungemein natürlicher und überzeugender an als die Fortbewegung per Analogstick oder Teleportation.

Pocketstrafe hat derzeit noch seine Macken und nur wenige Spiele werden unterstützt. Die App zeigt aber, dass das Fortbewegungskonzept Zukunft hat. Die Frage ist, ob das Smartphone ein geeignetes Trackinggerät ist oder spezialisiertes Zubehör nicht eher geeignet wäre, diese Aufgabe zu erfüllen. Valve hat sein Lighthouse-Trackingsystem für Dritthersteller freigegeben, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis entsprechendes Zubehör für das Tracking der Beine auf den Markt kommt.

Ursprünglicher Artikel vom 1. November 2016:

Die Fortbewegung in der Virtual Reality ist ein ungelöstes Problem. Nun haben Hobby-Entwickler eine erstaunlich elegante Lösung entwickelt, bei der das Smartphone die Bewegungen der Beine registriert und in die virtuelle Realität überträgt.

Von Teleportation über Tretmühlen bis hin zum Laufen auf der Stelle: Industrie und Hobby-Entwickler haben viele Konzepte für die Fortbewegung in der virtuellen Realität erprobt – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Eine Patentlösung wird es in absehbarer Zeit nicht geben, stattdessen werden bestehende Lösungsansätze verfeinert.

Für das Bewegen auf der Stelle wurden dieses Jahr verschiedene Varianten entwickelt. Da wären einmal David Dewhirst und Jack Keller, die vorgeführt haben, wie man sich, mit den Vive-Controllern in den Händen, durch das seitliche Schwingen der Arme in der virtuellen Realität fortbewegen kann.

Dann wäre da noch Ryan Sullivan, der anstatt der Arme die Beine einsetzen will. Hierfür befestigte er einen Vive-Controller an der Hüfte. Die Erschütterungen, die beim Laufen auf der Stelle entstehen, werden dann als Bewegungsinformationen an den Rechner übermittelt und in die virtuelle Realität übertragen.

Das Smartphone als Trackinggerät

Ein Nachteil dieser Lösungen besteht darin, dass man die Hände nicht frei hat oder einen zusätzlichen Vive-Controller braucht. Die Entwickler von Pocketstrafe haben jetzt eine einfachere Lösung gefunden: Sie benutzen für das Tracking der Beinbewegungen die Sensoren ihres iPhones.

Dieses steckt in der Hosentasche und sendet Bewegungsdaten per Wi-fi an den Computer. Dieser wiederum reicht sie an die VR-Anwendung weiter. Beginnt man also auf der Stelle zu laufen, so setzt sich der Avatar in der virtuellen Realität in Bewegung. Die Geschwindigkeit, mit der man sich fortbewegt, kann in der Smartphone-App angepasst werden.

Pocketstrafe ist seit heute in einer Beta-Version erhältlich. Auf Reddit laden die Entwickler zu einem Betatest ein, für den man sich hier anmelden kann. Außerdem haben sie ein Video veröffentlicht, das die App am Beispiel von Vivecraft, AltspaceVR und Windlands in Aktion zeigt.

Pocketstrafe ist sowohl mit Oculus Rift als auch mit HTC Vive kompatibel. Jetzt müssen nur noch die Entwickler nachziehen und die App unterstützen. Die App gibt es derzeit nur für iOS, die Android-Version ist in Arbeit. Die offizielle Seite der Entwickler kann hier abgerufen werden.

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