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Prognose für 2035: Besserverdiener nutzen AR-Brillen statt Smartphones

von Tomislav Bezmalinovic16. Oktober 2016

Marktforscher des US-amerikanischen Finanzdienstleister Citi haben eine Studie veröffentlicht, die die Zukunft von Virtual und Augmented Reality sehr positiv beschreibt.

Die Analysten von Citi schätzen, dass der Markt für VR und AR in zwanzig Jahren mehr als zwei Billionen US-Dollar groß sein wird. In den nächsten zehn Jahren soll er auf 692 Milliarden US-Dollar wachsen.

Der Verkauf von VR-Brillen soll gemäß Citi-Studie industrieübergreifend der größte Treiber sein. Bis Ende 2017 würden circa zehn Millionen VR-Brillen verkauft, bis 2020 sollen es 30 Millionen und bis 2025 40 Millionen Geräte sein.

Geht man nach der aktuellen Marktsituation, dürften knapp über eine Million VR-Brillen in den Haushalten vorhanden sein – Cardboard ausgeklammert. Das Wachstum müsste demnach in den kommenden Monaten rasant zunehmen, um der Citi-Prognose gerecht zu werden.

Damit VR im Mainstream ankomme, so die Marktforscher, müsse der Durchschnittspreis für VR-Brillen zuerst auf 300 bis 400 US-Dollar fallen. Sie schätzen, dass die Herstellungskosten einer VR-Brille wie Oculus Rift bereits heute bei lediglich 289 US-Dollar liegen. Langfristig würde der Preis für VR-Brillen daher unter die 200-Dollar-Grenze fallen, glauben die Analysten.

Das scheint recht optimistisch: Laut den Analysten von IHS Markit kosten die einzelnen Bauteile der Rift-Brille derzeit über 200 US-Dollar. Hinzu kommen Kosten für Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik und Service sowie Zubehör.

Augmented Reality ist in 2035 den wohlhabenden Menschen vorbehalten

Die Studie geht davon aus, dass der Markt für Augmented Reality in der Zukunft vergleichbar sein wird mit dem von Smartphones. Bis 2025 soll er sich ähnlich entwickeln wie der Markt für VR-Brillen. Danach würden sich AR-Brillen besser verkaufen und nach und nach das Smartphone ersetzen. Im Jahr 2035 sollen die Hälfte aller Anwender AR-Brillen statt Smartphones nutzen. Da AR-Technologie teuer sei, würde die weniger vermögende Hälfte der Bevölkerung weiter Smartphones nutzen.

Laut der Studie könnte der Markt für AR-Brillen bis 2020 bei circa 18 Milliarden US-Dollar liegen. Fünf Jahre später soll die Summe auf bis zu 120 Milliarden angewachsen sein. Die Marktforscher gehen zudem davon aus, dass ab 2020 mehr Geld mit Software und Dienstleistungen als mit Hardware verdient wird. Die umfassende Studie kann hier eingesehen werden.

| Featured Image: Citi