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Project Tango: Google Tablet mit Außenwahrnehmung

von Carolin Albrand20. Juni 2015
Tech Facts / Datenblatt
Preis

1024 USD
nur in den Staaten erhältlich

Release

Developer-Kit
seit Juni 2014

Größe und Gewicht

12 x 19,6 x 1,5 cm
370 Gramm

Display

IPS Display
7 Zoll

Auflösung

1920 x 1200 Pixel
HD

Steuerung

Touchpad
Gestensteuerung

Sound

Dual Stereo Lautsprecher

Kamera

120° Frontkamera
Fixfokus
1 MP

Rückseite
4 MP 2mm RGB-IR Pixel Sensor

Tracking

Motion-Tracking Kamera
3D Tiefensensor
Beschleunigungsmesser
Luftdruckmesser
Kompass
GPS
Gyroskop

Betriebssytsem

Android 4,4 KitKat

Anschlüsse

Micro HDMI
USB 3.0
Micro SD Card
Nano SIM Slot

Stromquelle

4960 mAH Akkuzelle
(2x 2480)

Prozessor

NVIDIA Tegra K1 Mobil Prozessor
mit integrierter Kepler GPU-Einheit

Arbeitsspeicher

4 GB RAM

Features

Umgebungslicht
128 GB interner Speicher

Das als Forschungsprojekt angelegte Project Tango ist der Versuch von Google, durch eine Kombination aus Software und Hardware intelligente mobile Geräte zu schaffen, die ihre Umwelt erkennen, interpretieren und verstehen können. Dies geschieht mit Hilfe von zusätzlichen Sensoren und Kameras, die ihre Umgebung scannen und als 3D-Modell in Echtzeit auf dem Display darstellen können. Diese Technologie wurde in einem Tablet zusammengeführt, das aktuell aber nur für Entwickler erhältlich ist.

Zwar wurde auch mit einem Smartphone experimentiert, das aber (noch) nicht genug Rechenleistung hat. Hinter der Technik steckt Googles Forschungsabteilung Advanced Technology and Projects (ATAP), die bereits Projekte wie Google Soli umsetzen. Anfang des Jahres verließ Projekt Tango den “Forschungsstatus” und wird nun in Amerika als Entwicklerversion für rund 1000 USD verkauft. Vor rund einem Jahr kündigte LG bereits an, eine Consumer-Version mit der Project-Tango-Technologie herausbringen zu wollen, die nun im Laufe diesen Jahres auf den Markt kommen soll. Google selbst dürfte allerdings mehr Interesse an der Technologie an sich haben, als an Tablets für Endverbraucher, um diese in bestehende oder kommende Produkte zu integrieren.

Project Tango versteht die Umwelt – in Echtzeit

Über die Sensoren des Bewegungstrackings orientiert sich das System und erkennt die eigene Postion im Raum. Die Sensorik kombiniert dafür Rotations- mit Positionserkennung. Zusätzlich filmt Project Tango über die vordere und hintere Kamera die Umgebung. Außerdem hat das Tablet einen eingebauten 3D-Tiefensensor, der ergänzende Informationen über die Beschaffenheit der Umwelt liefert, also beispielsweise wie weit ein Gegenstand vom Nutzer entfernt ist. Durch die Kombination dieser drei Bausteine ist es Tango möglich Entfernung und Bewegung wahrzunehmen, Orte in Echtzeit zu kartieren, diese auch automatisch wiederzuerkennen und entsprechend auf die Umgebung zu reagieren. Blinde und Sehbehinderte könnten sich mit Hilfe von Project Tango selbstständig an unbekannte Orte begeben, beim Laufen auf Hindernisse aufmerksam gemacht werden und sich von dem Tablet Wege oder Räumlichkeiten beschreiben lassen. Aber auch in der Unterhaltung bietet die Technologie Potenzial: Entwickler entwerfen bereits 3D-Spielumgebungen, die sie beispielsweise in das Wohnzimmer ihrer Kunden legen können und so Virtual- und Augmented-Reality Erlebnisse schaffen, die exakt an die Räumlichkeit angepasst werden können.

Das Project Tango Tablet Developer Kit – für Entwickler bereits erhältlich

Das Tablet ist 12 x 19,6 x 1,5 cm groß bei einem Gewicht von 370 Gramm. Das sieben Zoll große IPS-Display hat eine Auflösung von 1920×1200 Pixel. Das umfangreiche Trackingsystem setzt sich zusammen aus zwei Motion-Tracking Kameras, die an der Front und am äußeren Rand der Rückseite befestigt sind. Neben einem 3D-Tiefensensor verfügt das Tango Tablet außerdem über GPS, Kompass, einen Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop und einen Luftdruckmesser.

Computer Vision und 3D-Tracking wird der entscheidende Erfolgsfaktor für neue Mobile-Experiences sein. Angefangen bei der Indoor-Navigation über VR bis zu AR und potenziell auch in der Robotertechnik. Johnny Chung Lee, Projektleiter ATAP

Google arbeitete bei der Entwicklung eng mit dem Chip-Hersteller Nvidia zusammen, die den Prozessor-Chip NVIDIA Tegra K1 stellen. Das Besondere an dem speziellen Prozessor für Mobilgeräte ist die integrierter Kepler GPU-Einheit mit insgesamt 4 GB Arbeitsspeicher, die das Gerät zur Berechnung der visuellen Informationen in Echtzeit benötigt.

ATAP Projektleiter Johnny Chung Lee erklärte auf der i/o 2015, dass die Technolgie zukünftig auch in VR-Projekten des Unternehmens Verwendung finden soll, die Leistung der aktuellen Developer-Hardware dafür aber noch nicht ausreichen würde.

Mehr zu Project Tango

| SOURCE: Project Tango
| IMAGES: Project Tango