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Quill: Goro Fujita spricht über sein verschachteltes Kunstwerk

von Tomislav Bezmalinovic11. Dezember 2016

Goro Fujita ist künstlerischer Leiter des Oculus Story Studio. Die kreative Abteilung von Oculus VR produziert nicht nur preisgekrönte Animationsfilme wie Henry, sondern auch Software: Mit Quill hat das Studio eine geniale App für Oculus Touch geschaffen, mit der man in 3D malen kann. Fujita hat vor wenigen Tagen ein äußerst beeindruckendes Video veröffentlicht, das die Möglichkeit von Quill vorführt, verschachtelte Kunstwerke zu schaffen. In einem Interview erzählt Fujita, wie es dazu kam.

Fujita berichtet dem US-Blog Upload VR, dass der Protoyp von Quill aus einem zweitägigen Hackathon hervorgegangen ist. Er entwarf ihn zusammen mit seinem Mitarbeiter Inigo Quilez. “Die Möglichkeit, frei im Raum zu malen und um mein Kunstwerk herumgehen zu können, war ein magischer Moment für mich. Ich wusste, dass Inigo hier an etwas Großem dran war. Wir begannen unverzüglich Gedanken auszutauschen und über Features zu reden, die man hinzufügen könnte.”

Eines dieser Features war eine “unendliche Leinwand”. Diese sollte es Künstlern ermöglichen, verschachtelte Kunstwerke zu schaffen. Fujita wollte die Möglichkeiten dieses Features vorführen und kreierte “Worlds in Worlds” während zwei Tagen und einem Wochenende. Der Künstler empfindet Quill als eine Befreiung: Er hatte bisher immer in 2D gemalt, sich das Kunstwerk hierfür aber in 3D vorgestellt. Das sei mit Quill jetzt nicht mehr notwendig, da er jetzt das Kunstwerk in 3D vor sich habe und um es herumgehen könne.

Er habe zuerst mit dem Mann im weissen T-Shirt begonnen und erst danach die kleinere, sowie die größere Welt geschaffen. “Es fühlte sich an, als wären all meine zwölf Jahre Erfahrung nötig, um das zuwege zu bringen”, sagt Fujita und ergänzt begeistert: “Quill hat das Tor zu einer neuen Kunstform aufgestoßen.” Hiermit dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis jemand Kafkas Prosastück Eine kaiserliche Botschaft mit Quill für die virtuelle Realität umsetzt. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will: Fujitas Bild ist in Quill über den Dateibrowser verfügbar.

Quill ist nicht das einzige Tool seiner Art. Nutzer von HTC Vive können mit Tilt Brush ebenfalls verschachelte 3D-Kunstwerke schaffen.

| Featured Image: Goro Fujita / Oculus Story Studio

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