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R-7 Smart Glasses – Datenbrille (vorerst) für die Industrie

von Matthias Bastian20. Dezember 2015
Tech Facts / Datenblatt
Preis

2.750 US-Dollar

Release

Q2 2016

Größe und Gewicht

ca. 18cm (Länge) x 15cm (Breite)

Display

Unterstützt stereoskopische Aufnahmen

Auflösung

720p pro Auge

Refreshrate

80 Bilder pro Sekunde

Sichtfeld

30° Diagonal

Transparenz

80% See-Through

Sound

Zwei digitale Mikrofone (User & Umgebung)

Kamera

Autofokus Camera (1080p @ 60fps, 720p @ 120fps)

Betriebssytsem

Android KitKat

Anschlüsse

Bluetooth 4.1 (HS, BLE, ANT+)
802.11ac
GNSS (GPS/GLONASS)

Prozessor

Qualcomm SnapdragonTM 805 2.7GHz quad-core Processor

Arbeitsspeicher

3GB Pop LP-DDR3 RAM

Features

64GB Speicher
Höhensensor
Geschwindigkeitssenor
Luftfeuchtigkeitssensor
Umgebungslichtsensor
Acclerometer, Gyroscope und Magnetometer
Unterstützt über Bluetooth externe Eingabegeräte
u.a. einen kabellosen Finger-Controller

Wir nähern uns neuen virtuellen Technologien von zwei Seiten: Während Virtual-Reality-Brillen aktuell der große Hype sind, ist es um Datenbrillen seit dem Google-Glass-Flop eher still geworden. Trotzdem glauben viele, dass die Zukunft der virtuellen Technologien der Augmented statt der Virtual Reality gehört.

Die ODG-Design-Group versucht ihr Glück weiter mit Datenbrillen und wirft im zweiten Quartal 2016 den Nachfolger für die R-6 Smart Glasses auf den Markt. Die Brille ist in erster Linie für Entwickler und den Einsatz in der Industrie gedacht. Der Preis für Vorbestellungen von “qualifizierten Entwicklern” ist mit 2.750 US-Dollar ähnlich hoch wie bei Microsoft; das Unternehmen aus Redmond will 3.000 US-Dollar für das Entwicklerkit der Hololens haben. Wer zwei R7 vorbestellt, bekommt aktuell 25 Prozent Rabatt im offiziellen Store.

Sämtliche Hardware ist direkt in die Brille integriert, ein externes Gehäuse ist nicht notwendig. Trotzdem geht die Brille noch als einigermaßen normal aussehende, wenn auch etwas klobige, Sonnenbrille durch. Zumindest beim Design nähert sich die Brille also der Alltagstauglichkeit an. Die Technologie hat aber noch einige Schwachpunkte, wie zum Beispiel das Sichtfeld, das mit diagonal rund 30 Grad ähnlich eng wie das der Hololens ist. In der Brille arbeitet ein relativ leistungsstarker Snapdragon 805-Prozessor, das augmentierte Display löst aber nur mit 1280×720 Pixeln pro Auge auf. Dafür werden bis zu 80 Bilder pro Sekunde und Stereoskopie unterstützt, was gegenüber den nicht-stereoskopischen 30 Bildern pro Sekunde des Vorgängermodells R6 eine deutliche Verbesserung ist. Eine Headtracking-Lösung ist nicht integriert. Kontrolliert wird die Datenbrille über ein seitlich am Brillenbügel angebrachtes Touchfeld. Zusätzlich unterstützt die R7 Spracheingabe und Eingabegeräte wie Tastatur und Maus, die über Bluetooth verbunden werden können. Die Datenbrille hat auch eine Kamera verbaut, die mit 1080p und 60fps oder 720p und 120fps Bilder und Fotos aufnehmen kann.

Konkurrenz für Hololens? Die R7 Smartglasses sind ab 2016 für einen ähnlichen Preis erhältlich - vorerst aber nur für Entwickler.

Laut ODG eignet sich die Brille für eine Reihe an Anwendungsszenarien, sowohl im Bereich Entertainment als auch Office-Lösungen oder Navigation; im Endeffekt arbeitet die R7 ähnlich wie ein Smartphone oder Tablet, das man auf der Nase trägt. „Aktuell konzentrieren wir uns auf Anwendungen im industriellen und kommerziellen Bereich: Logistik, Instandhaltung, Telepräsenz, Medizin. Aber es gibt auch große Chancen im normalen Business- und Consumer-Bereich. Alles was das Smartphone kann, kann die Brille auch”, sagt ODG COO Pete Jameson gegenüber re/code. Die R7-Brille läuft mit Android KitKat, für Entwickler soll es angeblich möglich sein Apps innerhalb kürzester Zeit vom Smartphone auf die Datenbrille zu übertragen.

Unklar ist, wie ODG die Datenbrille positionieren will, wenn Microsofts Hololens auf den Markt drängt. Die Anwendungsszenarien sind zwar vergleichbar, allerdings bietet Hololens dank zusätzlicher Hard- und Software die Möglichkeit, digitale Grafiken nicht nur im Sichtfeld des Brillenträgers einzublenden, sondern diese auch im Raum zu verankern. So kann mit Hololens ein digitaler Screen beispielsweise fix an eine Wand gehängt werden; er bleibt dann an dieser Stelle, unabhängig von der Blickrichtung des Nutzers. Die R7 ähnelt dagegen eher einem virtuellen Monitor oder Projektor. Beide Datenbrillen haben aber das Problem, dass das Sichtfeld noch zu gering ist, um im Entertainment-Bereich wirklich Freude zu bereiten. Unabhängig von diesen Kinderkrankheiten ist die Technologie extrem spannend und wird, sobald die Mängel ausgemerzt sind und die Preise sinken, über kurz oder lang im Alltag vieler Nutzer ankommen.

| FEATURED IMAGE: ODG