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Razer stellt neue VR-Brille vor, Konkurrenz für Oculus Rift und HTC Vive [E3 2016]

von Matthias Bastian13. Juni 2016

Update:

Wie zuvor angedeutet stellt Razer auf der E3 2016 die neuste Version der VR-Brille “Hacker Devkit” vor. Diese zieht in punkto Auflösung und Displays mit Oculus Rift und HTC Vive gleich. Ab sofort sind zwei 2160×1200 OLED-Screens verbaut, die mit 90Hz updaten, also eine Framerate von 90FPS zulassen. Gut für Brillenträger: Ein integrierter Diopter kann Sehschwächen zwischen +4.5 to -2 Dioptrin ausgleichen. Das Sichtfeld wird mit 110 Grad angegeben, liegt also in etwa auf einem Niveau mit HTC Vive und – geht man rein nach den Zahlenwerten – etwas über dem von Oculus Rift.

Dennoch ist die Razer-Brille mit einem Preis von 399 US-Dollar deutlich günstiger als die Konkurrenz von HTC Vive und Oculus Rift. 3D-Controller liegen nicht bei, könnten aber von Drittherstellern bereitgestellt werden. Unterstützt wird vorerst nur Steam VR samt kompatibler Standard-Gamepads. Das Positional Tracking erfolgt mittels einer beigelegten Infrarotkamera, ähnlich dem zweiten Entwicklerkit von Oculus Rift.

Die Auslieferung des HDK2 soll im Juli folgen, die Vorgängerversion mit 1080p-Screens und 60Hz-Display wird weiterhin für 299 US-Dollar verkauft. Für neue VR-Inhalte stellt Razer außerdem einen Fördertopf über fünf Millionen US-Dollar bereit, Entwickler können sich mit Projekten bewerben.

Die neue Razer-Brille rutscht auf Augenhöhe mit HTC Vive und Oculus Rift: Bild: Razer

Die neue Razer-Brille rutscht auf Augenhöhe mit HTC Vive und Oculus Rift: Bild: Razer

Ursprüngliche Meldung:

Während der westliche Virtual-Reality-Markt voraussichtlich von Oculus VR, HTC und Valve sowie Sony und den jeweiligen Plattformen dominiert wird, möchte sich Razer mit OSVR in China ausbreiten – und verspricht weiterhin eine komplette offene Plattform.

Razer versucht mit der OSVR-Initiative ein Ökosystem für Mittelklasse-VR aufzubauen, das ausschließlich auf offene Plattformen und Schnittstellen setzt. Speziell auf dem asiatischen Markt sieht Razer Wachstumschancen für OSVR.

“Wir werden OSVR zur Standard-Plattform für Virtual Reality in China machen”, kündigt Razer Mit-Gründer Min-Liang Tan gegenüber der South China Morning Post an. Erst im Februar bekam Razer von einem chinesischen Investor eine Finanzspritze über 75 Millionen US-Dollar, ein Teil der Summe soll in die Entwicklung von neuen VR-Inhalten für die OSVR-Plattform investiert werden. Der Gesamtwert des Unternehmens wird auf circa 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Auch HTC ist auf dem asiatischen Markt bereits aktiv und versucht diesen speziell über den Umweg Internetcafé zu erobern. Dafür kooperiert das Unternehmen mit ShunWang-Technology, Chinas größtem Software-Provider für Internetcafés. Das Unternehmen erreicht laut eigenen Angaben bis zu 100 Millionen Kunden.

In den Internetcafés sollen zukünftig sogenannte “Vive-Zones” entstehen, je nach Spiel kosten zehn Minuten umgerechnet rund zwei bis fünf US-Dollar. Die Kooperation ist ein kluger Schachzug von HTC, denn die hochpreisige Vive-Brille zuzüglich eines leistungsfähigen PCs würde auf dem sehr preissensitiven chinesischen Markt ansonsten nur schwerlich Käufer finden. Hinzu kommt, dass Vive eine großzügige Fläche braucht, um das Trackingsystem voll auszureizen und Wohnraum in städtischen Gebieten eher Mangelware ist.

Razer teasert neues Hardware-Upgrade für die eigene VR-Brille

Razer möchte aber nicht nur die Entwickler-Community mit der nötigen Infrastruktur und Werkzeugen versorgen, sondern bietet mit dem Hacker-Devkit auch eine eigene VR-Brille an. Razer bezeichnet diese als Entwicklerhardware, die aber auch für Konsumenten schon nutzbar sein soll. Version 1.4 der Razer-Brille geht mit einem einzelnen 1080p-OLED-Display, das nur mit 60Hz läuft, aber eher als Lowtech-VR-Brille durch und fällt qualitativ gegenüber HTC Vive oder Oculus Rift ein wenig ab – kostet dafür aber auch nur 300 US-Dollar.

Beides könnte sich in Kürze ändern: Auf der eigenen Webseite verspricht Razer eine große Ankündigung für die kommende E3. Die im Teaser angesprochene “doppelte Realität” dürfte wohl bedeuten, dass auch die OSVR-Brille in Zukunft mit insgesamt zwei Displays, also einem Display pro Auge, ausgeliefert wird und so insgesamt eine höhere Auflösung bietet.

Außerdem verspricht Razer, natürlich auch um die Differenzierung zu Oculus VR voranzutreiben, für die Zukunft weiterhin eine komplett offene Plattform ohne Restriktionen in irgendeiner Art. Nicht einmal für DRM soll bei der OSVR-Initiative Platz sein. Zuletzt geriet speziell die Facebook-Tochter bei VR-Enthusiasten dafür in die Kritik, dass die angebotene VR-Plattform Oculus Home zu restriktiv sei – bislang unterstützt der dortige Store nur die VR-Brille Oculus Rift.

| Via: Road to VR | Source: South China Morning Post | Featured Image: Razer