Update vom 13. März 2018:

Eine Reihe neuer Rezensionen bewerten den Film kritischer.

Evan Narcisse von Gizmodo schreibt, dass sich der Film auf oberflächliche und irregeleitete Weise in Nostalgie ergeht. Die popkulturellen Anspielungen seien allein um ihrer selbst willen da und würden nichts über deren Wert oder die Bedeutung verraten, die Menschen ihnen zuschreiben. Aus diesem Grund fühle sich der Film letztlich leer an. Die naheliegenden und wichtigen Themen würde der Film aussparen, zum Beispiel die Frage, was mit einer Gesellschaft passiert, die sich fast vollständig in eine virtuelle Welt zurückzieht.

Tasha Robinson von The Verge findet, dass die popkulturellen Verweise des Buches auf der Leinwand besser aufgehoben sind, da sie visualisiert und in ein temporeiches, dynamisches Erzählerlebnis eingebettet sind. Dadurch würden sie weniger selbstzweckhaft wirken.

Gestört hat Robinson die flache Charakterzeichnung: Die Protagonisten würden wie Avatare und nicht wie reale Menschen wirken und sich wenig um die echte Welt scheren, die gegenüber dem Detailreichtum der Oasis verblasse und in den Hintergrund trete. Die Actionsequenzen seien überwältigend und erinnerten an gute Videospiel-Erfahrungen, die Geschichte hingegen lasse wenig Raum für erzählerische Nuancen.

Monica Castillo von Guardian fand wenig Gefallen an Ready Player One und vergab nur zwei von fünf Sterne. Die Buchverfilmung sei voller popkultureller Zitate und beeindruckender Bilder, aber enttäusche durch einen schwachen Plot und flache Charaktere.

Eric Kohn von Indiewire bezeichnet Ready Player One als ein “erstaunliches Sci-Fi-Spektakel” und einen “erbarmungslosen Nostalgie-Trip”. Es sei der beste Spielberg-Film seit Jahren. Er versäume es jedoch, die Schattenseiten eines Lebens zu zeigen, das von Technologie beherrscht ist. Die Realfilmszenen würden weniger energisch wirken als jene in der Oasis. Außerdem fehle es den Charakteren an Tiefe.

Weitere, sowohl positive als auch negative Wortmeldungen zum Film gibt es auf Twitter:

Ursprünglicher Artikel vom 12. März 2018:

Ready Player One: Erste positive Kritiken nach Premiere

Die Verfilmung des VR-Kultbuchs Ready Player One feierte auf dem SXSW-Festival Premiere. Von den anwesenden Kritikern wurde der Film trotz technischer Pannen gut aufgenommen.

Kurz vor Ende und auf dem Höhepunkt des Films fiel der Ton aus, sodass die Szene neu abgespielt werden musste. Erst beim dritten Mal funktionierte die Wiedergabe korrekt. Am Ende zeigte sich das Publikum dennoch begeistert und applaudierte Steven Spielberg und Buchautor Ernest Cline, die für die Premiere nach Austin gereist waren.

Nach der Premiere gaben die Gäste via Twitter erste Stimmen ab, darunter die Filmrezensentin von The Verge Tasha Robinson, der Chefkritiker von Indiewire Eric Kohn, der Herausgeber von Rogerebert.com Brian Tallerico und der Filmregisseur Robert Rodriguez:

Kraftvolle Vision einer Virtual Reality

Owen Gleiberman von Variety schreibt, dass Ready Player One eine atemlose und “relativ stimmige” Geschichte erzählt. Der Film sei ein “popkultureller Augenschmaus”. Die Vision einer derart ikonischen, analogen und konkreten Virtual Reality sei reizvoll. Das wirkliche Leben, wie es im Film dargestellt ist, verblasse dagegen.

Emotional konnte Gleiberman dem Film nicht folgen. Das “hypnotische” Spektakel überwältige den Zuschauer mehr als ihn zu berühren. Der Kritiker hätte sich mehr Tiefe gewünscht. Am Ende sei er trotz der bildgewaltigen Abenteuer der Oasis froh gewesen, wieder in die Realität zurückzukehren.

Ein Sci-Fi-Meisterwerk

Der VR-Journalist Charlie Fink von Forbes nimmt in seinem Artikel vorweg, dass er voreingenommen ist: Er kenne Spielberg und Ernest Cline persönlich und sei ein Nerd und VR-Enthusiast der ersten Stunde.

Fink schreibt, dass Ready Player One eine Liebeserklärung an Videospiele und kollektive Tech-Fantasien und ein Meisterwerk ist, das von Sci-Fi-Fans noch viele Generationen gefeiert werden wird.

Etwas blass bleibe der Techkonzern IOI und dessen Chef, der Oberscherge Nolan Sorrento, worunter die Geschichte und der Film leide. Fink lobt die Schauspielkunst der weitgehend unbekannten jungen Darsteller und schreibt, dass er den Film wieder und wieder schauen wird, um alle popkulturellen Zitate zu entdecken.

Gute Balance zwischen Realfilm und CGI

John DeFore vom Hollywood Reporter war ebenfalls auf der Premiere. Er schreibt, dass sich die Verfilmung große Freiheiten beim Umgang mit ihrem Ursprungsmaterial herausnimmt, aber den Geist des Buches dennoch bewahrt.

DeFore glaubt, dass Ready Player One nicht nur Videospieler ansprechen wird, da der Film ein gutes Gleichgewicht zwischen Realfilm und computergenerierten Szenen findet. So sei es sehr willkommen, dass in der Mitte des Films die Protagonisten in Fleisch und Blut aufeinandertreffen, auch wenn die Szenen in der Oasis an sich gut gemacht seien.

| Featured Image: Warner Bros. | Source: Variety / Forbes / Hollywood Reporter

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