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In diesen Tagen findet in Utah das Sundance-Filmfestival statt. Auch Virtual Reality ist seit dem letzten Jahr ein großes Thema und es gibt zahlreiche VR-Demos und 360-Filmprojekte, die dort vorgestellt werden.

Eine der VR-Demonstrationen ist “Real Virtuality”, eine Virtual-Reality-Installation, die mit mehreren VR-Brillen gleichzeitig genutzt werden kann und im ganzen Raum stattfindet. Innerhalb kürzester Zeit beamen sich die beiden Demonstratoren aus einem Raumschiff in eine futuristische Stadt und weiter in ein unterirdisches Höhlensystem.

Bewegungen der Nutzer werden von einem Motion-Capture-System, das mit Infrarotkameras arbeitet, eingefangen und auf einen virtuellen Avatar übertragen. So ist der Nutzer mit einer glaubhaften Repräsentation seines eigenen Körpers physisch komplett in der virtuellen Welt präsent. Zusätzlich können auch reale Objekte vom Trackingsystem erfasst und so mit in die Erfahrung eingebunden werden. Das Konzept erinnert an die VR-Spielhalle “The Void”.

Real Virtuality: The Void aus der Schweiz.

Der Rechner ist im Rucksack, VR-Brille und Kopfhörer sorgen für die audio-visuelle Stimulation, das Trackingsystem für die physische Präsenz in der virtuellen Welt. BILD: Artanim Foundation

Laut den Entwicklern gab es beim Aufbau des Systems einige Herausforderungen zu lösen. Unter anderem sollten so wenig Tracking-Marker wie möglich verwendet werden, um die Zeit für das Setup möglichst gering zu halten. Außerdem sollte die Lösung kabellos funktionieren – erreicht wird das über einen Rucksack, in dem die Nutzer die benötige Hardware mit sich rumtragen. Der PC funkt die benötigten Daten an einen Server, der die VR-Erlebnisse verschiedener Nutzer miteinander synchronisiert.

Real Virtuality: The Void aus der Schweiz.

BILD: Artanim Foundation

Entwickelt wurde das System in den letzten vier Jahren von der Artanim Foundation in der Schweiz. Nach Angaben der Stiftung ist Real Virtuality aktuell das einzige System weltweit, das eine VR-Erfahrung auf “Matrix-Niveau” auf mehreren hundert Quadratmetern ermöglicht.

Anwendungsszenarien sollen nicht nur Entertainment und Storytelling-Erfahrungen sein, sondern auch virtuelle Besuche, Telepräsenz und medizinische Projekte, beispielsweise die Behandlung von Phobien oder Training in der Rehabilitation. Mehr Infos zu Real Virtuality gibt es im Whitepaper und auf der offiziellen Webseite.

| FEATURED IMAGE: Artanim Foundation