Der Kamerahersteller Red bringt dieses Jahr ein Highend-Smartphone mit holografischem Display auf den Markt. Journalisten konnte das Hype-Gerät auf einer Promo-Veranstaltung ausprobieren und den 3D-Effekt mit eigenen Augen bewundern.

Digility 2018

Auf den ersten Blick sticht die schiere Größe des Smartphones heraus: Das Hydrogen One hat ein 5,7 Zoll großes Display und ist größer als ein iPhone 8 Plus. Was ebenfalls auffällt, ist der industrielle Look des Geräts mit viel Metall. Der Preis hat es in sich: Die Aluminium-Version soll 1.200 US-Dollar, die Titan-Version gar 1.600 US-Dollar kosten.

Das Smartphone ist Teil eines modularen Systems, das zu einer vollwertigen Red-Filmkamera ausgebaut werden kann. Das Unternehmen spricht von dem Gerät als dem “Grundbaustein eines multidimensionalen Mediensystems”. Einem Patent zufolge könnten weitere Module in Form von Batterien, Lautsprechern, Festplatten und Projektoren erscheinen.

Holografische Videocalls

Die interessanteste Neuheit ist das mit 2.560 mal 1.440 Bildpunkten auflösende holografische Display, das neben flachen auch holografische 3D-Inhalte darstellen kann. Da sich der Effekt nicht abfotografieren lässt, durften die anwesenden Journalisten keine Bilder von der Vorderseite des Geräts machen.

Red demonstrierte eine Reihe von Videos in dem eigens entwickelten holografischen H4V-Dateiformat. The Verge war von der Stabilität des 3D-Effekts beeindruckt: Das Smartphone kann frei bewegt, geneigt und hochkant oder quer gehalten werden, ohne dass der Tiefeneindruck dadurch getrübt wird.

Eine zweite Demo führte einen holografischen Videocall vor, ähnlich Skype nur in 3D. Die andere Person erschien dabei dreidimensional. Der 3D-Effekt wird mittels einer Stereokamera erzeugt, die auf der Vorderseite des Geräts verbaut ist.

The Verge betont, dass die 3D-Objekte nicht wie Hologramme aus dem Display aufpoppen. Der 3D-Effekt führe vielmehr in die Tiefe des Bildschirms hinein. CNET schreibt, dass mehrere Tiefenebenen zu erkennen sind, sodass manche Objekte näher, andere ferner wirken. Der 3D-Effekt sei eine ganze Ecke besser als beim Nintendo 3DS.

3D-Spiele lassen sich ins passende Format umwandeln

Um diesen Effekt zu erzielen, arbeitet Red mit dem französischen Unternehmen Leia 3D zusammen. Laut Red-CEO Jim Jannard befindet sich unter dem LC-Display eine spezielle Schicht, die Licht mittels einer Nanostruktur in verschiedene Richtungen streut, sodass für das Auge ein Tiefeneffekt entsteht.

Entsprechende Inhalte kann man erstellen, indem man mit vier Kameras gleichzeitig filmt – Red will entsprechende Lösungen für den Heimgebrauch und professionelle Nutzer anbieten.

Außerdem können bestehende 3D-Inhalte wie zum Beispiel stereoskopische 180-Grad-Aufnahmen oder Videospiele für das holografische Display aufbereitet werden, letzteres mit einem Unity-Plugin. Red möchte eine eigene Plattform für das Anschauen und Teilen holografischer Inhalte anbieten.

| Featured Image: Red | Source: The Verge / CNET / Venturebeat

Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #109: Magic Leap im Test und VR-Hype-Zyklus | Alle Folgen anhören


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.