Nach reichlich Hype und mehreren Verschiebungen erscheint Anfang November das erste Smartphone des Kameraherstellers Red. Das herausstechendste Merkmal des Geräts ist das holografische Display und die Stereokamera, mit der eigene 3D-Inhalte erstellt werden können. Die ersten US-Tester zeigen sich wenig angetan von den Innovationen.

Das Hydrogen One ist kein gewöhnliches Smartphone. Das erkennt man schon am Preis: In den USA ruft Red 1.300 US-Dollar für die Standardversion und 1.600 US-Dollar für die Titan-Version auf. Die US-Presse ist sich einig, dass das Gerät den hohen Preis nicht rechtfertigen kann – weder als Highend-Smartphone noch als vermeintliches 3D-Wundergadget.

3D-Display führt zu Übelkeit

The Verge hat wenig Freude am holografischen Display: Statt aufpoppender Objekte biete der Bildschirm lediglich einen Tiefeneindruck ähnlich wie der Nintendo 3DS. Außerdem werde das Bild im 3D-Modus unscharf und könne zu Übelkeit führen. Der App Store beinhalte zwar ein Dutzend Spiele und Anwendungen, die vom 3D-Effekt Gebrauch machen, aber keine dieser Apps sei wirklich beeindruckend.

Auf der Rückseite hat das Hydrogen One zwei 12-Megapixel-Kameras verbaut, mit denen sich 3D-Fotos und -Videos für den Spezialbildschirm erstellen lassen. Während Porträts seltsam wirken würden, komme der 3D-Effekt bei Landschaften besser zur Geltung, schreibt der Tester. Selbst gedrehte 3D-Videos würden noch am besten wirken, flackerten jedoch oder seien voller Artefakte.

Eher Gimmick als Kaufgrund

Techcrunch konnte das Display ebenfalls nicht beeindrucken: Der 3D-Effekt erinnere an alte Baseball-Karten, die beim Wenden Tiefe vorgaukeln. Der Tester ist überrascht, wozu die Stereokamera imstande ist, glaubt jedoch nicht, dass selbst gemachte 3D-Fotos und -Videos den hohen Preis des Geräts rechtfertigen können.

Gizmodo findet den 3D-Effekt des Displays nur wenig besser als beim Nintendo 3DS. Es wirke zwar, als würden die Bilder aus dem Bildschirm herausragen, nach dem vorangegangenen Hype hätte er jedoch mehr erwartet: Aktiviert man den 3D-Modus, erkenne man einzelne Pixel und das Bild wirke insgesamt unscharf. Selbst erstellte 3D-Inhalte könne man nur auf dem Hydrogen One ansehen.

Schlechter als die Highend-Konkurrenz

Etwas wohlwollender bewertet CNET das Smartphone. Die Webseite nennt das 3D-Display eine “herausragende Errungenschaft”, berichtet jedoch zugleich von Nutzern, denen beim Ansehen des 3D-Displays schlecht geworden ist. Das Gerät sei vornehmlich für Kreative gedacht, die 3D-Inhalte erstellen wollen.

Von den meisten Testern gut bewertet wurde die Batterielaufzeit und die Verarbeitung. Ansonsten fällt das Gerät in fast allen Belangen gegenüber der Highend-Konkurrenz ab: die Hardware-Spezifikationen, das 2D-Display und die Qualität herkömmlicher Fotos und -Videos sind unter dem Niveau der Flaggschiff-Produkte aus dem Hause Samsung, Google und Apple. Aufgrund des hohen Preises könne man daher niemandem zum Kauf des Hydrogen One raten, so der Tenor der Tester.

Das könnte sich ändern, sobald die ersten Module für das Hydrogen One erscheinen. Das Smartphone soll dank zukünftiger Erweiterungen zu einer vollwertigen Red-Filmkamera ausgebaut werden können. Dadurch könnte das Gerät eines Tages für Filmemacher interessant werden.

| Featured Image: Red

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