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Resident Evil 7: Das halten Kritiker von der Virtual-Reality-Version

von Tomislav Bezmalinovic24. Januar 2017

Heute erscheint Resident Evil 7 für Playstation 4 und Playstation VR. Das Spiel wird von Kritikern begeistert aufgenommen. Doch was schreiben sie über die VR-Fassung? Wir fassen einige Eindrücke zusammen.

Mike Williams von USGamer vergibt vier von fünf Sterne und bemängelt, dass das Spiel mit zehn bis zwölf Stunden etwas zu kurz und linear geraten sei. Gefallen findet der Redakteur hingegen an der neuen Richtung, die Capcom dem Spiel gegeben hat. Williams schreibt, dass ihm während des Spielens der VR-Fassung weder schwindlig noch schlecht geworden sei. Das Zielen auf Gegner sei ihm sogar einfacher vorgekommen. Der Redakteur meint, dass Capcom mit Resident Evil 7 musterhaft vorführe, was eine eine vollwertige und erstklassige Virtual-Reality-Erfahrung sei.

Marcel Reich von der Welt wurde unter VR-Brille schlecht, aber nicht wegen der künstlichen Fortbewegung, sondern wegen der Angst. Der Redakteur schreibt, dass er bereits nach vier Stunden seinen “Selbsttest” abbrechen musste. Dennoch bezeichnet er Resident Evil 7 als die Zukunft des Gaming.

David Jagneaux von Upload VR vergibt 9 von 10 Punkten und bezeichnet Resident 7 als einen modernen Klassiker, der den besten Spielen der Reihe ebenbürtig sei. Der Titel mache sich Virtual Reality zu eigen und beweise, dass traditionelle Spiele keine großen Opfer bringen müssten, um in dem neuen Medium zu überzeugen.

Philip Kollar von Polygon vergibt ebenfalls 9 von 10 Punkten und zeigt sich überrascht, wie gut das Spiel geworden ist. Für ihn haucht die Ego-Perspektive neues Leben in die Spieleserie und gibt ihr eine neue, interessante Richtung. Kollar hat das Spiel jedoch nicht mit Playstation VR durchgespielt, da er mit Bewegungsübelkeit zu kämpfen hatte. Außerdem sei das Bild unter der VR-Brille sehr viel dunkler und unschärfer, sodass die Motive auf gefundenen Fotos kaum noch auszumachen sind. Kollar meint, dass die Implementierung der VR-Version insofern vorbildlich sei, als man jederzeit zwischen Virtual Reality und der Bildschirmversion wechseln kann. So eigne sich die VR-Fassung besonders für das Erforschen des Hauses sei.

Michael Krosta von 4Players vergibt eine Wertung von 88 Punkten für die VR-Fassung des Spiels. Das ist ein Punkt mehr als für die herkömmliche Version für den Fernsehbildschirm. Er lobt die Mischung aus Erkundung, kleinen Rätseln, Kämpfen und Bossgegnern. Sein Fazit lautet: “Trotz ärgerlicher Perspektivfehler bei Skript-Sequenzen und leichten Abstrichen bei der Grafikqualität entfaltet sich das Grauen in VR noch deutlich intensiver! Resident Evil 7 ist ein Härtetest für das Nervenkostüm!”

Edwin Evans-Thirlwell von der britischen Ausgabe des Eurogamer schreibt, dass er Resident Evil 7 etwa vierzig Minuten unter der VR-Brille habe spielen können, bevor es ihm schlecht wurde. Die Umgebungen würden unter der VR-Brille überzeugend wirken, aber auch deutlich pixeliger aussehen. Der Redakteur empfiehlt Resident Evil jenen Leuten, die von kurzen Erfahrungen genug haben und ein VR-Titel mit einer richtigen Kampagne spielen wollen.

“Endlich ein richtiges Spiel”

Auch Sam Machkovech von Arstechnica freut sich, dass man mit Resident Evil 7 endlich ein vollwertiges VR-Spiel vor sich habe, das zum allergrößten Teil angenehm zu spielen sei. Ein Negativpunkt seien die visuellen Effekte, die an Spiele der letzten Generation erinnern, die Ego-Perspektive sei jedoch sehr gut implementiert. Machkovech schreibt, dass Resident Evil 7 ein Muss für jeden Fan von Horrorspielen sei.

Sebastian Thor von der deutschen Ausgabe des Eurogamer schreibt, dass Resident Evil mit seiner Rückkehr zu den Wurzeln auf einem guten Weg sei, aber auch noch ein Stück vor sich habe. Thor schreibt, dass er wegen der Intensität der VR-Erfahrung froh gewesen sei, zuerst die Bildschirmfassung des Spiels durchgespielt zu haben: “Besonders der bitterböse Einstieg und die folgende Stunde beeindrucken mit herrlicher Körperlichkeit und einem Fokus auf bestimmte Figuren, denen man immer wieder direkt gegenübersteht und in die hässlichen Fratzen blickt. […] Auch das Um-die-Ecke-Lehnen beim Beobachten eines Gegners ist wunderbar intensiv und fühlt sich sehr natürlich an.” Von VR-Übelkeit erwähnt Thor nichts.

Bertram Küster von der Bild schreibt, dass Resident Evil 7 ein schweißtreibendes Spiel sei, dass er aber dennoch länger als erwartet ausgehalten hätte, weil es eher auf unheimliche Stimmung als auf Splatter setzt. Dem Redakteur wurde während des Spielens kein einziges Mal übel und das obwohl ihm vergleichbare Spielen schnell auf den Magen schlagen. Küster schreibt, dass Resident Evil 7 ihm den Glauben an die neue Technologie zurückgegeben habe: “Es geht! Videospiele, wie wir sie kennen, funktionieren mit kleinen Anpassungen genauso gut – nein, sogar besser – in der virtuellen Realität.” Der Redakteur freut sich, endlich ein “richtiges” Spiel für Playstation VR zu haben, anstatt wie üblich nur kurze VR-Erfahrungen.

Chloi Rad von IGN vergibt 7.7 Punkte und begrüßt, dass die Serie wieder mehr auf das Survival-Horror-Erlebnis als auf Action setzt. Rad meint, dass der VR-Modus die Möglichkeiten von Virtual Reality nicht ausreizt und dass man deshalb nichts verpasse, wenn man nur die Bildschirmfassung spielt. Sie habe es genossen, Resident Evil 7 mit der VR-Brille zu spielen, aber es sei nicht notwendig die bessere Version. Nur das Kämpfen funktioniere in der Virtual Reality spürbar besser, weil man mit dem Kopf statt mit dem Analogstick zielt.

Zack Furniss von Destructoid vergibt 10 von 10 Punkten und schreibt, dass es ihm schwergefallen sei, das Spiel ohne VR-Brille zu spielen, nachdem er sie sich erst einmal aufgesetzt habe. Er sei durch zahlreiche Horrorfilme und -spiele bereits desensibilisiert, Resident Evil 7 habe ihm aber die ganze Spielzeit über Angst gemacht und ihn immer wieder erschreckt. Gestört hat sich Furniss an der tieferen Auflösung gegenüber der Bildschirmfassung. Das Zielen mache in der Virtual Reality aber mehr Spaß.

Heise lobt die Version des Horrorspiels. Die Intensität sei so hoch, dass der Autor jede Stunde eine Pause einlegen müsse. Probleme mit VR-Übelkeit gäbe es indes keine. Die Fortbewegung sei recht langsam, auch Gegner würden sich nur gemächlich bewegen. Zusätzlich wird das Sichtfeld eingeengt, sobald man sich vorwärts bewegt. Der optische Trick vermindert das Risiko von Bewegungsübelkeit. Das Fazit ist positiv: “Wer ein Playstation-VR-Set besitzt, erhält hier endlich das erste langfristig packende Virtual-Reality-Spiel: So arg konnte man sich noch in keinem Resident Evil zuvor gruseln.”

Überraschend negativ fällt das Fazit von The Verge aus. Das liegt an zwei Dingen: Zum einen beklagt sich der Autor über VR-Übelkeit, die nach circa zwanzig Minuten Spielzeit einsetzt. Das zeigt, das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer ein gewisser Anteil der VR-Spieler mit Bewegungsübelkeit zu kämpfen hat.

Zum anderen – und das unterscheidet The Verge von den zahlreichen positiven Eindrücken – findet der Autor nicht, dass das Spielerlebnis vom Blick durch die VR-Brille profitiert. Er fühlt sich entkuppelt vom Protagonisten, anstatt sich mitten im Spiel zu wähnen. Das schiebt er zum Teil der grafischen Gestaltung und speziell den lose umherschwirrenden Händen der Hauptfigur zu. Laut dem Autor ist der herkömmliche 2D-Modus der ideale Weg, um Resident Evil zu erleben. Die VR-Variante würde das Erlebnis nicht wesentlich aufwerten.

Außerdem beklagt er, dass Resident Evil 7 in der VR-Brille im Vergleich zur Bildschirmversion deutlich an grafischer Qualität verliert.

Der derzeitige Metascore auf Metacritic beträgt 86 Punkte.

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| Featured Image: Capcom

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