In Tin Hearts hantiert man in einer virtuellen Spielzeugwerkstatt, um Zinnsoldaten sicher an ihr Ziel zu geleiten. Ich habe die Early-Access-Version angespielt.

Tin Hearts versetzt Spieler in das Haus eines Spielzeugmachers, der vor hundert oder mehr Jahren gelebt haben könnte. Auf den Tischen und Regalen sind aus Holz gefertigte Spielsachen verstreut und über allem liegt ein geheimnisvoller Hauch Magie.

Tin Hearts überträgt das Spielkonzept des PC-Klassikers Lemmings in die Virtual Reality, spielt sich jedoch etwas anders: Während das Original ziemlich hektisch ist und viel Geschicklichkeit erfordert, ist bei Tin Hearts vor allem Köpfchen gefragt.

Zeit hat man, so viel man will: Wenn die Zinnsoldaten sterben oder vom Weg abkommen, kann man die Zeit anhalten, zurückdrehen oder das Spielzeug erneut von seinem Ausgangspunkt losmarschieren lassen. Der Schauplatz und die Musik tragen zur märchenhaft-entspannten Atmosphäre bei.

Quer durchs Zimmer

Die Zinnsoldaten kennen wie die Lemmings nur eine Laufrichtung: Vorwärts! Auf die Marschroute kann man nur durch die Umgebung Einfluss nehmen, indem man zum Beispiel dreieckige Holzblöcke so anordnet, dass die Zinnsoldaten nach links oder rechts abbiegen.

Mit der Zeit werden die Aufgaben komplexer und man leitet das Spielzeug über Abgründe quer durchs ganze Zimmer. Dem kontrollierten Treiben zuzusehen, macht große Freude. Durch die meist recht geräumigen virtuellen Zimmer bewegt man sich fließend oder per Teleportation.

Der derzeit größte Schwachpunkt des Spiels ist die überfrachtete Steuerung: In Tin Hearts muss man Objekte greifen und drehen, die Zeit manipulieren und durch einen virtuellen Raum navigieren, um Gegenstände zu suchen und sich in die richtige Position zu bringen.

Das alles gleichzeitig zu machen, dürfte vor allem Kinder überfordern – für die der Titel eigentlich wie gemacht wäre. Die Steuerung braucht auf jeden Fall Eingewöhnungszeit.

Noch nicht rund

Tin Hearts kann im Sitzen, Stehen oder mit voller Bewegungsfreiheit gespielt werden. Leider kann keiner dieser Spielmodi voll und ganz überzeugen.

Selbst bei raumfüllender Virtual Reality muss ich mich künstlich fortbewegen, um das Zimmer nach Gegenständen abzusuchen, während im Sitzen Objekte oft nicht in Griffnähe sind, sodass ich sie virtuell zu mir heranziehen oder mich nach vorne beugen muss. Das funktioniert zwar meistens, macht die Spielerfahrung aber etwas umständlich.

Tin Hearts startete Anfang November in den Early Access und soll bis spätestens Ende 2019 fertiggestellt werden. Die Entwickler haben also noch Zeit, Unstimmigkeiten zu beseitigen und das Spiel zu erweitern.

Der fertige Titel soll aus drei Akten bestehen, von denen der erste drei Stunden dauert und bereits jetzt durchgespielt werden kann. Wer VR-Rätselspiele liebt, sollte sich Tin Hearts trotz der genannten Kritikpunkte genauer ansehen.

Die Early-Access-Version von Tin Hearts ist im Oculus Store für Oculus Rift und bei Steam für HTC Vive und Oculus Rift erhältlich. Das Spiel kostet 20 Euro.

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