Samsungs aktuelle Android-Firmware für das Galaxy Note 9 verrät mehr über die kommende Galaxy-S10-Serie. Der Code weist unter anderem auf einen 3D-Sensor hin.

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Der von der Smartphone-Hackerseite XDA Developers untersuchte Code bestätigt bisherige Gerüchte zum 5G-Superflaggschiff “Beyond X”. Es soll neben einem 6,7 Zoll großen Display vier nach hinten und zwei nach vorne gerichtete Kameras sowie einen oder sogar zwei 3D-Scanner in jede Richtung verbaut haben für laut Wall Street Journal “bessere Raumwahrnehmung”.

Zum 3D-Scanner ist im Note-9-Code bereits ein konkreter Befehl zu finden: Codiert ist ein Time-of-Flight-System (ToF) im Kontext biometrischer Gesichtserkennung ähnlich Apples Face ID. Mit einem weiteren ToF-Sensor auf der Rückseite des Geräts könnte das S10 zusätzlich als 3D-Scanner für Objekte dienen und visuell glaubhaftere Augmented-Reality-Darstellungen ermöglichen.

Von den insgesamt vier geplanten S10-Varianten sollen drei weltweit an den Start gehen. Das Beyond-X-Flaggschiff hingegen erscheint voraussichtlich nur in Südkorea und den USA, da dort 5G-Netze verfügbar sind. Angeblich sollen nur rund zwei Millionen Stück hergestellt werden.

Zuvor berichteten die koreanische Seite The Bell und das Wall Street Journal über Samsungs 5G-Flaggschiff mit 3D-Scanner.

Die bisherigen Berichte wurden kürzlich durch den wiederholt erfolgreichen Samsung-Leaker “Ice universe” bei Twitter bestätigt.

3D-Scanning: Bald so selbstverständlich wie GPS?

Vor wenigen Tagen berichtete Bloomberg Quint, dass Sony ToF-3D-Sensoren an verschiedene Smartphone-Hersteller verkaufen wird. Explizit werden Apple und Huawei erwähnt. Allerdings soll die Produktion erst im Spätsommer 2018 anlaufen. Samsung dürfte mit dem S10 wohl früher auf den Markt kommen wollen.

Interessant ist, dass sich nun ein Trend abzeichnet, den Googles eingestelltes AR-Smartphone-Team Tango schon Anfang 2017 vorhersah: 3D-Scanning im Smartphone – also letztlich die Fähigkeit eines Smartphones, die Welt so ähnlich zu sehen wie der Mensch – könnte so selbstverständlich werden wie GPS-Unterstützung.

3D-Scanning mit dem Smartphone mag anfangs wie eine unbedeutende Spielerei wirken, könnte aber auf lange Sicht und in der Fläche angekommen im großen Maßstab verändern, wie Menschen ihre Umgebung und Erinnerungen dokumentieren. So wie Google Maps verändert hat, wie wir uns lokal orientieren und beispielsweise Restaurants auswählen.

“Kameras revolutionierten Telefone und basierend auf dem, was ich gesehen habe, habe ich die gleiche Erwartung an 3D-Sensoren”, sagt Sonys Satoshi Yoshihara, Leiter der Sensor-Abteilung, der mitverantwortlich zeichnet für den Vertrieb von Sonys 3D-Sensoren. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass 3D-Inhalt auf lange Sicht größer wird als Video.

Die folgenden Beispiele zeigen 3D-Scans, die mit einem Tango-Smartphone angefertigt wurden. Die nächste Generation ToF-Sensoren im S10 und Co. dürfte eine deutlich höhere Qualität bieten.

Bedroom A Scan 1
by kyzyx
on Sketchfab

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Titelbild: @OnLeaks, @91Mobile


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