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Samsung: Neue Virtual-Reality-Kamera “Gear 360” kommt

von Matthias Bastian1. Februar 2016

Bereits Ende 2014 zeigte Samsung erstmals die Virtual-Reality-Kamera “Project Beyond”, Anfang Januar dieses Jahres wurde die neue Marke “Gear 360” eingetragen. Dabei dürfte es sich um einen günstigeren Ableger von “Project Beyond” speziell für Endverbraucher handeln. Jetzt sind neue Details zu “Gear 360” bekannt.

Im Vergleich zum “Project Beyond”-Prototypen wurde die verbaute Technologie deutlich abgespeckt. Laut Sammobile sind von den 16 Full-HD-Linsen noch zwei 180-Grad-Fischaugenobjektive übrig geblieben. Mit diesen soll die Kamera sowohl 360-Videos als auch -Fotos aufnehmen können. Die maximale Auflösung beträgt 3840 x 1920 Pixel für 360°- und 1920 x 1920 Pixel für 180°-Aufnahmen. Batterie und Speicher sind direkt in die Kamera integriert. Ob die Kamera auch in 3D filmt und wie hoch die maximale Bildwiederholrate ist, ist nicht bekannt.

“Gear 360” soll kompakt gebaut sein und ist wahrscheinlich eher als hochwertige Konkurrenz für handliche 360-Kameras wie die Rico Theta S und nicht als Ersatz für Profigeräte gedacht. Auf der CES 2016 wurde auch die neuste Version von “Project Beyond” mit 16 Linsen für 3D-Aufnahmen in 360° vorgestellt; diese bezeichnet Samsung selbst als die “weltweit erste, professionelle und voll automatisierte 360-Grad VR-Kamera”. Gut möglich, dass es zwei Versionen der 360-Kamera geben wird, für Profis und für Hobbyfilmer.

Auch Software wird mitgeliefert: Über eine neue App namens “Gear 360 Connect” kann die VR-Kamera via Bluetooth mit mobilen Endgeräten ferngesteuert werden – definitiv funktionieren soll das mit dem neuen Galaxy S7, das am 21. Februar in Barcelona vorgestellt wird; inwiefern die Kamera auch rückwärtskompatibel zu älteren Galaxy-Smartphones sein wird, ist noch nicht klar. Neben einer 360-Galerie, in der man die gemachten Aufnahmen ansehen kann, wird es auch einen digitalen Viewfinder geben. Über den kann der Nutzer typische Kameraeinstellungen wie ISO, Weißabgleich oder die Blende einstellen und zwischen 360°- und 180°-Aufnahmen wechseln. Ob ein geringeres Sichtfeld der Linsen die Qualität begünstigt (beispielsweise eine höhere Framerate bei maximaler Auflösung), ist noch nicht raus.

Außerdem soll es möglich sein eine Voransicht der 360-Aufnahmen live auf dem Display des mit der Kamera verbundenen Smartphones anzuschauen. Ein Ansichtsmodus mit dem Namen “VR-View” legt dabei nahe, dass man das Video direkt in Samsungs mobile VR-Brille Gear VR live streamen kann. Ein Feature, das bisher nur Nokias High-End-Kamera OZO anbietet und das viele VR-Filmemacher glücklich machen dürfte. Bestätigt ist diese Option aber noch nicht.

Samsung baut das Virtual-Reality-Portfolio aus

Laut Samsung und Oculus VR sind immersive Videos bei Gear-VR-Nutzern das beliebteste Medium und werden deutlich häufiger runtergeladen als Spiele oder Apps. Samsung reagiert bereits auf diesen Trend und gründet in New York ein eigenes Filmstudio speziell für die Produktion von 360-Videos. Eine 360-Kamera, die bezahlbar ist und bei guter Qualität ambitionierten Hobby-Filmern den Einstieg in 360-Videos ermöglicht, würde neben dem neuen S7, Gear VR und der engen Zusammenarbeit mit Oculus VR sehr gut ins Virtual-Reality-Portfolio der Koreaner passen.

Preis oder Erscheinungsdatum für die neue Virtual-Reality-Kamera sind noch nicht bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue Kamera am 21. Februar zusammen mit dem neuen Flaggschiff-Smartphone S7 vorgestellt wird, ist indes hoch. Immerhin impliziert der frisch veröffentlichte Teaser für das #TheNextGalaxy-Event, dass Samsung zukünftig einen neuen Schwerpunkt auf Virtual Reality legen will. Der junge Mann im Video trägt Gear VR, der begleitende Werbespruch zum Teaser lautet: “Get ready to rethink what a phone can do”. Wir sind gerne dazu bereit, uns das neue S7 als Entertainment- und Creation-Hub für 360-Videos vorzustellen.

| SOURCE: Sammobile
| FEATURED IMAGE: Samsung (Screenshot bei YouTube)