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Virtual Reality im Klassenzimmer: “Expeditions” geht weiter

von Matthias Bastian22. Januar 2016

Mehr als 500.000 Schüler weltweit haben laut Google mittlerweile am “Expeditions”-Programm teilgenommen. Mit Cardboard VR-Brillen besichtigen ganze Schulklassen gemeinsam weit entfernte Orte und historische Denkmäler in Virtual Reality.

Erstmals angekündigt wurde Expeditions auf Googles Entwicklerkonferenz I/O im Mai 2015; im September darauf startete das Programm dann offiziell. Laut Google haben bereits tausende Schulen aus den USA, Kanada, Schweden, England und Brasilien am Programm teilgenommen. Die VR-Erfahrungen werden via Tablet synchronisiert, damit Schüler und Lehrer immer die gleichen Bilder sehen. So ist sichergestellt, dass es ein gemeinsames Erleben und Lernen gibt. Bislang mussten dafür Google-Vertreter persönlich an die Schulen reisen und die nötigen Utensilien sowie das Know-how mitbringen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen weitet Google das Programm jetzt aus: Interessierten Schulen wird eine neue App als Beta-Version zur Verfügung gestellt, die die Lehrer selbstständig runterladen und im Klassenraum nutzen können. Google zählt darauf, dass die teilnehmenden Schulen Feedback übermitteln, um die virtuellen Lernerfahrungen weiter zu verbessern. Interessierte Schulen oder Lehrer können sich hier anmelden und Zugang zur App anfragen. Mehr Informationen zum Pioneer-Programm für Expeditions gibt es hier. Die Teilnahme an dem Programm ist kostenlos. “Wir sind noch nicht soweit darüber nachzudenken, ob Expeditions mal ein Produkt wird”, sagt Ben Schrom, Produktmanager von Expeditions.

Außerdem wurden dem Programm zwei neue 360-Expeditionen hinzugefügt: Eine führt ins Great Barrier Reef in Australien, um die Schüler über den bedrohten Korallenbestand zu informieren, in der zweiten Expedition können Schüler den Buckingham Palace erforschen. Wer sich einen Eindruck einer solchen Expedition verschaffen will, kann sich das folgende Video mit Cardboard ansehen.

Wird immersives Lernen ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems?

Hinter den Virtual-Reality-Lernprojekten steckt die These, dass das Gefühl der Präsenz, also tatsächlich an einem anderen Ort zu sein, dabei hilft, dass die virtuelle Lernerfahrung besonders gut im Gedächtnis des Lernenden gespeichert wird. Inhalte, Geschichten und Orte, die man selbst erlebt hat, erinnert man für gewöhnlich besser als jene, von denen man nur erzählt bekommt – das soll auch für rein virtuelle Umgebungen gelten. Ein weit fortgeschrittenes Lernprojekt für Oculus Rift ist die Apollo-11-Anwendung. Die Entwickler haben es sich zum Ziel gesetzt, die erste Mondlandung in Virtual Reality erlebbar zu machen, was sicherlich nicht nur für Schüler interessant ist. Wir haben vor einiger Zeit unsere Redakteurin Carolin als erste Frau auf den Mond geschickt und was sie dabei erlebt hat, hat sie begeistert.

Klassenräume sind einzigartige Umgebungen, speziell wenn man Technologie einsetzen will. Die aktuelle Idee hinter Expeditions ist, dass wir Virtual Reality in die Klassenräume bringen, den Lehrern dabei helfen die Technologie zu verstehen, um dann rauszufinden, was wir damit alles anstellen können. Ben Schrom, Produktmanager Expeditions

Oculus VR und Facebook empfehlen, Virtual Reality erst Kindern ab 13 Jahren zugänglich zu machen. Die Empfehlung basiert allerdings nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf reinem Bauchgefühl von Zuckerberg und Co. – auch die Facebook-Nutzung ist eigentlich erst ab 13 Jahren erlaubt. Unabhängig davon: Lisa Simpson würde sich sehr über die Google-Expeditionen freuen. Denn Googles Visionen teilte sie schon in den 90er Jahren.

| SOURCE: Google
| FEATURED IMAGE: The British Monarchy (Screenshot bei YouTube) / Google