Da möchte man (fast) wieder die Schulbank drücken: Im virtuellen Holo-Labor soll Chemie lernen Spaß bereiten.

Digility 2018

Ich geb’ es zu: In Chemie war ich eine echte Pflaume. Allein den Lehrern und dem klassischen Frontalunterricht die Schuld daran zu geben, wäre sicher zu kurz gedacht.

Dennoch glaube ich, dass man Chemie – und Naturwissenschaften generell – besser erlebbar machen kann als durch Formeln an die Tafeln schreiben und die Androhung von Klassenarbeiten.

Das Entwicklerstudio Schell Games will mit “Hololab Champions” den Chemie-Spaßfaktor deutlich erhöhen. Im virtuellen Labor können wie im realen Labor Reaktionsgleichungen durch Experimente erlebt werden.

Im Stile einer Gameshow experimentiert man sich durchs virtuelle Versuchslabor, beantwortet Fragen, besteht Prüfungen, gewinnt Trophäen – und hat beim Lernen jede Menge Spaß. Zumindest ist das das Ziel der Entwickler.

Die Lern-App ist in erster Linie für Universitäten und Schulen gedacht, soll aber unterhaltsam genug sein für jedermann, der ein bisschen Neugierde auf Chemie und Interesse an VR-Brillen mitbringt.

VR-Bildung finanziert durch US-Behörden

VR-bekannt wurde Schell Games mit dem Puzzlespiel “I Expect You To Die”, das für Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR erschien. Laut Chefentwickler Jesse Schell lag der Umsatz bei über einer Million US-Dollar.

Dennoch soll das Spiel nicht profitabel gewesen sein. Letztlich habe sich die Entwicklung aber durch neues Wissen und Kontakte bezahlt gemacht, erklärte Schell damals.

Die Entwicklung des VR-Chemiebaukastens finanzierte Schell Games mit Unterstützung durch eine für Bildung verantwortliche US-Behörde und ein Förderprogramm für Kleinunternehmen.

Frustriert ist Schell daher nicht. Wer auf schnelles Geld aus sei mit den gleichen Inhalten, die es schon seit 20 Jahren gebe, solle sich nicht mit VR befassen. “Die VR-Brille ist für Entwickler gedacht, die gerne das wichtigste Medium dieses Jahrhunderts erfinden wollen”, glaubt Schell.

Hololab Champions erscheint am 10. Juli bei Steam für HTC Vive. Der Preis ist noch nicht bekannt.

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