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Virtual-Reality-Videos: Sechs Millionen US-Dollar für besseres Streaming

von Carolin Albrand14. Dezember 2015

Eines der technologisch größten Probleme von VR- und 360-Videos ist die enorme Größe der fertigen Videodateien. Denn sie übermitteln nicht nur deutlich mehr Informationen, sondern sollten auch maximal hochauflösend sein, damit man nicht nur Pixelbrei in der VR-Brille sieht.

Gerade in Deutschland kennen viele Internetnutzer das Problem: Auf der lahmen, heimischen Netzleitung stocken selbst gewöhnliche 1080p-Videos auf YouTube. Zwar geht der Netzausbau langsam voran, aber schnelles Streaming von großen 4K-Videos in 360-Grad dürfte für den durchschnittlichen deutschen Internetnutzer auch im nächsten Jahr noch ein Traum bleiben. Allerdings ist die Netzanbindung nur eine mögliche Stellschraube, an der man drehen kann, um die Streaming-Performance zu verbessern. Eine andere Stellschraube ist es, effizientere Streaming-Verfahren zu entwickeln, die speziell auf die Ansprüche von VR-Videos optimiert werden.

„VR-Videos brauchen ein bisschen mehr Feinschliff aus der Kreativbranche und noch viel mehr Feinschliff aus der IT-Branche.” Forest Key, CEO Pixvana via Road to VR

Genau das hat sich das US-Start-Up Pixvana zum Ziel gesetzt und mit einem entsprechenden Konzept auch bereits Investoren überzeugen können, die das Unternehmen mit sechs Millionen US-Dollar Startkapital bezuschussen. Ziel ist es, eine Cloud-Plattform zu entwickeln, um den Aufnahme-, Verarbeitungs- und Ausspielprozess von VR-Videos zu verbessern. Dieses Vorhaben erinnert an die Zusammenarbeit von Google mit Jaunt, die gemeinsam ebenfalls eine Cloud-Lösung für die schnellere Verarbeitung für VR-Videos anbieten. Bei dieser Plattform steht aber im Vordergrund, dass die nötige Rechenleistung, um viele einzelne Teilaufnahmen zu einer 360-Aufnahme zusammenzufügen, über die Cloud bereitgestellt wird. Pixvana möchte noch grundlegender ansetzen und nicht etwa eine Plattform für Endverbraucher entwickeln, sondern eher eine IT-Infrastruktur. Genauere Details zur Technologie sind allerdings nicht bekannt. Das Start-Up aus Seattle hat ein Team aus erfahrenen IT-Profis zusammengestellt, die zuvor für Lucasfilm, Apple, Adobe oder Microsoft arbeiteten. Den Job-Angeboten auf der offiziellen Webseite des Unternehmens lässt sich entnehmen, dass das Team nun schnell größer werden soll.

„Wir mussten sehr viele technische Probleme lösen, bis Online-Videos auch Spaß gemacht haben. Allerdings funktionieren das jetzt so gut, dass die Nutzer die gleiche Erwartungshaltung an VR-Videos haben. Wenn sie die VR-Brille aufziehen, muss das Streaming also richtig gut funktionieren, weil sie das auch von anderen Plattformen gewohnt sind.” Forest Key, CEO Pixvana via Road to VR

| VIA: Road to VR
| FEATURED IMAGE: Pixvana