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Second Life VR: Project Sansar soll im ersten Halbjahr 2017 erscheinen

von Matthias Bastian15. Januar 2017

Beinahe scheint es wie Schicksal: Wer wenn nicht die Macher des erfolgreichen Second Life sollte das Metaverse begründen? Ob das gelingt, werden wir in den kommenden Monaten herausfinden.

Wie der US-Blog Road to VR berichtet, soll Project Sansar im ersten Halbjahr 2017 offiziell erscheinen. Die Entwickler bei Linden Lab setzen komplett auf Virtual Reality und bauen den Second-Life-Nachfolger von Grund auf für die VR-Brille.

Eine Arbeitsversion läuft schon seit 2015. Seit dem Start der ersten Alpha hat Entwickler Linden Lab mehr als 1.000 Kreative und VR-Begeisterte eingeladen, Project Sansar auszuprobieren – und das Fundament der virtuellen Welt zu erschaffen. Weitere 10.000 Interessierte sollen auf Zugang zur Beta warten.

Wie fast alles, was derzeit im Silicon Valley gebaut wird, ist auch Sansar als Plattform konzipiert. Anders als der Vorgänger Second Life soll die virtuelle Zwischenwelt nicht von einigen Menschen im Entwicklerstudio geschaffen werden, sondern von der Gemeinschaft der Nutzer. Linden Lab möchte die Kreativen erreichen, die selbst erschaffen und an Verbraucher vermarkten wollen.

Die Vision ist, dass Nutzer durch viele verschiedene virtuelle Welten springen, ähnlich wie man von einer Webseite auf die nächste surft. Die Erschaffer der Welten sollen auf verschiedenen Wegen Geld verdienen können. Angedacht ist der Verkauf von 3D-Objekten, von Mitgliedschaften oder die Nutzung von Gegenständen gegen Bezahlung, wie zum Beispiel ein Flippertisch.

Grafisch hat sich viel getan und der altbackene Vorgänger wird technisch und optisch deutlich übertroffen. Die Engine ist so angelegt, dass sie fortlaufend verbessert und erweitert werden kann.

Das ist wichtig, denn bei Erfolg ist für Sansar kein Nachfolger angedacht. Stattdessen soll die virtuelle Welt über Jahre oder gar Jahrzehnte bestehen und zu etwas werden, das viel größer ist als das, was Linden Lab zum Marktstart bereitstellen wird.

Kreativen wird kein Stil vorgegeben

Anders als Second Life, das einen recht eindeutigen und markanten Stil mit hohem Wiedererkennungswert pflegt, wird das Erscheinungsbild von Sansar nicht von Linden Lab geprägt. Als Beweis zeigt der Gründer Ebbe Altberg bei einer virtuellen Tour drei Welten, die von Nutzern erschaffen wurden und unterschiedlicher kaum sein könnten.

Zuerst demonstriert er ein riesiges virtuelles Kino, indem man sich mit anderen Avataren treffen kann, um zum Beispiel YouTube-Videos zu streamen. Die zweite Umgebung zeigt ein reales ägyptisches Grab, das mittels Photogrammmetrie fotorealistisch in die Virtual Reality übertragen wurde. Zuletzt geht es in ein komplett am Computer gerendertes Dorf, das an Abenteuerspiele wie Zelda oder die Herr-der-Ringe-Trilogie erinnert.

Der US-Blog lobt die gute Grafik und die abwechslungsreiche Gestaltung. Mängel gibt es noch bei der Physik, die sollen aber bis zum Marktstart behoben werden, verspricht Altberg. Wer in Sansar eine Welt erschaffen möchte, kann sich hier für einen Zugang zur Beta-Version registrieren.

| Featured Image: Linden Lab | Source: Road to VR

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