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Sensics VR-Brille für Spielhallen geht in den Verkauf

von Tomislav Bezmalinovic31. August 2017

Das US-Unternehmen Sensics produziert seit Ende der 90er Jahre VR-Technologie und gehört zu den Mitgründern von OSVR, einem Konsortium für quelloffene VR-Software, aus der Razers HDK-Brille hervorgegangen ist. Jetzt bringt das Unternehmen eine VR-Brille auf den Markt, die für Spielhallen und Vergnügungsparks ausgelegt ist und eine Reihe besonderer Merkmale hat.

Die VR-Brille besteht aus zwei Komponenten: einem robust verarbeiteten Gehäuse, das alle Elektronik enthält und einem Haltegurt mit integriertem VR-Brillenaufsatz. Letzterer besteht aus einem hypoallergenen Material und lässt sich maschinell waschen. Auf diese Weise muss nach Benutzung nur die Kopfhalterung und nicht die gesamte VR-Brille ausgetauscht werden.

Dass sich das Gehäuse von der Kopfhalterung trennen lässt, hat weitere Vorteile: Die Wartezeiten werden verkürzt, da Besucher die Kopfhalterung eigenständig anlegen können, außerdem sehen sie die Umgebung und die anderen Besucher, solange es noch nicht in die Virtual Reality geht.

Die VR-Brille enthält zudem zwei lautlose Ventilatoren, die den Nutzer innerhalb des Gehäuses Kühlung zufächeln und zwei Öffnungen, über die warme Luft abgeführt wird. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Linsen während der Nutzung beschlagen.

Höhere Auflösung als Oculus Rift und HTC Vive

Bei der Auflösung der Displays hat Sensics gegenüber der ersten Ankündigung von Ende 2016 noch einmal deutlich nachgelegt: Die VR-Brille kommt mit zwei LCD-Displays, die eine Gesamtauflösung von 2.880 x 1.600 Pixel bei 90 Bildern pro Sekunde bieten. Zum Vergleich: Die Displays von Oculus Rift und HTC Vive lösen insgesamt mit 2.160 x 1.200 Pixel auf.

Dadurch tritt bei Sensics VR-Brille der Fliegengittereffekt etwas weniger stark hervor. Das Unternehmen hat die Displays zudem mit einer speziellen Beschichtung versehen, die das Hervortreten einzelner Pixel weiter vermindert. Vergleichsbilder findet man hier.

Die VR-Brille kann man auch in einer zweiten Version mit geringer aufgelösten OLED-Displays bestellen. Mit 2.160 x 1.200 Pixel bietet diese Variante die gleiche Auflösung wie HTC Vive und Oculus Rift. Das Sichtfeld liegt bei beiden Versionen bei circa 100 Grad.

Das Trackingsystem ist nicht integriert

Die VR-Brille bietet einen Hohlraum auf der Vorderseite, in dem gut geschützt ein Handtrackingsystem von Leap Motion untergebracht werden kann.

Laut Pressemitteilung soll die VR-Brille mit einer Vielzahl an Trackingsystemen kompatibel sein. Konkret bedeutet dies, dass Spielhallenbetreiber die räumliche Bewegungerfassung selbst nachrüsten müssen. Ob sie auf Lighthouse, Optitrack oder ein anderes Trackingsystem setzen, steht ihnen frei. Im Gerät ist lediglich eine Sensoreinheit verbaut, die Rotationen erfasst.

Die namenlose VR-Brille kann ab sofort in begrenzter Stückzahl auf der offiziellen Internetseite bestellt werden. Hierbei handelt es sich noch um um Vorproduktionseinheiten. Die VR-Brille mit dem höher auflösenden LCD-Display kostet 2.590 US-Dollar, die mit dem geringer auflösenden OLED-Display 2.160 US-Dollar.

Die Hersteller weisen darauf hin, dass die Garantie für die Vorpoduktionseinheiten lediglich 30 Tage beträgt. Ob sie in der Serienfertigung günstiger werden, ist nicht bekannt.

| Featured Image: Sensics | Via: Road to VR

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