Das Mocap-Unternehmen Vicon betritt den VR-Markt mit einer maßgeschneiderten Trackinglösung für VR-Spielhallen. Das” Origin” genannte System wurde heute auf der Siggraph-Konferenz vorgestellt.

Vicon-Technologie wurde bei der Produktion von Hollywoodfilmen wie Blade Runner 2049 und Gravity eingesetzt. Das Videospiel Hellblade: Senua’s Sacrifice, das kürzlich einen VR-Modus spendiert bekam, nutzte ebenfalls Vicon-Technik. Epic Games schließlich griff für die beeindruckende Siren-Demo auf Mocap-Systeme des Unternehmens zurück

Mit Origin entwickelte Vicon eine maßgeschneiderte Trackinglösung für Außer-Haus-VR, die einfach einzurichten sein und ein störungssicheres, stabiles Tracking bieten soll.

Dreamscape Immersive und Bandai Namco sind erste Partner

Das System besteht aus drei Komponenten. Die leichtgewichtigen 2,2-Megapixel-Trackingkameras hören auf den Namen Viper. Sie filmen die Pulsar genannten Trackingeinheiten, die aus mehreren LED-Markern bestehen und am Körper, an der VR-Brille, an VR-Zubehör oder realen Gegenständen befestigt werden können. Bis zu 50 Pulsar-Trackingeinheiten können in einem Trackingsystem installiert werden, die Zahl der verwendeten Viper-Kameras ist unbegrenzt.

Die VR-Spielhalle Dreamscape Immersive ist offizieller Vicon-Partner und nutzt für das Tracking von sechs Personen circa 36 bis 38 Kameras, sagt Vicons Produktmanager Tim Doubleday gegenüber Venturebeat. Ein weiterer Partner ist der Spielentwickler und VR-Arcadebetreiber Bandai Namco.

Die dritte Origin-Komponente nennt sich Beacon. Das WLAN-Gerät sorgt mit der mitgelieferten Softwareplattform Evoke zusammen für die Synchronisierung der Daten und ein stabiles Tracking. Die Software bietet Plugins für die Unreal Engine und Unity.

Große Konkurrenz

Origin soll anders als die Mocap-Systeme des Unternehmens ohne fachlich geschultes Personal oder besonders Vorwissen von Spielhallenbetreibern einzurichten sein. Die Trackingeinheiten sollen außerdem einfach an- und abzulegen sein.

Für Ganzkörpertracking werden mindestens sechs Pulsargeräte benötigt – zwei für die Hände, zwei für die Füße, eines für den Kopf und eines für den Rucksack-PC. Die Geräte werden mittels mitgelieferten Magneten und Klammern am Körper befestigt.

Einen zweiten, kleineren Markt sieht Vicon in Indie-Entwicklern, die mit Origin günstig hochwertige Animationen herstellen könnten.

Wie hoch der Stückpreis für Komponenten sein wird, hat das Unternehmen noch nicht verraten. Für den kommerziellen Erfolg des Trackingsystems ist diese Frage nicht unerheblich. Neben Vicon bieten Optitrack, Mo-Sys und nicht zuletzt Valve Trackinglösungen für VR-Spielhallen an.

| Featured Image: Vicon | Source: Venture Beat

Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #115: Oculus Rift 2, Pimax Vorbestellstart, AWE 2018 | Alle Folgen anhören


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.