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Silicon-Valley-Investor: VR-Startup-Boom in zwei Jahren

von Matthias Bastian16. Januar 2017

Michael Seibel ist Geschäftsführer bei Y Combinator, einem der erfolgreichsten Silicon-Valley-Investmentunternehmen. Vor wenigen Wochen konnte er das erste Mal in die Virtual Reality eintauchen – und ist begeistert. Er prognostiziert einen zweiten Startup-Boom für spätestens 2019.

Im Herzen des Silicon Valley ist das Gründerzentrum Y Combinator beheimatet. Seit 2005 werden dort mit Geld und guten Ratschlägen vielversprechende Startups gefördert. Unter anderem unterstützte die Unternehmerschmiede bekannte Namen wie Reddit, Airbnb, Dropbox oder Disqus. Der Gesamtwert der im Y Combinator gewachsenen Unternehmen wird auf bis zu acht Milliarden US-Dollar geschätzt.

Seit kurzem lenkt Michael Seibel als Geschäftsführer die Geschicke des Unternehmens. In seiner neuen Rolle beschäftigt er sich auch mit Virtual Reality. Seine erste VR-Erfahrung vor wenigen Wochen habe ihn begeistert, schreibt Seibel im Blog des Unternehmens. Jedoch habe die Technologie noch ein paar Ecken und Kanten: Teure Computer, viele Kabel, limitierte Apps.

Am Morgen nach seiner Demo, berichtet Seibel, hätten ihn zwei Gedanken beschäftigt: VR sei so physisch, dass Gaming in Zukunft nicht mehr als ungesunde Aktivität gelte. “Als Kind hätte ich das gebrauchen können”, schreibt Seibel.

Und da VR so immersiv sei, könne er sich vorstellen, täglich mehrere Stunden unter der VR-Brille zu verbringen. Er schlussfolgert, dass Gaming daher nicht das einzige signifikante Anwendungsszenario für VR bleiben könne.

“Meine VR-Brille wird Zeit in Anspruch nehmen, die ansonsten in andere Screens wie TV, Laptop oder das Smartphone fließt.” Basierend auf dieser Entwicklung geht Seibel von einer Explosion an neuen VR-Inhalte in allen Bereichen aus.

100 Millionen verkaufte VR-Brillen sollen talentierte Gründer begeistern

Für die kommenden fünf Jahre erwartet Seibel vier signifikante Entwicklungen, die den Markt voranbringen:

  1. Die Preise fallen und ähnlich wie bei Smartphones haben Nutzer die Möglichkeit, die Hardware zu finanzieren.
  2. Es werden 100 Millionen Geräte verkauft. Ohne eine signifikante Anzahl an möglichen Käufern würden sich die talentiertesten Gründer nicht für Virtual Reality interessieren, sondern bei der Entwicklung für das Web und Mobilgeräte bleiben.
  3. Neue Autorenwerkzeuge vereinfachen die Entwicklung von VR-Apps deutlich.
  4. Große Unternehmen müssten die grundlegenden Probleme der Hardware lösen und Innovationen schaffen. Für Startups sei diese Aufgabe zu teuer.

Interessierten Gründern rät Seibel dazu, den Homescreen ihres Smartphones zu betrachten und zu entscheiden, welche der dort installierten Apps für VR angepasst werden müssten – und ob der Herausgeber der Anwendung die Marktentwicklung möglicherweise verschläft.

“Ich denke, es dauert keine zwei Jahre mehr, bis es eine Explosion an neuen VR-Startups gibt und ich freue mich darauf, sie bei YC zu finanzieren.”

| Featured Image: By Kevin Hale from San Francisco, CA, United States – Paul Graham laying down the ground rules for Prototype Day Uploaded by Edward, CC BY-SA 2.0, Link

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