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Skyworld: Komplexes VR-Strategiespiel ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic23. August 2017

Die Entwickler von “Arizona Sunshine” arbeiten seit geraumer Zeit an einem VR-Titel, der Elemente von Sammelkartenspielen, Rundenstrategie und Echtzeitstragie vermischt. Ich konnte das vielschichtige VR-Spiel auf der Gamescom ausprobieren.

Mit Skyworld haben sich die niederländischen Entwickler ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen gleich zwei klassische PC-Genres in die Virtual Reality übertragen, ohne dass man Maus und Tastatur vermisst. Meinem Ersteindruck zufolge ist ihnen das gelungen.

In Skyworld steht man einem menschlichen Mitspieler gegenüber an einem runden Tisch, der die in zwei Hoheitsgebiete geteilte, miniaturisierte Spielwelt zeigt. Die ist äußerst stimmig, liebevoll und detailliert gestaltet. Dank raumfüllendem Tracking kann man nahe an Objekte herangehen und mit diesen interagieren, indem man die 3D-Controller einsetzt. Hält man das Ohr an eine Werkstatt, hört man sogar, was darin hergestellt wird.

Intuitives und physisches Interface

Den virtuellen Spieltisch kann man drehen, um das gegnerische Gebiet zu sehen. Außerdem kann man ihn in der Höhe verstellen und beliebig bewegen, um das Geschehen aus der Nähe zu betrachten. Dank der Flexibilität des Tisches kann man das Spiel auch im Sitzen spielen.

Die Welt besteht aus lauter Sechsecken, über die man Figuren in rundenbasierter Manier bewegt. Abhängig von den eigenen Ressourcen, kann man auf bestimmten Feldern Gebäude errichten. Hierzu wählt man das gewünschte Gebäude aus und platziert es mit dem 3D-Controller an die vorgegebene Stelle. Will man ein Gebäude abreißen, nimmt man einen Hammer und zertrümmert es mit einem kräftigen Schlag. Dieses und viele weitere Beispiele zeigen, wie sehr die Entwickler bemüht sind, das physische Interface der 3D-Controller sinnvoll in die Spielerfahrung einzubinden.

Kommt es zu einem Gefecht, dreht sich die Tischplatte, sodass deren Unterseite nach oben zeigt. Diese “Unterwelt” ist nicht einfach flach, sondern enthält ein miniaturisiertes Schlachtfeld. Hier wählt man aus verschiedenen Einheiten aus und schickt diese in Echtzeit über das Schlachtfeld zum Gegner, um seine Verteidigungsanlagen zu zerstören und seine Burg einzunehmen. Im Gegensatz zur rundenbasierten Oberwelt spielt sich die Unterwelt sehr dynamisch.

Sammelkarten sorgen für noch mehr Spieltiefe

Ist der Kampf entschieden, kehrt man zur Oberwelt zurück, wo man im Falle eines Siegs einige Sechsecken erobert hat. Das Ziel ist, den Gegner Stück für Stück zurückzudrängen und die gegnerische Basis zu zerstören. Dabei hilft ein weiteres strategisches Element: Sammelkarten, die man während der Dauer eines Spiels nach und nach freispielt und die die Fähigkeiten eigener Einheiten verstärken. Aus den Sammelkarten lassen sich Decks zusammenstellen, mit der man die eigene Vorgehensweise strategisch vertiefen kann.

Skyworld erscheint mit einem kompetitiven Mehrspielermodus, der ein plattformübergreifendes Zusammenspiel erlaubt. Zudem bietet es eine vollwertige Kampagne für Einzelspieler, die Anfänger nach und nach an die Komplexität des Strategietitels heranführt. Skyworld soll im Herbst 2017 für HTC Vive und Oculus Rift sowie Microsofts Mixed-Reality-Plattform erscheinen.

Das folgende Video ist schon mehr als zwei Jahre alt, gibt aber einen guten Eindruck vom Spielgefühl.

| Featured Image: Vertigo Games

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