In der Zukunft könnte es für Häuser und Wohnungen kostenlos zusätzliche Quadratmeter geben: in der virtuellen Realität.

Virtual Reality ist toll, aber wenn man sich so richtig in ihr austoben und darin herumlaufen will, hat sie einen wesentlichen Nachteil: Sie braucht realen Platz – und der ist bekanntlich teuer.

Theoretisch bieten viele Wohnungen zwar genug Fläche für mehr oder weniger großzügige VR-Fortbewegung. Aber diese Fläche ist vollgestellt mit Möbeln und Krimskrams, der in der Virtual Reality zu einem schmerzhaften Hindernis wird.

Die ultimative VR-Wohnung

Der Ingenieur Sankarshan Murthy, zuvor bei Tesla und Apple, stellt mit seinem Startup Bumblebee Spaces jetzt (ungewollt) eine mögliche Lösung für das VR-Platzproblem vor.

Er entwickelte ein Möbelsystem, bei dem ein Robo-Butler die Möbel nach Bedarf zur Verfügung stellt – werden sie nicht benötigt, parkt der Butler sie unter der Decke.

Gesteuert wird die Möbelabfuhr über eine Fernbedienung oder via Stimme. Die Möbel hängen an einem Gurtsystem, das von einem ebenfalls an der Decke montierten Motor in Gang gebracht wird.

Eine Deep-Learning-KI-Software soll sogar erkennen, welche Objekte in den Schränken und Behältern liegen. Das erspart unnötige Auf- und Abfahrten, wenn man mal wieder den Schlüssel verlegt hat.

Video via New York Times

Damoklesmöbel

Das größte Hindernis dürfte wohl die Sicherheit sein: Murthy steckte laut eigenen Angaben Jahre in die Entwicklung des Gurtmotors, außerdem sei das System mit zahlreichen Sicherheitssenoren ausgestattet. Dennoch dürften sich Menschen tendenziell eher unwohl fühlen, wenn ihnen Hunderte Kilogramm Möbel über dem Kopf schweben.

Ändern könnte sich das, wenn Murthys System oder ähnliche Entwicklungen direkt beim Neubau integriert werden und zum Beispiel vollständig in der Decke verschwinden.

So oder so, die automatisierte Möbelversteckerei lädt ein zu interessanten Gedankenspielen. In Zukunft könnte eine Wohnung aus zwei Ebenen bestehen: einer realen und einer virtuellen.

In der realen Ebene begegnet man anderen Menschen, isst, schläft. Und die VR-Version ist auf Arbeit und Entertainment optimiert. Möglich wäre das schon jetzt – stünden nicht die ganzen Möbel im Weg.


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