Das neue Sprach-Interface “Alter Ego” versteht gedachte Wörter. Einer seiner Erfinder demonstrierte das Gerät jetzt einer US-Nachrichtensendung.

Das von MIT-Forschern entwickelte Sprach-Interface erkennt lautlos ausgesprochene Wörter. Der Träger formuliert sie nur im Kopf. Die Genauigkeit der Spracherkennung soll laut ersten Tests bei über 90 Prozent liegen.

Möglich wird das durch einen mit Elektroden ausgestattetem Bügel, der entlang des Kieferknochens läuft. Er greift die feinen elektrischen Signale in der Gesichtsmuskulatur auf, die schon beim reinen Denken an Worte ausgesendet werden.

Eine KI-Software gleicht diese elektrischen Signale mit einer Datenbank ab, wandelt sie in Worte um und antwortet ebenso lautlos via Knochenschallkopfhörer.

Die Grenze zwischen eigenem und kollektivem Wissen verschwimmt

Wenn diese Spracheingabe mit einem vernetzten Computer gekoppelt wird, gleicht das einer direkten Internet-Hirn-Verbindung. Jeder im Kopf formulierte Gedanke kann unmittelbar in einen Such- oder Rechenbefehl umgewandelt werden. Die Außenwelt bekommt nicht mit, ob der Nutzer gerade seine eigenen grauen Zellen nach Wissen durchforstet – oder das Internet.

Arnav Kapur, einer der Miterfinder von Alter Ego, demonstrierte das jetzt der US-Nachrichtensendung “60 Minutes”: Kapur beantwortet dem Moderator der Sendung die kompliziertesten Rechenaufgaben und nischigsten Wissensfragen, indem er via Gedankengespräch den Computer befragt. Auf einem Monitor sieht man, wie schnell der Computer die gedachten Wörter in Sprachbefehle umsetzt und eine Antwort liefert. Man kann auch einfach nur eine Pizza bestellen.

Die MIT-Forscher wollen Alter Ego weiterentwickeln und statt einzelner Sprachbefehle zukünftig ganze Konversationen erfassen. Dafür wird die zugrundeliegende KI-Software mit immer mehr Sprachdaten trainiert. Das Ziel sei es, so die Forscher, “Computer und Mensch zu kombinieren” – was einem Cyborg entspräche.

Weitere Ausschnitte der Sendung gibt es im folgenden Video:

| Featured Image: 60 Minutes / Screenshot


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