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Social-VR: Rec Room führt Maßnahmen zum Schutz der Intimzone ein

von Matthias Bastian12. Juli 2016

Die Entwickler von Rec Room aktualisieren ihre Social-VR-App mit Maßnahmen, die die Intimsphäre ihre Nutzer besser schützen sollen.

Im echten Leben empfinden Menschen es als unangenehm, wenn ihnen eine Person auf die Pelle rückt. In der öffentlichen Zone gehen wir auf Abstand mit der Menge (> 3 Meter), in der sozialen Zone halten wir fremde Personen ebenfalls auf Distanz (> 1,20 Meter). Freunde und gute Kollegen lassen wir auch schon mal in die persönliche Zone vordringen, die bei einem Mindestabstand von circa 60 cm liegt. Darunter beginnt die Intimzone, die engen Freunden, der Familie oder Partnern vorbehalten ist. Dringt jemand ungewollt in diese Intimzone ein, reagieren wir mit starker Ablehnung oder sogar Aggression. Die meisten Menschen lernen im Verlauf ihres Lebens auf ganz natürliche Art, diese Distanzzonen zu respektieren.

Das gilt leider nicht für Virtual Reality. Zwar existieren die Distanzzonen gefühlt auch im virtuellen Raum – ohne schützenden Monitor sieht nah nicht nur nah aus, sondern fühlt sich auch so an – aber die Nutzer sind deutlich eher als im echten Leben dazu bereit, in die Intimzone einzudringen. So beschwerte sich eine Nutzerin des Virtual-Reality-Netzwerks Altspace VR bereits über sexuelle Belästigung im virtuellen Raum. Zusätzlich zu verbalen Attacken via Mikrofon rückten ihr die männlichen Nutzer auf die Pelle, versuchten sie virtuell zu küssen oder grabschten dank Handtracking präzise nach ihrem Avatar.

Rec Room hat jetzt ein Antigrapsch-Feature

Auch in der Social-App Rec Room (ausführlicher Bericht hier) rücken sich die Avatare gegenseitig auf die Pelle, geben sich virtuelle Backpfeifen oder nerven sich, indem sie mit den Händen im Sichtfeld des anderen rumwedeln. Das ist Teil des juvenilen Charmes der Social-App. Aber nicht jeder Nutzer hat daran Freude. Aus diesem Grunde aktualisieren die Entwickler Rec Room jetzt mit optionalen Einstellungen, mit denen Nutzer ihre Intimzone schützen können.

Der in drei Distanzen konfigurierbare “Teleportations-Puffer” stellt ein, wie sehr sich andere Avatare dem eigenen virtuellen Körper nähern können. Ergänzend gibt es auch ein Antigrapsch-Feature. Ist dieses aktiviert, werden die virtuellen Hände der anderen Avatare ausgeblendet, sobald sie in die eigene Intimzone eindringen.

Auch die Entwickler von Altspace VR kündigten bereits Maßnahmen an, um die Intimzone der Nutzer zukünftig besser zu schützen. Das zeigt: Intimschutz in Virtual Reality ist ebenso notwendig wie in der Realität. Er ist aber auch deutlich einfacher umsetzbar.

| Featured Image: Against Gravity